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Station 13 - Wehmingen: Bergwerk Hohenfels

1890 war das Salzfeld in ein paar hundert Metern Tiefe unter dem Roten Berg bei Wehmingen entdeckt worden. Der 105 Meter hohe Rücken besteht aus rötlichem Buntsandstein. Zwei Jahre später sicherte sich ein Berliner Konsortium die Bohrrechte und traf in 600 Metern Tiefe auf das begehrte Steinsalz. 1902 ging das Kalibergwerk als „Gewerkschaft Hohenfels“ in Betrieb. Stammsitz war im Westerwald. „Gewerkschaft“ ist dabei eine alte Unternehmensform aus dem Bergrecht. Sie gehört zu gewissen Anteilen („Kuxen“) den Eignern. Sie wurden auch Gewerken genannt und erhielten den Gewinn oder mussten „Zubußen“ zahlen. Reste der Anlage sind heute auf dem Gelände des Straßenbahnmuseums zu sehen. Eine Werkbahn sicherte den Abtransport der Kalisalze zum Bahnhof Algermissen an der Strecke Lehrte-Hildesheim. Die Werkbahn wurde 1926 stillgelegt, als die Produktion bis 1937 ruhte. Der Förderturm konnte nicht restauriert werden und wurde 1984 abgerissen. Ein Jahr später flutete man die Anlagen unter Tage. Dort hatte sich seit 1937 ein Munitionslager der Wehrmacht befunden. Kalisalz war wieder interessant – als Grundstoff für die Munition in Granaten, die hier befüllt wurden. In einem Arbeitslager für die „Munitionsanstalt Sehnde“ lebten zeitweilig 500 Zwangsarbeiter. Bis 1966 nutzte die britische Armee das Werksgelände, bis 1973 die Bundeswehr. Dann bezog das „Hannoversche Straßenbahnmuseum“ die Flächen und Gebäude.

Von der Pferdebahn des 19. Jahrhunderts über „Reutlinger Triebwagen 21 und 26“ und Oberleitungsbusse bis zu hannoverschen Straßenbahnen sind rund 100 Fahrzeuge auf dem Gelände und in alten Hallen des früheren Kalibergwerks zu sehen. Aus einer Sammlung von alten Verkehrsmitteln entstand das Museum 1987. Es setzt sich für den Erhalt und die Präsentation der einst wichtigsten städtischen Verkehrsmittel ein. Das Museum hat überregionale Bedeutung. In mehreren Ausstellungshallen und auf dem Freigelände werden ausgewählte Fahrzeuge aus der Straßenbahngeschichte präsentiert. Im Hauptgebäude sind Ausstellungen zum technischen und geschichtlichen Umfeld der 'Tram' im Aufbau. Eine Fahrt mit einem Oldtimer gehört mit zu den eindruckvollsten Erlebnissen eines Besuches. Die gesamte Anlage steht als Zeugnis der Industriegeschichte unter Denkmalschutz .Bei einem Besuch erfährt man viel über Geschichte und technische Entwicklungen. Für einen Besuch sollte man genug Zeit einplanen

Hohenfelser Str. 16, 31319 Sehnde, Tel. (0511) 646-3312, April - Oktober, So u. Feiertage 11-17 Uhr, Erw. 6 Euro, Kinder 2,50 Euro.

Noch zu sehen sind westlich des Werkes an der Doktor-Sauer-Straße die 1897 errichtete Direktorenvilla „Friederike“ sowie die umliegenden Häuser. Sie entstanden um 1910 für das leitende Personal des Kaliwerkes.

Auch der noch erhaltene Wasserturm am Südwestrand der Siedlung gehört zum damaligen Ensemble des Werkes. Er war auf dem höchsten Geländepunkt errichtet worden, um maximalen Wasserdruck für die Versorgung der Siedlung und der Anlagen aufzubauen. Heute steht er unter Denkmalschutz und wird privat genutzt. Von hier aus hat der Besucher auch vom Weg aus besten Fernblick auf Hannover und den Deister. Er sieht beim Blick nach Westen links Laatzen, dann rechts weiter das Expo- und Messegelände mit seinen auffälligen Bauten, die Stadtsilhouette Hannovers, den Telemax und das Zementwerk Höver. Im Vordergrund sind der Ort Wirringen und fünf Windräder zu sehen, wobei eines davon mit bunten „Smarties“ verziert ist – ein Kunstprojekt zur Weltausstellung Expo 2000. Je nach Windstärke leuchten nachts die bunten Punkte unterschiedlich intensiv.