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Station 3 - Lehrte: Schienen brachten den Wohlstand

Die „dampfenden Feuerbüchsen“ wollte im frühen 19. Jahrhundert in Hannover niemand haben. Deshalb wurde Lehrte zunächst Endhaltepunkt der Strecke von Berlin in Richtung Hannover. Das Pendant in Berlin trug entsprechend den Namen „Lehrter Bahnhof“ (heute: Berlin Hauptbahnhof). Schon bald, am 22. Oktober 1843, konnte auch die Strecke Lehrte-Hannover eröffnet werden. Das 1844 entstandene Lehrter Bahnhofsgebäude steht heute unter Denkmalschutz. Die Bauleitung hatte  der später berühmt gewordene hannoversche Architekt Conrad Wilhelm Hase. 1845 kamen die Strecken nach Celle und 1846 nach Hildesheim hinzu. 1847 fuhren Züge auch bis Harburg, Minden und von Wunstorf bis Bremen. Lehrte hatte damals etwa 750 Einwohner. 1900 waren es schon rund 6550 Bewohner, heute sind es etwa 23.000, zusammen mit den dazugehörigen Dörfern knapp 44.000.
Seit jener Zeit entwickelte sich Lehrte zum Eisenbahnknotenpunkt. Es siedelten sich Industrien an wie Tonwaren-, Mineraldünger-, Zement- und Zuckerfabrik. Lehrte wurde auch Viehumschlagsplatz. In der  Blütezeit hatte die Stadt zehn Bahnübergänge, was später jedoch den zunehmenden Autoverkehr bremste, bis 1990 eine östliche Umgehung für die Bahn gelegt wurde. Neben Geräuschen von Stahlrädern auf Gleisen war es der süßliche Zuckergeruch im Herbst, der für die Stadt typisch war. Die Zuckerfabrik schloss jedoch 1998.

Der Bau des von Ferdinand Schwarz entworfenen Bahnhofsgebäudes von 1844 wurde von Conrad Wilhelm Hase (1818-1902) überwacht. Der junge Architekt hatte nach seinem Studium in München als Maurer an Georg Ludwig Friedrich Laves neugotischem Mausoleum für Carl von Alten gearbeitet. Als 25-Jähriger erhielt er Aufträge der Eisenbahn zur Baubetreuung der Bahnhöfe in Lehrte, Celle, Wunstorf, Sarstedt, Nordstemmen, Elze und Alfeld. Das Lehrter Bahnhofsgebäude erinnert an den Einfluss von Laves’ Rundbögen und steht unter Denkmalschutz. Hase ist auch bekannt durch den Bau des Künstlerhauses (1852), der Apotheke am Klagesmarkt (1861) und der Fassade des Alten Rathauses (1890) in Hannover sowie der Kirche in Langenhagen (1869) und der Post in Hildesheim (1880).

In der Bahnhofstraße westlich der Gleise (durch den Fußgängertunnel gehen) erinnert eine alte, schwarze Dampflok an die Vergangenheit. Das 78 Tonnen schwere Gefährt wurde 1942 gebaut, ist fast 23 Meter lang und konnte bis zu 80 km/h schnell werden. Über eine Treppe lässt sich in den Lokführerstand blicken.

Adresse

  • Poststraße 10
  • 31275 Lehrte