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Gartenbereiche mit Pflanzen aus aller Welt

Gartenelemente

Ob Schauhäuser oder Freiland - der Berggarten bietet eine eindrucksvolle Pflanzenwelt.

Blick auf den Schmuckhof im Berggarten © Nik Barlo Jr.

Blick auf den Schmuckhof im Berggarten

Schmuckhof

Den Mittelpunkt bildet die von J.W. Rowley erschaffenen Sonnenuhr.
Dieser Hof mit seinen geometrisch angelegten, farbenfrohen Wechselflorbeeten verbindet das Bibliotheksgebäude (heutiger Sitz der Gartenverwaltung) mit den umliegenden Schauhäusern. Zweimal im Jahr werden die Beete neu bepflanzt.

Pflanzen aus aller Welt

Sorgfältig aufeinander abgestimmte Pflanzen zieren die Beete des Schmuckhofs im Berggarten. Angesichts der farbenprächtigen Vielfalt stellt sich die Frage, woher all diese Sommerblumen eigentlich stammen. Tatsächlich ist im Schmuckhof ein internationales Völkchen versammelt:

Antirrhinum (Löwenmaul) kommt aus dem Mittelmeerraum. Mangold, das bunte Gemüse, wurde ursprünglich im Nahen Osten angebaut.Gaura, die Prachtkerze, ist im südlichen Nordamerika zuhause. Dahlien kamen aus Mexiko nach Europa. Auch Zinnien stammen ursprünglich aus Mittelamerika. Begonien sind hauptsächlich in Südamerika beheimatet, ebenso Tagetes (Studentenblumen) und Petunien. Canna, das Indische Blumenrohr, kommt keineswegs aus Indien, sondern aus Südamerika, das einst von seinen Entdeckern für Westindien gehalten wurde. Nemesia (Elfenspiegel) und

Helichrysum petiolare (Lakritz-Strohblume) stammen aus Südafrika. Solenostemon (Buntnesseln) wachsen im tropischen Afrika und Asien. Phormium (Neuseelandflachs) trägt seine Herkunft im deutschen Namen…

Auch ohne sämtliche Pflanzen im Schmuckhof aufzuzählen, wird deutlich: Hier herrscht „Multi-Kulti“ im Beet.

Präriegarten

Hannover, die Stadt der Gärten, zeigte sich Mitte der 1990er Jahre als Vorreiter und realisierte mit Dr. Hans Simon, Staudenspezialist aus Marktheidenfeld, den ersten Präriegarten in Deutschland. Er sollte anstelle des ehemaligen Sortimentsbereichs im östlichen Berggarten Einzug halten, besonders pflegeleicht und gerade dann attraktiv sein, wenn andere Gartenbereiche weniger prächtig sind.

Vis a vis zum Schmuckstaudengarten zeigt er zahlreiche Blütenstauden aus Nordamerika. Wie in der Prärie ist die Fläche nahezu gehölzfrei. Im Vergleich zum Vorbild ist der Gräseranteil allerdings gering gehalten, denn die zahlreichen Stauden tragen enorm zum Schauwert des Präriegartens bei. Sie stehen vom Hochsommer bis Herbst in voller Blüte. Vorher mutet dieser Bereich wie eine Wiese an: Die dichte Vegetationsdecke weist vielfach gleiche Blattformen auf; Großzügigkeit spielt hier eine Rolle. So sind die Pflanzungen eher großflächig, wobei sich die unterschiedlichen Gattungen ineinander verweben.

Dominierten in den ersten Jahren noch viele kurzlebige Pflanzen das Bild des Präri

egartens, so sind es heute etablierte Gemeinschaften. Dennoch gibt es in der Prärie auch Pflanzen mit sehr starkem Ausbreitungsdrang. Es bedarf besonderen Geschicks, um diesen Gartenteil zu pflegen, und Weitsicht, um ihn weiter zu entwickeln. Ohne regelmäßige Eingriffe, wie ursprünglich angedacht, ist die Prärie nicht zu bändigen: Zahlreiche sehr konkurrenzstarke Pflanzen würden attraktive, weniger robuste Pflanzen schnell verdrängen.

Nach 15 Jahren Erfahrung kann man sagen, dass der Präriegarten keinesfalls so pflegearm ist, wie seine Planer sich das vorgestellt hatten. Er ist allerdings in seiner Vielfalt und in seiner natürlichen Anmutung etwas ganz Besonderes. Nicht alle Besucher lieben die wilde „Ordnung“ im Präriegarten, viele lassen sich jedoch von den ab Hochsommer explodierenden, warmen Gelb-, Orange-, Kupfer- und Brauntönen der Pflanzung verzaubern. Selbst im Winter, wenn Eis und Schnee die Fruchtstände und Gräser bedecken, zeigt der Präriegarten seine wunderschönen Seiten.

Auf 5.000 Quadratmetern werden zirka 900 Pflanzen der nordamerikanischen Prärie gezeigt.

Staudengrund

Dieser knapp 20.000 Quadratmeter große Gartenbereich vermittelt seinen Besuchern umfassende Einblicke in die Welt der Wildstauden. Viele alte Bäume, darunter die mit über 220 Jahren älteste Gurkenmagnolie Deutschlands und die mächtige Gespensterbuche (Süntelbuche), ein Bachlauf und mehrere Teiche schaffen hier unterschiedliche Lebensbereiche für Wildstauden. Der vor 70 Jahren begonnene Staudengrund ist einer der ältesten Anlagen Europas, in dem naturnahe Stauden gezeigt werden.

