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Preview: Amerika

Das Schauspielhaus Hannover zeigt am 17. Januar noch vor der Premiere eine Preview zu Franz Kafkas Werk "Amerika". Das Stück schildert die Erlebnisse des 16-jährigen Karl Roßmann aus Prag, der von seinen Eltern nach Amerika geschickt wird.

Der sechzehnjährige Karl Roßmann schwängert das Dienstmädchen seiner Eltern. Vielleicht wird er von ihr verführt, wahrscheinlich eher genötigt oder vergewaltigt. Ungerechterweise wird Karl dafür von seinen Eltern bestraft. Sie schicken ihn fort. Nach Amerika...

Handlung

"Als der sechzehnjährige Karl Roßmann […] in dem schon langsam gewordenen Schiff in den Hafen von New York einfuhr, erblickte er die schon längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin wie in einem plötzlich stärker gewordenen Sonnenlicht. Ihr Arm mit dem Schwert ragte wie neuerdings empor, und um ihre Gestalt wehten die freien Lüfte…"

Diese ersten Sätze des Romanfragments Amerika klingen trotz der schwierigen Ausgangslage des Protagonisten noch nach Aufbruch, nach Freiheit und "pursuit of happiness", dem uramerikanischen Streben nach Glück. Doch der mit einem starken jugendlichen Gerechtigkeitssinn ausgestattete Karl Roßmann stolpert im Folgenden durch ein chaplineskes Stationendrama, das noch nicht einmal im Ansatz den Aufsteigermythos "vom Tellerwäscher zum Millionär" bedient. Im Gegenteil: In diesem literarischen Roadmovie wird Karl vom Neffen eines reichen Onkels zum Liftboy, dann zum Privatsklaven einer abgehalfterten Opernsängerin und lässt sich am Ende von einem Theater, dem ominösen "Naturtheater von Oklahoma", als Techniker anstellen.

Über den Autor

Franz Kafka (1883–1924) wurde in Prag als Sohn einer deutschsprachigen jüdischen Kaufmannsfamilie geboren. Auf Wunsch des herrischen Vaters absolvierte er ein Jurastudium und arbeitete danach bei der Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt. 1917 wurde bei ihm eine unheilbare Lungentuberkulose diagnostiziert. Er starb 1924. Die meisten seiner Werke wurden von seinem Freund Max Brod posthum veröffentlicht – gegen Kafkas Willen, der verfügt hatte, den Großteil seiner Handschriften zu vernichten.

Das Bemerkenswerte an Kafkas Werk "Amerika" ist eine für Kafka ungewöhnliche erzählerische Geradlinigkeit und seine relative Heiterkeit. "Kafkaesk" beschreibt hier als Adjektiv nicht nur eine düstere Zwangslage, in der undefinierte Umstände und Mächte auf den Einzelnen wirken, sondern vor allem auch eine absurde Situationskomik.

Termin(e): 17.01.2017 
von 19:30 bis 21:00 Uhr
Ort

Schauspielhaus

  • Prinzenstraße 9
  • 30159 Hannover
Preise:
15 €
Vorverkauf:
Ein Theater von außen. © Schauspiel Hannover (Quelle)

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