Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

Dezember 2016
12.2016
M D M D F S S
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Top-Services

Multimedia-Portal

Das Portal wissen.hannover.de richtet sich an alle, die sich für Themen aus der Wissenschaft interessieren.

Ratgeber

Schützenfest

Fakten rund ums Schützenfest

Was ist ein Bruchmeister, woher kommt die Lüttje Lage und wann ist auf dem größten Schützenfest der Welt eigentlich am meisten los? