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Flüchtlingsunterbringung

Verwaltungsausschuss beschließt neuen Standort

Der Verwaltungsausschuss der Landeshauptstadt Hannover (LHH) hat angesichts des großen Bedarfs an Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünften am 11. Februar beschlossen, dass im Stadtteil Mittelfeld ein Hotel angemietet und im Stadtteil Lahe eine neue Modulanlage gebaut werden soll.

Etagenbetten © LHH (Neue Medien)

Die Stadt geht davon aus, dass die Flüchtlingszahlen auch in 2016 weiter steigen werden

Überdies hat Oberbürgermeister Stefan Schostok die Fraktionsspitzen darüber informiert, dass der Bürokomplex im Stadtteil Bemerode nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung steht.

Hotelgebäude in Mittelfeld wird Flüchtlingsunterkunft

An der Straße Am Mittelfelde wird ein Hotel zur Unterbringung von rund 130 Flüchtlingen angemietet. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit von zehn Jahren, die im Rahmen einer Verlängerungsoption je nach Bedarf ausgeweitet werden kann. Das Gebäude hat eine Gesamtfläche von rund 3.100 Qudradtmetern. Alle Räume sind mit separaten Badezimmern ausgestattet. Zudem sind in dem dreigeschossigen Gebäude Sanitäranlagen vorhanden, die gemeinschaftlich genutzt werden können. Die Räumlichkeiten bieten die Möglichkeit, dass sowohl Einzelpersonen als auch Familien untergebracht werden können. Gemeinschafts- und Aufenthaltsräume für Flüchtlinge sowie Büroräume für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie das Sicherheitspersonal sind ebenfalls vorhanden. Auch gibt es zahlreiche Lagerflächen. Der Eigentümer wird im Vorfeld der Belegung noch Umbauarbeiten auf den drei Etagen ausführen und Küchennischen einbauen. Diese können ebenfalls gemeinschaftlich genutzt werden.

Die geplante Unterkunft ist sehr gut an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden und bietet die Möglichkeit der Nahversorgung. Ein Betreiber für den Betrieb dieser Unterkunft und die Betreuung der Flüchtlinge steht noch nicht fest. Dieser soll im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung benannt werden.

Modulanlage für Obdachlose in Lahe wird erneuert

Im Zuge der Anmietung des Hotels in Mittelfeld hat der Verwaltungsausschuss beschlossen, dass die bisherige Planung, am Seelhorster Friedhof eine Modulanlage für Flüchtlinge zu bauen, nicht weiter verfolgt werden soll. Vielmehr soll die bereits geplante und ausgeschriebene Anlage in Lahe aufgestellt und die bisherige Obdachlosenunterkunft an der Straße Alte Peiner Heerstraße ersetzt werden. Die Entscheidung liegt darin begründet, dass die alte Anlage marode ist. Darüber hinaus bietet diese Anlage lediglich 50 Menschen Platz. Mit dem Bau der neuen Anlage kann die Kapazität verdoppelt und somit dem großen Bedarf Rechnung getragen werden. Zukünftig können dort bis zu 100 Menschen leben. Zeitliche Verzögerungen werden durch die Wahl des Alternativstandortes nicht entstehen. Die Anlage wurde bereits geplant und ausgeschrieben. Zudem ist schon ein Hersteller mit dem Bau beauftragt worden, sodass nach Lieferung der Teilbauten zügig mit dem Aufbau begonnen werden kann.

Bürokomplex in Bemerode steht nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung

Oberbürgermeister Schostok teilte zugleich mit, dass die Stadt zwei ehemalige Bürogebäude an der Laatzener Straße im Stadtteil Bemerode bedauerlicherweise nicht wie geplant als Flüchtlingsunterkunft nutzen kann. Der Investor, mit dem die Stadt hierüber bisher verhandelte, habe mitgeteilt, dass der Eigentümer den Gebäudekomplex nicht mehr an ihn verkaufen, sondern nun selbst vermarkten wolle.

Der Verwaltungsausschuss hatte Anfang Januar beschlossen, den Gebäudekomplex für eine Dauer von sieben Jahren anzumieten und als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. Insgesamt hätten an diesem Standort nach und nach bis zu 900 Flüchtlinge untergebracht werden können. Das Bürogebäude stand zum Verkauf. Ein Investor hatte es der Stadt im Rahmen eines Mietverhältnisses zur vorübergehenden Nutzung als Flüchtlingsunterkunft angeboten. Zur Aufnahme der Verhandlungen war ein Beschluss des Verwaltungsausschusses notwendig. Ziel war es, bereits ab Frühjahr dieses Jahres in einem der beiden Gebäude Einzelpersonen und Familien unterzubringen. Das andere Gebäude sollte nach Beendigung des noch bestehenden Mietverhältnisses umgebaut und für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet werden.

Hintergrundinformationen

Derzeit leben rund 4.530 Flüchtlinge in den Unterkünften der Stadt. Davon wohnen rund 10 Prozent in Wohnungen, 4 Prozent in Wohnprojekten, 25 Prozent in Wohnheimen, 53 Prozent in Notunterkünften und 8 Prozent in einer Erstaufnahmeeinrichtung, die im Wege der Amtshilfe für das Land Niedersachsen betrieben wird.

Die Stadt geht davon aus, dass die Flüchtlingszahlen auch in 2016 weiter steigen werden. Daher werden bereits Verhandlungen über weitere Immobilien geführt. Auch werden weiterhin städtische Flächen für die Schaffung von Flüchtlingsunterkünften herangezogen und sorgsam geprüft.

Bereits in der 7. Kalenderwoche werden die Modulanlagen an der Steigertahlstraße und an der Lutherschule in Betrieb genommen. Dort finden rund 160 Menschen Platz. Zudem endet in derselben Woche der im Wege der Amtshilfe erfolgte Betrieb der Erstaufnahmeeinrichtung im Deutschen Pavillon. Dies hat zur Folge, dass der Stadt dann die Unterkunft mit einer Kapazität von rund 400 Plätzen für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung steht. Bis Ende Februar wird die Stadt voraussichtlich zwei weitere Unterkünfte in Betrieb nehmen können. Die beiden Modulbaustandorte in Alt-Vinnhorst und am Vahrenheider Markt werden rund 270 Flüchtlingen eine neue Heimat bieten.