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Flüchtlinge in Hannover

Wie sind Flüchtlinge untergebracht?

Informationen zu den verschiedenen Unterbringungsformen und der Betreuung in den Einrichtungen in der Landeshauptstadt Hannover.

Wie werden Flüchtlinge untergebracht?

Je nach Aufenthaltsdauer, Selbstständigkeit, Gesundheitszustand, Sprachkenntnis, Sozialkompetenz und Aufenthaltsperspektive werden Flüchtlinge in Hannover nach dem Drei-Säulen-Modell in Wohnheimen, Wohnprojekten oder Wohnungen untergebracht.

  • Wohnheime:
    Alle Flüchtlinge kommen zunächst in Wohnheime. Hier gibt es entsprechende Hilfestellungen und kompetente Unterstützung. Darüber hinaus gibt es Hilfe bei Behördengängen. Die Betreuung nach hohen qualitativen Standards wird dabei durch private Betreiber und Träger der freien Wohlfahrtspflege rund um die Uhr gewährleistet.
  • Wohnprojekte:
    In Abstimmung mit der Heimleitung und den Sozialarbeiterinnen und -arbeitern wird nach Einzelfallprüfung entschieden, ob die jeweiligen Personen für eine Unterbringung in einem Wohnprojekt in Frage kommen. Dort stehen die SozialarbeiterInnen zwar beratend zur Verfügung, dies aber nur tagsüber. Auch gibt es keinen Pfortendienst. Die BewohnerInnen sind gefordert, die deutsche Sprache zu erlernen und sich in die Nachbarschaft zu integrieren.
  • Wohnungen:
    Diese ist die selbstständigste Form der Unterbringung. Sie erfolgt nach Absprache mit den jeweiligen Flüchtlingen, die ohne Unterstützung und sozialer Betreuung allein in einer angemieteten Wohnung leben. Auf diese Art können sie sich in eine Hausgemeinschaft einfügen.

Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation und der damit verbundenen Herausforderungen in der Unterbringung wurde das Drei-Säulen-Modell vorübergehend um Notunterkünfte erweitert.

Wie habe ich mir eine Flüchtlingswohnung vorzustellen?

Wohnungen des oben genannten "Drei-Säulen-Modells" werden direkt von der Stadt angemietet, um dort Flüchtlinge während ihres Asylverfahrens unterzubringen. Davon zu unterscheiden sind Flüchtlinge, die bereits als asylberechtigt anerkannt wurden: Diese mieten selbstständig normale Wohnungen an. 

Die Stadt steht in engem Kontakt mit Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften und auch privaten Vermietern. Da die Stadt überwiegend Einzelpersonen unterbringen muss, richtet sich der Fokus vor allem auf kleine Wohnungen. Die Angebote werden dabei stets sorgfältig geprüft. Wohnungen, die schlecht ausgestattet sind, unpassende Grundrisse haben, erhebliche bauliche Mängel aufweisen, in Sanierungsgebieten liegen oder nur zu überteuerten Mieten zu haben sind, werden von der Stadt nicht angemietet. Der städtische Wohnungsmarkt wird nach Bedarf sondiert. Eine große Herausforderung hierbei ist die Wohnungslage: Ziel ist es, gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilt Wohnungen anzumieten und das jeweilige soziale Gefüge zu beachten.

Was hat es mit den Notunterkünften auf sich?

Mangels ausreichender anderer Unterkünfte muss die Stadtverwaltung derzeit auf Notunterkünfte zurückgreifen. Diese Notunterkünfte sind in erster Line Sporthallen, die im normalen Gebrauch von Schulen oder Vereinen genutzt werden. Die Landeshauptstadt Hannover versucht deshalb, für den Schulsport und den Vereinssport möglichst ausreichende Ersatzzeiten in anderen Hallen zu finden. Den Vereinen sollen keine zusätzlichen Mietkosten entstehen.

Aber auch andere leerstehende Gebäude können als Notunterkünfte genutzt werden. Ein Beispiel dafür ist das ehemalige Oststadtkrankenhaus.

Gibt es in Hannover noch genügend Wohnraum für Flüchtlinge?

Die Beschaffung von Wohnraum ist eine enorme Herausforderung. Die bestehenden Notunterkünfte wie das ehemalige Oststadtkrankenhaus sind daher von großer Bedeutung. Weitere Standorte für Modulanlagen sind bereits in der Planung. Diese Anlagen sollen auch in diesem Jahr (2015) fertiggestellt werden. Allerdings können sie aufgrund der Ausschreibungspflicht voraussichtlich erst im Herbst in Betrieb genommen werden. Weitere Informationen zu den Standorten finden sie hier:

Wie ist die Betreuung in den Unterkünften geregelt?

In jeder Unterkunft gibt es SozialarbeiterInnen, die sich um die Flüchtlinge kümmern. Das Aufgabenfeld reicht von der persönlichen Einzelfallberatung über die Organisation von Betreuungsangeboten (wie. z. B. Sprachkursen) bis zur Einbindung von nachbarschaftlicher Hilfe. Der vollständige Betrieb der Unterkunft wird durch private Betreiber und Träger der freien Wohlfahrtspflege mit hohen qualitativen Standards gewährleistet. Unterstützt werden die externen Betreiber durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, u. a. aus dem Integrationsmanagement und der Ausländerbehörde.

Derzeit arbeitet die Landeshauptstadt Hannover mit folgenden Betreibern zusammen:

Bei der Auftragsvergabe bestimmt neben der Wirtschaftlichkeit des Angebots das inhaltliche Betreuungskonzept die Auswahl des jeweiligen Betreibers. Eine Vorgabe für die Qualifikation des Personals gibt es für die Heimleitung und die Sozialarbeit. Hierbei dürfen nur staatlich anerkannte Sozialarbeiterinnen und -arbeiter oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Abschluss des Studienganges "Soziale Arbeit" eingesetzt werden.