Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Drei Frauen und zwei Männer stehen draußen auf einer Rasenfläche in einer Reihe. © Claus Kirsch

Von Schulgarten bis Mediathek: Das Gelände und die Räumlichkeiten im Überblick.

Mitschnitte, O-Töne, Informationsblätter, Schriftenreihe und mehr

März 2017
3.2017
M D M D F S S
27 28 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Zuletzt aktualisiert:

Es wird durchgehend ein biografisches Prinzip verfolgt - im Vordergrund stehen exemplarische Einzelgeschichten.

© C. Kirsch, Region Hannover

Programm Gedenkstätte Ahlem

Sonderausstellung "Deportationsort Ahlem"

Die "Judentransporte" ab Hannover 1941-1944: Eine Ausstellung, die noch bis zum 2.4. in der Gedenkstätte Ahlem zu sehen ist, beschäftigt sich mit diesen Transporten ebenso wie mit den Zielorten der Deportation.

Im September 1941 ordnete Hitler die Deportation der Jüdinnen und Juden aus dem Deutschen Reich und den annektierten Gebieten an. Das Gelände der israelitischen Gartenbauschule in Ahlem wurde zur zentralen Sammelstelle für die Verschleppung von 2.173 jüdischen Männern, Frauen und Kindern und damit zu einem Ort des Terrors und der Angst. In sieben Transporten kamen diese Menschen über Ahlem und den Bahnhof Fischerhof nach Riga, Warschau, Auschwitz und Theresienstadt. Nur 144 von ihnen erlebten die Befreiung. Eine Sonderausstellung, die vom 20. November 2016 bis zum 2. April 2017 in der Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, in 30453 Hannover zu sehen ist, beschäftigt sich mit diesen Transporten ebenso wie mit den Zielorten der Deportation.

Austellung, päd. Angebote, Vorträge und mehr

Anhand von Biografien werden die Schicksale der Opfer sichtbar, Zeitzeugen berichten in Interviews von den Deportationen. Begleitet wird die Ausstellung "Deportationsort Ahlem – Die ‚Judentransporte ab Hannover 1941- 1944" von einem umfangreichen pädagogischen Angebot sowie wissenschaftlichen Vorträgen und Zeitzeugengesprächen. Sie sind Teil eines gemeinsamen Veranstaltungsprogramms von Region und Landeshauptstadt Hannover. 

Gegen das Vergessen

"Unser Ziel muss es sein, sicherzustellen, dass die Menschen, die dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen sind, nicht in Vergessenheit geraten. Das sind wir ihnen und ihren Angehörigen schuldig", betont Regionspräsident Hauke Jagau. "Mit der Ausgrenzung von Minderheiten hat die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten ihren Anfang genommen. Wir müssen verhindern, dass sich solche Tendenzen erneut in der Gesellschaft breit machen."

Persönliche Geschichten stehen im Mittelpunkt

Die Sonderausstellung setzt wie auch das Begleitprogramm neben den historischen Fakten und aktuellen Forschungsergebnissen auf biografisches Material und persönliche Geschichten: Interessierte Schulklassen haben zum Beispiel die Möglichkeit, mit Nachfahren der Familie Rosenblatt oder mit der Zeitzeugin Henny Simon ins Gespräch zu kommen. Sie wurde zusammen mit ihrer Mutter im Dezember 1941 über Ahlem ins Ghetto Riga deportiert, wo ihre Mutter 1944 starb. Henny Simon überlebte und wanderte 1949 in die USA aus, wo sie noch heute lebt. Am Dienstag, 13. Dezember, 19 Uhr, ist sie im Haus der Region, Hildesheimer Straße 18, in 30163 Hannover zu Gast. Durch das Zeitzeugengespräch mit Henny Simon führt die Historikerin Dr. Anke Sawahn.

Programm zur Sonderausstellung "Deportationsort Ahlem"

Lesung und Fortbildung

Außerdem im Programm zur Sonderausstellung: eine Lesung mit Oskar Ansull über "Die Bücher der Felice Schragenheim" am Sonntag, 27. November, 15 Uhr, in der Gedenkstätte Ahlem, sowie eine Fortbildung zum "Deportationsort Ahlem" am Mittwoch, 30. November, von 9 bis 15 Uhr, die auf die Ausstellung und die dazu entwickelten pädagogischen Angebote eingeht.

Mit Prof. Dr. Peter Longerich

konnte die Gedenkstätte Ahlem einen der international renommiertesten Spezialisten für die Geschichte des nationalsozialistischen Deutschland gewinnen. Im Rahmen einer Fortbildung am Mittwoch, 15. Februar, 9 bis 15 Uhr, mit dem Titel "Von der Verfolgung zum Massenmord" erläutert Longerich die Entwicklung, Darstellung und Erklärung der Judenverfolgung in der NS-Politik (Veranstaltungsort: Gedenkstätte Ahlem). Außerdem stellt er am Donnerstag, 16. Februar, 19 Uhr, im Haus der Region, sein neues Buch zur Wannseekonferenz vor.

Vortrag von Dr. Anton Weise

Am Sonntag, 26. März, wird der hannoversche Historiker Dr. Anton Weise über "Raub und Restitution jüdischen Eigentums in der Region Hannover" sprechen. Sein Vortrag in der Gedenkstätte Ahlem beginnt um 14 Uhr.

Finissage 

Die Sonderausstellung "Deportationsort Ahlem" endet am Sonntag, 2. April, um 15 Uhr mit einer Finissage in der Gedenkstätte Ahlem. Dort spricht Michael Brown über seine Lebenserinnerungen, die in der Schriftenreihe der Gedenkstätte Ahlem erschienen sind. Seine Eltern gehörten zu den 1.001 Personen, die am 15. Dezember 1941 von Ahlem nach Riga deportiert wurden. Im Anschluss soll die Ausstellung auf Tour gehen und als Wanderausstellung an anderen Orten in der Region, zum Beispiel auch in Schulen zu sehen sein.

Öffentliche Führungen

durch die Gedenkstätte Ahlem finden wie gewohnt an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat statt. Zudem können Besucherinnen und Besucher sich an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat um 13 Uhr einer Führung durch die Sonderausstellung anschließen.

Veranstalter

Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem

Termin(e): 21.11.2016 bis 02.04.2017
dienstags  mittwochs  donnerstags 
von 10:00 bis 17:00 Uhr
21.11.2016 bis 02.04.2017
von 10:00 bis 14:00 Uhr
21.11.2016 bis 02.04.2017
von 11:00 bis 17:00 Uhr
Ort

Gedenkstätte Ahlem

  • Heisterbergallee 10
  • 30453 Hannover

Die Sonderausstellung "Deportationsort Ahlem" ist noch bis zum 2. April in der Gedenkstätte Ahlem zu sehen. Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 17 Uhr, Freitag von 10 bis 14 Uhr, sowie am Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Montag, Samstag und an Feiertagen ist die Gedenkstätte geschlossen.

Finissage der Sonderausstellung „Deportationsort Ahlem“ mit Buchpräsentation: Sonntag, 2. April 2017, 15 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Drei Frauen und zwei Männer stehen draußen auf einer Rasenfläche in einer Reihe. © Claus Kirsch

Mehr zum Thema