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Im Gedenken

Station 8 - Gedenktafel für das KZ-Außenlager für Frauen, KZ Limmer

1000 Frauen fertigten Gasschutzmasken

Sie ist unscheinbar, 60 mal 80 Zentimeter groß und voller Buchstauben: Die Gedenktafel an der Ecke Sackmannstr./Stockhardtweg erinnert an das Konzentrationsaußenlager Limmer. Baracken für rund 1000 Frauen, die von Mitte 1944 an Gasschutzmasken produzierten, standen hier. Es wurde mit Giftgasangriffen der Alliierten gerechnet. Deshalb musste die Produktion gesteigert werden. Die hierher transportierten Häftlinge des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück, vom KZ-Außenlager Salzgitter-Watenstedt und 1945 vom zerbombten KZ Langenhagen mussten in zwölfstündigen Schichten im Akkord am Fließband Gasschutzmasken herstellen - und schweigen. SS-Frauen beaufsichtigten die Arbeit. Es waren hauptsächlich Französinnen aus der Résistance (dem Widerstand gegen die Nazi-Herrschaft in Frankreich), aber auch Frauen aus Belgien, Italien, Luxemburg, Spanien, Lettland und Russland, die hier waren. In der Gummifabrik in Limmer wurden auch Mäntel für Piloten hergestellt. Das war meist die Aufgabe deutscher Schneiderinnen, die aus Gummi- und Stoffresten die Mäntel zusammennähten. Die ausländischen Frauen wohnten in großen Baracken und hatten wenig zu essen. Es gab nur ein paar Gramm pro Tag. Überlebende Arbeiterinnen berichten in dem Buch von Janet Anschütz und Irmtraut Heike „Man hörte auf, ein Mensch zu sein“: „Sie bastelten eine Waage aus einem Stock und einem Faden aus dem Streifenanzug. Unten befestigten sie ein Stück Papier. Damit wurde das Brot gewogen.“

Abends wurden die Unterkünfte von außen verriegelt. Das Gelände war mit einem elektrisch geladenen Stacheldraht gesichert. Kurz vor der Befreiung des Lagers am 10. April 1945 mussten die Frauen drei Tage lang Richtung Bergen-Belsen marschieren. Wer bewusstlos wurde, hinfiel und liegenblieb, wurde erschossen. Im Lager selbst blieben nur wenige Kranke, die nicht mehr gehen konnten.

Insgesamt befanden sich im März 1945 in sieben Konzentrationslagern in Hannover rund 4780 Männer und Frauen als Häftlinge im Arbeitseinsatz.

Stadtbahnlinie 10, Haltestelle Brunnenstraße, ab dort ca. 600 Meter zu Fuß bis zum Stockhardtweg

Adresse

  • Stockhardtweg 1A
  • 30453 Hannover