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Tanzkongress 2016: Arbeitstreffen und Forum © Silke Gravert

Tanzkongress 2016: Arbeitstreffen und Forum

Fachtreffen

Tanzkongress 2016: Eröffnung & Tanzprogramm stehen fest

Seit dem 14. März läuft der Kartenvorverkauf für das Tanzprogramm des Tanzkongresses 2016 – das vollständige Programm wird im April veröffentlicht.

Der Tanzkongress, seit 2010 ein kultureller Leuchtturm der Kulturstiftung des Bundes, findet in seiner mittlerweile vierten Ausgabe vom 16. bis 19. Juni 2016 in Hannover statt. Er hat sich als eines der wichtigsten internationalen Foren für die Diskussion und Präsentation von Tanz, Choreografie und Bewegung etabliert. Im Mittelpunkt dieses Kongresses steht die Beschäftigung mit dem Phänomen der "Zeitgenossenschaft".

Dreiteiliges Programm

Der Tanzkongress 2016 eröffnet mit einem speziell für Hannover entwickelten, dreiteiligen Programm, in dem sich Kongressteilnehmende, Zuschauerinnen und Zuschauer sowie Künstlerinnen und Künstler außerhalb konventioneller Bühnensituationen begegnen können. Dabei verbindet der renommierte französische Choreograf und Leiter des Musée de la danse, Boris Charmatz, das Kongressthema der Zeitgenossenschaft auf bewegte und spielerische Weise mit zeitlosen und tanzhistorischen Aspekten.

Zum Auftakt laden Charmatz und seine Tänzerinnen und Tänzer zum öffentlichen Warm-up auf den Opernplatz. In "20 Dancers for the XX Century" verwandeln 20 Tänzerinnen und Tänzer Hannovers Staatsoper in ein weitläufiges Tanzmuseum, in dem prägende Tanzstile der Pionierinnen und Pioniere der Moderne und Postmoderne, des zeitgenössischen Tanzes und Balletts bis hin zu urban dance gezeigt werden.

In "manger (dipersed)" widmet sich Charmatz' 13-köpfiges Ensemble dem alltäglichen und körperlichen Vorgang des Essens, wobei auch hier die Trennung von Bühne und Zuschauerraum aufgehoben wird.

Fragen des Zeitgenössischen werden auch in dem internationalen Tanzprogramm verhandelt, das zusammen mit dem Niedersächsischen Staatstheater und der Landeshauptstadt Hannover, Gastgeber des Tanzkongress 2016, und weiteren PartnernInnen vor Ort entwickelt wurde.

Im Schauspiel Hannover untersucht der französische Choreograf Rachid Ouramdane in "Tenir le temps" die Fähigkeit des Menschen, sich an unkontrollierbare Dynamiken anzupassen und aus der eigenen Machtlosigkeit individuelle und kollektive Kräfte zu entwickeln. Ursache und Wirkung sind in dieser großen, komplexen Gruppenchoreografie nicht mehr zu unterscheiden.

Guilherme Botelho, Direktor der bekanntesten Schweizer Tanzcompagnie Alias, kreiert mit "Antes" in der Orangerie Herrenhausen einen tänzerischen Science Fiction über den Beginn der Menschwerdung. Die zwölf Tänzerinnen und Tänzer erscheinen wie pures organisches Leben: vorzivilisatorisch, sinnlich, isoliert voneinander und in ihrem wilden Wachstum doch einander ähnlich.

Maura Morales' "Stadt der Blinden" im Theater in der Eisfabrik basiert auf dem gleichnamigen Roman von José Saramago. Die Entmenschlichung der Erblindeten und ihre apokalyptischen Lebensumstände überführt die kubanische Choreografin in eine eindrückliche Studie über Auflösung und Zerfall von Bewegung.

"Update" in der Staatsoper Hannover präsentiert Ausschnitte aus aktuellen Produktionen von Tanzensembles aus der ganzen Republik: ein Programm, exklusiv für den Tanzkongress 2016 zusammengestellt.

Kunst aus der Region

Der Tanzkongress 2016 in Hannover legt – wie schon bei seinen anderen Stationen zuvor – großen Wert darauf, auch mit künstlerischen Akteurinnen und Akteuren aus der jeweiligen Region in Dialog zu treten.

Das Ballett der Staatsoper tanzt einen Klassiker der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur: Für "Der Besuch" ließ sich Ballettdirektor Jörg Mannes von Friedrich Dürrenmatts berühmter Tragikomödie "Der Besuch der alten Dame" inspirieren.

Der Choreograf Felix Landerer lässt in "Revolte!" seine sieben Tänzerinnen und Tänzer ein brisantes und höchst aktuelles Thema ausloten: Ist Revolution heute noch möglich? Landerer schickt sein Ensemble auf eine Erkundungstour durch äußere und innere Widerstände und eröffnet dabei verblüffende Auswege.

Im KinderTheaterHaus erarbeiten der Choreograf Martin Nachbar und die Dramaturgin Gabi dan Droste ein Tanzstück für Kinder zum Thema "Geschwister". Dabei untersuchen sie, wie sich im Wechselspiel von geschwisterlicher Nähe und Konkurrenz, Schutz und Distanz, Kooperation undKampf eigene Identitäten bilden, und kreieren eine eigene künstlerische Handschrift für Kinder.

Mit "Körper und Bühnen" richtet der Kunstverein Hannover einen assoziativen Blick auf die Schnittstelle von Performance, Tanz und Bildender Kunst. Die internationale Ausstellung erforscht – mit einem Performanceprogramm während des Kongresses – die unterschiedlichen Arten, wie sich Menschen ihrem Gegenüber präsentieren und hinterfragt die Posen des Alltäglichen und der
künstlerischen (Selbst-)Inszenierung. Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Allgemeine Projektförderung der Kulturstiftung des Bundes.

Vorverkauf & Programm

Der Vorverkauf für die Veranstaltungen des Tanzprogramms in Hannover hat am 14. März 2016 begonnen. Der Verkauf läuft über die Staatsoper Hannover – entweder telefonisch (+49 (0)511 9999 1111) oder im Internet (www.staatstheater-hannover.de).

Das komplette Programm des Tanzkongresses geht am 12. April 2016 online. 

Der Tanzkongress 2016 ist eine Veranstaltung der Kulturstiftung des Bundes in Kooperation mit dem Niedersächsischen Staatstheater Hannover und der Landeshauptstadt Hannover.