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Station 20 Werderstraße - Die Gummi-Zentrale

Das Verwaltungsgebäude der 1871 gegründeten Continental-Caoutchouc & Gutta-Percha-Compagnie entstand hier von 1912 bis 1914. Stützen und Balken an der Werksteinfassade sollten nach den Plänen des Architekten Peter Behrens den weltweiten Erfolg des Unternehmens symbolisieren. Der Kranzsims oben betonte das noch. Die große Sachlichkeit war damals auch innen zu sehen: Rohrpostanlage, Paternoster und moderne Telefone in den Büros. Danach kamen die sechsgeschossigen Produktionshallen in der Philipsbornstraße hinzu, die heute noch in Betrieb sind. Zur Blütezeit in den 20er Jahren war die Hallenfront an der Bahnlinie 600 Meter lang.

Schon 1864 war hier an der Kreuzung von Vahrenwalder Straße und der 1847 eröffneten Bahnlinie nach Bremen die „Neue Hann. Gummi-Waarenfabrik“ entstanden. In jener Zeit kam das Rohgummi meist aus Südamerika. In Brasilien starben bis 1914 etwa 500.000 Sammler in den Kautschukwäldern. Sie fielen Seuchen und Sumpffieber zum Opfer. Weil mit der neuen Gummimilch aus dem Baum viel zu verdienen war, begaben sich Tausende von Arbeitskräften auf tagelange Bootsreisen. Ihre Sammelgefäße und Messer erhielten sie gegen hohe Schuldverschreibungen. Weitere Folge des Gummi-Rausches war ein Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft. In weiten Teilen Brasiliens litten die Menschen plötzlich Hunger.

Neben der Conti gab es in Hannover bis in die 20er Jahre viele kleinere Firmen, die sich der Gummiproduktion widmeten. Deshalb war Hannover die „Stadt des Gummis“. Heute wird in dem einstigen Verwaltungsgebäude der Wirtschaft auf die Beine geholfen. Das TCH – Technologie-Centrum Hannover – zusammen mit dem Existenzgründerzentrum und hannoverimpuls fassen die Wirtschaftsförderung und –entwicklung in der Region Hannover gemeinsam an.

Mit der U-Bahn geht es von der Werderstraße weiter zum Hauptbahnhof.