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Station 12 Martinskirche - Wo Egestorff ruht

Alter Turm, neues Schiff – so präsentiert sich die älteste Kirche Lindens, die Martinskirche. Aus dem 13. Jahrhundert stammt der erste Bau. Damals formte sich die erste Kirchengemeinde dieser Gegend, die Pattensen und damit dem Bistum Minden zugeordnet war. Dann kam sie zum Kloster Marienwerder, bis 1538 die Reformation einsetzte.

Wer sich heute dort umsieht, erkennt den barocken Kirchturm von 1728. C. W. Hase baute 1854 die neugotischer Spitze, die noch in alter Form oben herausragt. Bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg wurde das Kirchenschiff zerstört. Der Architekt Dieter Oesterlen (1911-1994) entwarf es 1957 neu – es steht getrennt vom Turm.  Von Oesterlen stammen auch der Umbau des Leineschlosses zum Landtag, das Tropenhaus im Zoo und das Historische Museum.

Auf der Rasenfläche des ehemaligen Friedhofs an der Kirche erinnern  zwei höchst unterschiedliche Grabsteine an die beiden Industriellen Johann Egestorff (1772-1834) – auch Kalkjohann genannt - und seinen Sohn Georg (1802-1868) sowie seine Familie und Nachfahren. Das ganze gehört heute zum Von-Alten-Garten. Die Gartenanlage entwickelte sich aus dem Gut Linden der Familie von Alten und war damals 56 Hektar groß. 1688 verpachtete die Familie das Gut an Franz-Ernst von Platen. Er war Hofmarschall bei Herzog Ernst August und brauchte ein Rittergut, um einen Sitz im Landtag zu bekommen. Von Platen ließ ein barockes Lustschloss errichten und 1692 einen Barockgarten anlegen. Später verfiel das alles. 1800 entstand ein englischer Landschaftsgarten. Als ab 1830 in Linden Industriebetriebe aus dem Boden schossen, schrumpfte die Grünanlage immer mehr. Erst 1927 wurden Schloss und Garten unter Schutz gestellt, so dass wenigstens kein Bauland daraus werden konnte. 1945 zerstörte eine Brandbombe das hölzerne Schloss. Zu sehen sind noch eine Terrassenanlage, das Torhaus von 1911 und eine Grotte mit wieder aufgebauten Skulpturen – idyllisch.