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Station 7 Bahnhof Linden/Fischerhof - Von Fischen und Kohlen

Wo heute der Bahnhof steht, gab es ab 1717 ein Gehöft mit Fischteichen. Es war mit dem Lindener Rittergut der Familie von Alten verbunden. Berühmtester Spross war Carl August Graf von Alten (1764-1840), der als Kommandeur großen Anteil am Sieg der Alliierten gegen Napoleon 1815 bei Waterloo hatte. Auch ein Gästehaus Fischerhof gehörte zu dem Gehöft.

Der Bahnhof entstand um 1872. Damals gelangte Kohle, die in Barsinghausen abgebaut wurde, über die Deisterbahn zum Bahnhof Fischerhof und von dort auf die Zweigstrecke zum Lindener Güterbahnhof am Küchengarten.

Die aufblühende Industrie mit ihrer Lokomotivproduktion in der nahegelegenen Hanomag brauchte dringend diesen Rohstoff. Auch zum Heizen der vielen neuen Wohnungen war Kohle unentbehrlich. Das Verkehrsaufkommen wuchs derart, dass von 1904 an eine Güterumgehungsbahn gebaut wurde. Sie führt von Seelze in einer südlichen Schleife über Linden, den Bahnhof Fischerhof weiter nach Waldhausen. Im Osten bei Misburg trifft sie auf die Trasse Hannover-Lehrte. 1909 war die Strecke fertig und entlastete den hannoverschen Hauptbahnhof von Güterzügen.

Für Fahrgäste stand der Bahnhof Fischerhof aber auch bereit: Von 1877 an verkehrte die Pferdebahn zum Königsworther Platz. 1892 kam der Anschluss an die Strecke zum Deisterplatz dazu. Später stiegen hier viele Mitarbeiter der Hanomag AG (der „Hannoversche Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft“) aus und ein, die täglich aus dem Deister und der südlichen Region um Hannover ankamen, um in dem Lindener Betrieb zu arbeiten.

Zwischen 1941 und 1945 fuhren von diesem Bahnhof aber auch acht Sammeltransporte zu Konzentrationslagern ab.  Darunter waren viele Sinti und Roma. Auf dem Bahnsteig der Stadtbahn erinnert eine Gedenktafel an die Verfolgten des Nationalsozialismus.

2006 wurde der Bahnhof verlegt und modernisiert.

Tipp:
Wer zu Fuß vom Schnellen Graben kommt, steigt hier wieder in die Linie 100 ein. Wer im Bus sitzt, kann hier aussteigen, die Straßenseite wechseln und den nächsten Bus der Linie 100 in nördliche Richtung nehmen. Sonst geht das auch an der Endhaltestelle August-Holweg-Platz. Es ist keine Ringlinie – hier muss man umsteigen.