Am Annateich

Neues Flüchtlings­wohnheim eröffnet

Eine neue Unterkunft für Flüchtlinge: In unmittelbarer Nähe zum Annateich in Kleefeld wurde am 14. April ein neu gebautes Wohnheim für bis zu 50 Flüchtlinge offiziell eingeweiht.

Außenaufnahme des neuen Flüchtlingswohneims Am Annateich © LHH

Das Gebäude bietet Platz für 50 Personen

Das von der Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover mbH (GBH) im Auftrag der Landeshauptstadt errichtete Gebäude ist das erste Wohnheim seit rund 20 Jahren, das neu für die Unterbringung von Aussiedlern und Flüchtlingen gebaut wurde. Das Erdgeschoss des Wohnheims ist barrierefrei zugänglich, zudem erfüllt der Bau die Vorgaben der Energieeinspar-Verordnung (EnEV) und des Energie-Einspargesetzes (EEG). Die Kosten des Neubaus, der von dem Unternehmen European Homecare betrieben wird, liegen bei ca. 2,2 Mio. Euro.

Elf Wohneinheiten

In dem Flüchtlingswohnheim, das auf der Grundlage eines zehnjährigen Mietvertrages in städtischer Trägerschaft weitergeführt wird, können bis zu 50 Personen in elf Wohneinheiten untergebracht werden. Zusätzlich stehen ein Gemeinschaftsraum, Personalräume für Hausmeister und Betreuungspersonal sowie ein Wäsche- und Waschmaschinenraum zur Verfügung. Nach Beendigung des Nutzungszeitraums geht das Objekt in das Eigentum der Stadt Hannover über. Im Wohnheim ist eine ganztägige Betreuung durch Sozialarbeiter gewährleistet.

Gründung eines Nachbarschaftskreises

Oberbürgermeister Stefan Schostok dankte in seiner Eröffnungsrede allen Beteiligten für ihre Unterstützung und ihren Einsatz. Er lobte dabei insbesondere die Willkommenskultur in Kleefeld: Anfang April dieses Jahres wurde ein Nachbarschaftskreis mit dem Ziel gegründet, die Bewohnerinnen und Bewohner des Heims in das Stadtteilleben zu integrieren.

Hintergrund

Das Land Niedersachsen ist nach dem Asylverfahrensgesetz und dem Aufenthaltsgesetz verpflichtet, anteilig die im Bundesgebiet um Asyl nachsuchenden oder unerlaubt eingereisten ausländischen Staatsangehörigen aufzunehmen. Mittels einer vom Land festgelegten Quote wird den niedersächsischen Kommunen jedes Jahr eine feste Zahl an aufzunehmenden Personen zugeteilt – für das Jahr 2013/2014 liegt diese Quote für Hannover bei 850. Die Stadt hat die Pflicht, alle zugewiesenen Flüchtlinge sofort aufzunehmen.

Mit der weltweiten Zunahme an Krisengebieten in den vergangenen Jahren, steigt auch die Zahl der unterzubringenden Flüchtlinge kontinuierlich an: Waren es Anfang 2010 noch 160 Personen, die im Gebiet der Landeshauptstadt Hannover untergebracht waren, sind es mittlerweile rund 1.200 Personen.