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Drei Frauen und zwei Männer stehen draußen auf einer Rasenfläche in einer Reihe. © Claus Kirsch

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Programm Gedenkstätte Ahlem

Beraubungsprozess in höchsten Radikalität

Raub und Restitution jüdischen Eigentums in der Region Hannover: Vortrag von Dr. Anton Weise am 26.3. in der Gedenkstätte Ahlem.

Der Raub jüdischen Eigentums durch das Deutsche Reich begann spätestens mit dem Steueranpassungsgesetz vom Oktober 1934. Er radikalisierte sich in den folgenden Jahren parallel zur Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung der deutschen und europäischen Juden. Während mit dem Steuer- und Devisenrecht und der Reichsfluchtsteuer noch ursprünglich rechtsstaatliche Mittel der Fiskalpolitik zu Beraubungsinstrumenten umgewandelt wurden und nicht ausschließlich Juden trafen, ging das NS-Regime mit der Enteignung der ins Ausland flüchtenden Juden und der Judenvermögensabgabe immer stärker zum offenen Raub jüdischen Eigentums über. In seiner höchsten Radikalität zeigt sich dieser Beraubungsprozess schließlich ab 1941 mit dem Raub der Vermögen der Juden, die in den Osten des NS-Machtbereiches deportiert wurden, und die dort der Tod erwartete.

Radikale Beraubung

Die Vermögen dieser NS-Opfer wurden von der Finanzverwaltung zu Gunsten des Reichshaushaltes verwertet und dienten so der Finanzierung des NS-Regimes. In Hannover waren dafür insbesondere der Oberfinanzpräsident und das Finanzamt Hannover-Waterlooplatz zuständig. Auch wenn es bis zum Ende des NS-Regimes keine vollständige, pauschale Enteignung aller deutschen Juden gab, war deren Beraubung doch umfassend und die Verwertung der Vermögen so radikal durchgeführt worden, dass sich die Restitution sehr schwierig gestaltete.

Dr. des. Anton Weise

ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover im Bereich der neueren und neuesten Regionalgeschichte. Im Jahr 2015 promovierte er mit seiner Dissertation Nach dem Raub. Die Vermögensverwertungsstelle beim OFP Hannover 1941-1950. Aktuell forscht er zur Geschichte jüdischer Unternehmerpersönlichkeiten in Hannover von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Weimarer Republik. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören neben der Geschichte des Nationalsozialismus in Hannover weiterhin die Sportgeschichte sowie die dis/ability history.

Weitere Veranstaltungen

Termin(e): 26.03.2017 ab 14:00 Uhr
Ort

Gedenkstätte Ahlem

  • Heisterbergallee 10
  • 30453 Hannover

Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem