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Station 23 Pelikanstraße - Schreib mal wieder!

Bis vor einigen Jahren tummelte sich in einem flachen Becken vor den Gebäuden des Pelikan-Viertels ein weißer, stolzer Pelikan. Dieser Vogel ist das Markenzeichen der Firma, die einst der Chemiker Karl Hornemann 1838 in einem Bauernhaus in Groß Munzel gründete (heute gehört es zu Barsinghausen). Günther Wagner (1842-1930) kaufte 1871 die Firma und nahm sein Familienwappen als Erkennungszeichen – den Pelikan. Die Bildmarke war eines der ersten deutschen Warenzeichen. 1906 siedelte die Firma in Neubauten an der Podbielskistraße. 13.000 Quadratmeter für Büros und Produktion stehen bereit. Zwei Millionen Goldmark Umsatz wurden zu jener Zeit erwirtschaftet – mit Aquarellfarben und Füllhaltern. Um die begehrten Produkte auch im Ausland zu verkaufen, war schon 1881 Fritz Beindorff eingestellt worden. Der Repräsentant reiste durch Österreich, Russland, Italien und den Orient und verkaufte erfolgreich, wenn er seinen Koffer voller Füllhalter und Farben bei seinen Geschäftspartnern aufgeklappt hatte. Beindorff heiratete 1888 Elisabeth, die älteste Tochter Günther Wagners, und übernahm die Firma. 1913 feierte das Unternehmen schon sein 75. Jubiläum, die Fabrikfläche an der Podbielskistraße wurde verdoppelt, 1057 Arbeiterinnen und Arbeiter waren im Einsatz. Schließlich erblickte 1929 der Kolbenfüller mit der grün marmorierten Binde die Schreibwelt – bis heute ein Markenzeichen.

An der Straße ist heute noch das frühere Wohnhaus für leitende Angestellte zu sehen, in dem sich jetzt Ärzte und Steuerberater befinden. Die Grünanlagen plante damals Julius Trip, der städtische Gartendirektor. Die Gebäude selbst, geplant von Otto Taaks und Paul Johann, ähneln eher einem Gut. Kopfbauten mit Kreuzdach, glockenförmige Dachreiter und ein altes Signet mit dem Pelikan, der kleinere Pelikane füttert, prägen das Bild in rotem Backstein. 4,80 Meter hohe Arbeitsräume mit riesigen Fenstern brachten viel Tageslicht für die Arbeit. Schon Hermann Löns, der die Festschrift zur Eröffnung der Gebäude 1906 schrieb, stellte fest: „Durch die hübsche Ausstattung aller Arbeitsräume, die sich in der Kaufmännischen Abteilung bis zur behaglichen Wohnlichkeit steigert, gewinnt das ganze Arbeitsgetriebe einen hohen Grad von Einheitlichkeit und harmonischer Geschlossenheit.“

Neben einem Restaurant, einer Bar, einem Hotel sowie Büros befindet sich oben und auf dem Dach ein Fitnessclub.

Tipp: Mit den Stadtbahnlinien 3, 7 und 9 zurück zum Hauptbahnhof und von dort mit den Stadtbahnlinen 1, 2 oder 8 Richtung Süden – zur Gilde Brauerei und der Döhrener Wolle.