Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

Dezember 2016
12.2016
M D M D F S S
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Top-Services

Multimedia-Portal

Das Portal wissen.hannover.de richtet sich an alle, die sich für Themen aus der Wissenschaft interessieren.

Ratgeber

Erdgas ist die Grundlage

Station 3 - Die drei warmen Brüder: Heizkraftwerk Linden

Drei Schornsteine sind das Symbol des Wärmekraftwerks in Linden

Zwei Schornsteine, im Hintergrund blauer Himmel © Region Hannover, C. Stahl

Heizkraftwerk Linden

Wegen der drei Blöcke mit den drei Schornsteinen heißt das 1962 in Betrieb genommene Heizkraftwerk Linden „die drei warmen Brüder“. Bis 1990 wurde meist deutsche Steinkohle verfeuert. Sie kam per Schiff zum Lindener Hafen, von dort auf Waggons zum Verladeort Fössestraße. Über ein unterirdisches Förderband rollte die Kohle zum Kraftwerk. Als 1971 das Ihme-Zentrum gebaut wurde, mussten die Schornsteine von 65 auf 125 Meter erhöht werden. Sonst hätten die Bewohner der oberen Etagen nur einen weiten Blick gehabt, aber nicht durchatmen können. Ab 1990 wurde das Kraftwerk auf Gas umgestellt. Bevor aber 1998 die energiesparende Gas- und Dampfturbinenanlage in Betrieb ging, fiel der erste Schornstein. Er war zu dünn. Es war der von Block drei (am weitesten vom Ihme-Zentrum entfernt). Für ihn kam bald ein kräftiges, neues Rohr. Strom für mehr als 200.000 Haushalte liefert seitdem das Heizkraftwerk Linden. Dazu Fernwärme über ein 280 Kilometer langes Netz für 35.000 Kunden. Wohnhäuser und Läden in der Innenstadt sowie Krankenhäuser gehören zu den Abnehmern.

Wer sich bei einer Führung im Innern der drei Blöcke umsieht, sieht nicht nur viele, dicke Rohre. Er hört, dass sich der 3000 Tonnen schwere Kessel bei Hitze um 30 Zentimeter dehnt. Er erfährt auch, was im Sommer mit der Abwärme geschieht, die  niemand als Fernwärme zum Heizen abnimmt: Mit ihrer Energie wird wie bei einem Campingkühlschrank Kälte erzeugt. Die kühlt hier die Ansaugluft für die Gasturbine. Dadurch verbessert sich die Verbrennung. Die Leistung des 150 Megawatt-Kraftwerkes steigert sich um 4,5 Megawatt. Das Wasser für den inneren Kreislauf der Anlage – rund 60.000 Kubikmeter im Jahr – kommt vom Fuhrberger Feld. Das Gas strömt aus den Kavernen von Empelde herbei, wohin es ursprünglich meist aus Norwegen kommt.

Dann bekommt der Besucher das Herzstück der Anlage präsentiert, das „oval office“. In der ellipsenförmigen Leitwarte ist das Geschehen im Innern des kilometerlangen Röhrengeflechts auf Flachbildschirmen sowie an einer großen Bildschirmwand symbolisch zu verfolgen. Mal blinkt es hier, dann leuchtet es dort rot und piept. Alarm oder nur eine Vorwarnung? Der Mann an der Computermaus weiß, wo er klicken muss, damit alles läuft.

Jetzt braucht er ein paar Bildschirme mehr: Eine neue Gasturbine ging im Herbst 2011 in Betrieb. Deshalb musste im September 2009 der „erste warme Bruder“ dran glauben. Der Schornstein auf Block eins (am dichtesten am Ihme-Zentrum) war zu dünn. Ein Jahr später stand ein dickerer an der Stelle. Nun liefert Linden 230 Megawatt und spart wegen des hohen Wirkungsgrades mehr als 200 000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr ein. Die „drei warmen Brüder“ sind wieder komplett – im Inneren des Kraftwerks laufen normalerweise lediglich zwei Gasturbinen. Im mittleren Kraftwerksturm ist ein Spitzenlastheizkessel, der nur wenige Wochen im Jahr, nämlich wenn es ganz kalt ist und viel Fernwärme gebraucht wird, läuft. Eine Dampffahne am mittleren Kamin könnte in einer Kälteperiode dann wieder zu sehen sein.

Stadtbahnlinie 10, Haltestelle Küchengarten

Adresse

  • Spinnereistraße 9
  • 30451 Hannover