Themengärten - Von der Heide über den Wüstengarten ins Paradies

Irisgarten
In den Monaten April bis Juni blühen hier über 200 verschiedene Irisarten. Die Blütezeit der Zwerg-Iris beginnt im April, die der Mittelhohen- oder Klein-Iris im Mai und die der Hohen Bart-Iris ab Ende Mai. Auch nach der Irisblüte bleibt dieser Gartenteil wegen seiner zahlreichen graulaubigen Stauden und der unterschiedlichen Gräser für Besucher interessant.

Steingarten
Der Steingarten wurde 1961 in Anlehnung an eine Gebirgslandschaft angelegt und zeigt alpine Pflanzen aus aller Welt. Die Darstellung der Gebirgsflora fügt sich harmonisch in die Gesamtkonzeption des Gartens ein, wobei erhöhte Beete und breite Wege den Bergcharakter des Steingartens mit betonen.

Pergola-Garten
In der Mitte dieses kleinen Senkgartens befindet sich ein fünfeckiges Wasserbecken, in dem Wasserhyazinthen wachsen. An den Wänden der Pergola sind zahlreiche verschiedene Kletterpflanzen zu sehen.

Wüstengarten
Der kleine Wüstengarten beherbergt trockenheitsliebende Pflanzen aus unterschiedlichen Klimazonen und Kontinenten. Einige dieser Pflanzen, wie z.B. Feigenkakteen, Fettblattarten oder Palmlilien, stammen aus winterkalten Wüstengebieten und können den Winter im Freien verbringen; andere wie Elefantenfußbäume, große Agaven oder Zwergpalmen müssen in Gewächshäusern überwintern.

Felssteppengarten
Der Felssteppengarten ist von seinem Charakter her mit dem Wüstengarten verwandt und zeigt hauptsächlich Pflanzen aus Asien, Kleinasien und Europa, die sich beispielsweise durch ihre bizarre Form auszeichnen. Dazu gehören Blaurauten, Königskerzen, Nelken, Ochsenzungen, Steppenkerzen und Steinkraut.

Präriegarten
Der ursprünglich hier angelegte Sortimentsgarten mit seinem strengen Raster ist 1996 aufgelöst worden und hat einem neuen, großzügigen Staudengarten Platz gemacht. Hier werden nun vor allem Stauden und Gräser der nordamerikanischen Prärie, einem großen Steppengebiet, gezeigt.

Paradies
Die Mitte dieses 1834 angelegten Gartenteils bildet eine ovale Fläche mit mehreren tausend Schneeheidepflanzen, die im Winter und Frühjahr einen dichten roten Blütenteppich bilden. Darum gruppieren sich farbenprächtige, großblütige Gewächse wie Magnolien, Japanische Azaleen und Rhododendren. Eine über 150 Jahre alte Sumpfzypresse und ein noch älterer Ginkgo rahmen das Blütenmeer ein.

Moorweiher
Zwei Knüppeldämme führen über das stille Gewässer, so dass man trockenen Fußes das 1961 angelegte, sumpfige Gelände besichtigen kann.

Heide
In dieser der Lüneburger Heide gewidmeten Anlage findet man neben Besen- und Glockenheide auch besonders bizarr wachsende Formen des Heide-Wacholders, Gespenster-Wacholder genannt.

Mausoleum
In den Jahren 1842 bis 1847 wurde das Mausoleum nach Plänen des Hofbaumeisters Laves für Königin Friederike und König Ernst August errichtet. Das Gebäude, das sich im Besitz des Prinzen von Hannover befindet, ist aus Pietätsgründen für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Selten wird das Gebäude an einzelnen Tagen geöffnet und vorher entsprechend über die Presse kommuniziert.
Der Umbau des Leineschlosses 1957 machte es notwendig, acht weitere Fürstlichkeiten in das Mausoleum zu überführen, darunter die Kurfürstin Sophie und Georg I, König von England. Umrahmt wird das Gebäude von mächtigen, über 150 Jahre alten Stieleichen. 

Berggartenallee
Die vierreihige Lindenallee auf der Hauptachse zwischen Großem Garten, Schloss Herrenhausen und Mausoleum wurde 1727 angelegt, zunächst ohne baulichen Endpunkt im Berggarten. Nach dem Bau des Mausoleums galt es dann, die Sichtachse frei zu halten und die Linden regelmäßig zu kappen. Inzwischen sind die Tage der noch verbliebenen 168 (Stand: 08/2012) fast 300 Jahre alten Bäume gezählt, denn Pilze, Holzfäule und Konkurrenzdruck haben ihnen sehr zugesetzt. Eine Erneuerung der Allee ist also unvermeidlich.

In Zusammenarbeit mit Experten aus der Landschaftsarchitektur, der Gartendenkmalpflege und dem Baumschulwesen entstand 2012 eine innovative Strategie, die unterschiedliche Interessen berücksichtigt: Eine Gruppe von Linden, deren Lebenserwartung noch mindestens zehn Jahre beträgt, soll als Zeitzeuge so lange wie möglich erhalten bleiben. Zugleich lässt die Stadt Hannover die Herkunft und Geschichte der Bäume detailliert untersuchen und dokumentieren. Ein einzigartiges Forschungsprojekt der Leibniz Universität Hannover zielt darauf ab, identische Nachkommen der historischen Linden zu züchten. Wenn die Nachzucht gelingt, kann die erhaltene Lindengruppe vielleicht eines Tages durch eigene Nachkommen
ersetzt werden.