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Station 15 Glocksee - Gas für Hannover

Die bunt besprühten Häuser bieten Jugendlichen Raum, sich zu verwirklichen. Seit 1972 nutzt der Verein Unabhängiges Jugendzentrum das ehemalige Fuhramt. In Szenekneipen spielt Musik. Das Theater an der Glocksee zieht das Publikum an. An die einsetzende Industrialisierung erinnert der Gasbehälter von 1859 in der Glockseestraße, der 1979 restauriert wurde und heute von den Stadtwerken als Kantine genutzt wird. Er gehörte zum Gaswerk, das von der Imperial-Continental-Gas-Association aus London seit 1825 betrieben wurde. Damals wurden die mit Talg betriebenen Straßenlampen durch Gaslaternen ersetzt. Das Gaswerk Glocksee lieferte das Gas dazu.  Es wurde aus Kohle gewonnen, Über unterirdische Rohre gelangte es zu den Verbrauchern in der Innenstadt – dazu gehörten auch die städtischen Laternen. Sonst diente es hauptsächlich zum Heizen oder Kochen. Von 1930 an kam das Gas dann über eine Fernleitung aus dem Ruhrgebiet.

Das zwischen Ihme und Leine liegende Areal wurde 1829 von Linden abgetrennt. Bis es 1869 zu Hannover kam, war es die eigene Vorstadt Ohe-Glocksee.

Die Energieversorgung spielt an dieser Stelle bis heute eine Rolle: Die Stadtwerke enercity haben gegenüber im Ihme-Zentrum ihre Verwaltung, und das Kraftwerk Linden mit den drei Schornsteinen (siehe Tour „Leine, Leibniz, Limmer“) liegt in Sichtweite an der Ihme. Enercity beliefert heute in Hannover und in der Region etwa eine halbe Million Menschen mit Strom, Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser. Allein die Gasleitungen sind fast 2000 Kilometer lang, bei Fernwärme sind es immerhin rund 300 Kilometer.

Der Betriebshof Glocksee ist nicht nur der älteste, noch bestehende der üstra, dort wurde auch in einem Kraftwerk Strom für die seit 1893 fahrenden Straßenbahnen produziert. Die Verkehrsbetriebe sind 1892 als Straßenbahn Hannover AG gegründet worden und nennen sich seit 1921 Überlandwerke und Straßenbahnen Hannover AG – Üstra. Heute: „üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG“. Ab 1914 befand sich am Rande der Calenberger Neustadt, in der Braunstraße, der städtische Güterbahnhof. Bis 10 Uhr durften Waggons der Straßenbahn mit allen möglichen Waren durch die Innenstadt fahren.

Sehenswert: In der Glockseestraße 1 befindet sich die Villa Rosa, die um 1830 nach Plänen von Baumeister Laves gebaut wurde. Von 1836 wohnte dort der Leiter der General-Steuerkasse. Als in der Vorstadt Glocksee dann der Stadtgraben zugeschüttet wurde und ab 1870 das Humboldtstraßen-Viertel entstand, blieb diese Villa stehen. 1990 erhielt sie eine überarbeitete Fassade.