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Drei Männer und eine Frau hängen Wäsche zum Trocknen auf eine Leine, im Hintergrund ist ein Wohnhaus. Der zweite Mann von Links hält dabei einen kleinen Jungen auf dem Arm. © Junker

Wohnraum für Flüchtlinge zu fnden, ist eine Herausforderung: In Seelze leben die Flüchtlinge Safet Osmanaj (von links), Ilir Shala und sein Sohn Benjamin, Mamiet Yaret und Zoran Pavlov in einer Gemeinschaftsunterkunft.

Flüchtlinge in der Region

Mehrfamilienhäuser statt Container

Region beschreitet neue Wege bei Unterkünften für Asylsuchende – Baubeginn ist für Herbst geplant.

Turnhallen und Container als Unterkunft – für viele Flüchtlinge in Deutschland Realität. Die Region Hannover hat den Weg frei gemacht, um solide Mehrfamilienhäuser zu schaffen, die zunächst als Unterkünfte für Asylsuchende genutzt und später in Sozialwohnungen umgewandelt werden. Partner sind Wohnbaugesellschaften wie die KSG Hannover.

Miete für Neubauten

"Die Region Hannover trägt ohnehin die Kosten für die Unterbringung von Asylbewerberinnen und -bewerbern und auch deren Lebenshaltungskosten in den 20 Umlandkommunen", sagt Sozialdezernent Erwin Jordan. "Wir haben ein Interesse daran, dass diese Menschen zu vernünftigen Bedingungen unterkommen." Das Angebot der Region: Sie zahlt zehn Jahre lang die Miete für die Neubauten. Im Gegenzug müssen die Kommunen eine Mindestbelegung zusichern. Nach Ablauf der zehn Jahre greift dann das Wohnraumförderprogramm, das die Region im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht hat: Wenn die Gebäude als sozialer Wohnraum mit Belegungsrechten fürdie jeweilige Kommune genutzt werden, trägt die Region bis zu 22 Prozent der Gesamtbaukosten beziehungsweise maximal 572 Euro pro Quadratmeter Wohnfäche. Für Hannover, wo die Region nicht Kostenträgerin für die Unterbringung von Asylsuchenden ist, gilt nur das Wohnraumförderprogramm, nicht aber die Erstattung der Mietkosten in den ersten zehn Jahren.

Nachhaltiges Konzept

"Unser Konzept ist bei vielen Kommunen auf offene Ohren gestoßen", sagt Jordan. "Das ist viel besser, als dauerhaft auf Provisorien zu setzen." Die KSG Hannover ist derzeit mit sieben Kommunen im Gespräch. In Ronnenberg, Uetze und Sehnde soll im Herbst Baubeginn sein. "Bis die Häuser bezugsfertig sind, brauchen wir circa acht Monate", sagt KSG-Geschäftsführer Karl-Heinz Range. Er legt Wert darauf, dass die Gebäude nicht auf der grünen Wiese oder am Rand der Autobahn, sondern in Stadtlage entstehen. Range ist überzeugt: "Das ist ein nachhaltiges Konzept. Wir werden auch in Zukunft kleinere und preiswerte Wohnungen brauchen, denn die Rentnerinnen und Rentner von morgen verfügen nicht über viel Geld."