Ehem. Oststadtkrankenhaus

Unterbrin­gung von Flüchtlingen

Die Landeshauptstadt Hannover kann künftig das ehemalige Oststadtkrankenhaus für die Unterbringung von Flüchtlingen nutzen. Die Klinikum Region Hannover GmbH stellt das Gebäude zur Verfügung.

Blick auf den Eingangsbereich des ehemaligen Oststadtkrankenhauses © LHH (Bereich Geoinformation)

Das ehemalige Oststadtkrankenhaus steht seit Anfang September 2014 leer (die Aufnahme stammt aus dem Frühjahr 2013)

Im Gegenzug trägt die Landeshauptstadt die Betriebskosten – vereinbart wurde die Zahlung einer an Erfahrungswerten aus der Vergangenheit orientierten Pauschale in Höhe von 50.000 € pro Monat. Voraussetzung für diese Regelung ist die spätere Übernahme des gesamten Grundstücks durch die Landeshauptstadt, um die Fläche städtebaulich zu entwickeln. Falls die Landeshauptstadt sich für diese Option nicht bis zum 30.06.2015 verbindlich entscheidet, ist eine nachträgliche Mietzahlung für die Nutzung als Flüchtlingsunterkunft vereinbart worden.

Der Verwaltungsausschuss der Landeshauptstadt Hannover hat dieser Grundsatz-Vereinbarung heute (Donnerstag) zugestimmt. Die Landeshauptstadt hat mit sofortiger Wirkung Zugang zum Oststadtkrankenhaus, um das Gebäude für Flüchtlingsunterkünfte herzurichten. Mit dem Einzug der ersten Flüchtlinge wird im Dezember noch vor Weihnachten gerechnet. Die soziale Betreuung der Flüchtlinge übernimmt das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Zusätzlich wird aufgrund der Größe der Unterkunft städtisches Personal für die Integration der Flüchtlinge eingesetzt. Vorgesehen sind bis zu sieben Personen (je 50 Flüchtlinge eine Betreuungskraft plus Leitung).

"Wir freuen uns, dass es gelungen ist, eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung zu erarbeiten und wir die Landeshauptstadt auf diese Weise bei der Unterbringung der Flüchtlinge unterstützen können", sagt Regionspräsident Hauke Jagau, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums.

Auch Oberbürgermeister Stefan Schostok zeigt sich zufrieden: "Die Vereinbarung mit dem Klinikum schafft voraussichtlich Platz für rund 300 Flüchtlinge. Gleichzeitig bereiten wir auch an anderen Orten in der Stadt weitere Unterkünfte vor, unter anderem in Modulbauten. Wir sind sehr froh, dass viele Bürgerinnen und Bürger großes Verständnis für die Not der Flüchtlinge haben und in der Nachbarschaft der Unterkünfte sich um sie kümmern."

KRH-Geschäftsführerin Barbara Schulte begrüßt die gefundene Lösung ebenfalls: "Auch uns liegt das Schicksal der Flüchtlinge am Herzen. Deshalb sind wir gerne bereit gewesen, die LHH bei der Unterbringung zu unterstützen. Jetzt können die Gespräche über die Nachnutzung zügig weitergehen", so Schulte.

Vorübergehende Nutzung von zwei weiteren Turnhallen für Flüchtlinge

Wegen der weiter zunehmenden Zahl von Flüchtlingen, die die Landeshauptstadt unterzubringen hat, wird die Stadtverwaltung ab kommender Woche zwei der vier der Sporthallen der IGS Büssingweg als vorübergehend als Unterkünfte für Flüchtlinge nutzen. Die betroffenen Schulen und Sportvereine sind bereits am Mittwoch und Donnerstag darüber informiert.

Am Büssingweg gibt es insgesamt vier Sporthallen. Sie werden von der IGS sowie von den auslaufenden Schulen Karl-Jatho-Schule (Hauptschule) und Geschwister-Scholl-Schule (Realschule) genutzt. Die Schulen werden versuchen, den Sportunterricht in den zwei verbleibenden Hallen zu organisieren. Im Bedarfsfall wird die Schulverwaltung in Absprache nach weiteren Hallenkapazitäten suchen. Außerschulisch werden die Hallen bislang von neun Vereinen sowie zwei weiteren Gruppen genutzt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sporthallenverwaltung sind derzeit auf der Suche nach Ausweichmöglichkeiten.

Bislang musste die Stadt in zwei Sporthallen übergangsweise Unterkünfte für Flüchtlinge schaffen: am ehemaligen Schulzentrum Ahlem (bis zu 80 Personen in einer Dreifeldhalle) und in einer Halle der Feuerwehr in Stöcken (bis zu 40 Personen). In den beiden Turnhallen am Büssingweg können ebenfalls einige Dutzend Flüchtlinge untergebracht werden.

Innerhalb der vergangenen acht Tage sind der Landeshauptstadt 112 weitere Flüchtlinge zugewiesen worden, während in dieser Zeit 23 Plätze frei wurden.