Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

Dezember 2016
12.2016
M D M D F S S
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Top-Services

Multimedia-Portal

Das Portal wissen.hannover.de richtet sich an alle, die sich für Themen aus der Wissenschaft interessieren.

Ratgeber

Hölty-Preis für Lyrik

2008: Thomas Rosenlöcher

Thomas Rosenlöcher wurde 1947 in Dresden geboren, studierte von 1976 bis 1979 am Literaturinstitut in Leipzig und lebt mittlerweile als freier Schriftsteller in der Nähe von Dresden. Er ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und der Akademie der Künste in Berlin.

Begründung der Jury

"Am Prozess der Formzertrümmerung in der literarischen Moderne nimmt der sächsische Elbtalromantiker Thomas Rosenlöcher nicht teil. Von seinem ersten Gedichtband 'Ich lag im Garten bei Kleinzschachwitz' (1983) an bis zum meisterlichen Buch 'Das Flockenkarussell' (2007) bewahrt er die Tradition und transformiert sie in ein eigenes poetisches Idiom, das aus den Quellen der historischen Romantik die entscheidenden Impulse bezieht.

1947 in Dresden geboren, versuchte sich Rosenlöcher nach dem Abitur und dem Studium der Betriebswirtschaft als Arbeitsökonom im Holzhandel, bevor er die Literatur für sich entdeckte und ein Studium am Literaturinstitut in Leipzig aufnahm. Nach seiner Zeit als Assistent beim Kindertheater in Dresden veröffentlichte er 1983 sein poetisches Debüt 'Ich lag im Garten bei Kleinzschachwitz'. In der DDR wurde dieses Debüt wohlwollend aufgenommen – obwohl es bereits in diesem Buch von Fluchtphantasien wimmelte und der Dichter in subtiler Antizipation eine Weltenwende voraussah.

Die Sehnsucht nach einer unversehrten, erhabenen Natur wird in Rosenlöchers Elegien und Idyllen emphatisch aufgerufen wie auch ironisch konterkariert. Die alten Versmaße, die Distichen, Alexandriner oder Blankverse beherrscht Rosenlöcher virtuos; er überführt sie in eine lyrische Kunst lässiger Unvollkommenheit. In burlesker Manier, in schelmischen, gelegentlich auch kalauernden Tonarten besingt er augenzwinkernd kleine und kleinste Dinge. Dabei begibt er sich sehr oft in den Schutzbereich unterschiedlichster Engel. Diese lyrische Engels-Kunde neigt wie die Naturidyllik des Dichters zur schlitzohrigen Subversion der alten Welt- und Himmels-Ordnungen."

Der Jury gehörten an: Cornelia Jentzsch, Kathrin Dittmer, Michael Braun, Dr. Michael Krüger, Prof. Dr. Martin Rector.