Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

Dezember 2016
12.2016
M D M D F S S
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Top-Services

Ratgeber

Station 14 - Ahlemer Turm: Früher Tanzsaal, heute Meditation

Hier wurde getanzt, gelacht und Kaffee getrunken. Der Ahlemer Turm - 1897 erbaut - war ein bekanntes und beliebtes Ausflugslokal mit großem Tanzsaal unter einer Holzbalkendecke. Sonntags flanierten hier die Paare; im Kaffeegarten nahmen die Gäste Platz. Viele kamen auch aus Hannover und Linden herbei. Ganz in der Nähe, auf dem Mönckeberg, ließen sich Ahlemer in den 20er und 30er Jahren Bürgerhäuser bauen, von denen einige noch erhalten sind.

Die Bauweise des Ahlemer Turmes aber ist einmalig: Unten roter Backstein, dann Fachwerk mit hellgelbem Putz, verwinkelte Dächer, gekrönt von einem Türmchen. Im Zeitalter der Industrialisierung war so ein Haus ein Zentrum des sozialen Lebens. Die Struktur sowohl Ahlems als auch Limmers wandelte sich kräftig vom Bauerndorf zum Wohnort von Arbeitern. 1895 lebten in Ahlem 448 Menschen. Im benachbarten Limmer war die Zahl von 400 (1825) durch die Gummi-Werke schon auf 2300 (1885) gestiegen. Etwas nördlich des Ahlemer Turmes hatte schon 1850 der Mergelabbau begonnen. Die erste Kalkbrennerei nahm den Betrieb auf. In der Leineaue legte man Asphaltgruben an, denn schon um 1730 war zwischen Ahlem und Velber asphalthaltiges Gestein gefunden worden. Bei der großen Nachfrage nach Straßen und Wohnraum war das Material genauso gefragt wie Ziegel aus den Ziegeleien, die jetzt entstanden. Bei so vielen Arbeitern gab es großen Bedarf an einem Tanztempel. Er bestand viele Jahre.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen Hilfsorganisationen und Behörden ein. Am längsten war die Autobahnpolizei darin untergebracht (1963 bis 1988). Dann stand das Haus einige Jahre leer und musste restauriert werden. Seit 1985 steht es unter Denkmalschutz. Im Juni 2007 zogen buddhistische Mönche aus Thailand ein. Wat Dhammavihara Hannover, schon 2003 in Misburg gegründet, nennt sich der kulturelle Ort. Das erste deutsch-thailändische Gemeindezentrum Hannovers fühlt sich in dem alten Ausflugslokal offenbar wohl. Yoga, Tanz und Thai lässt sich in Kursen lernen.

Am Ahlemer Turm 3, Buslinien 700 und 581 bis Willy-Spahn-Park.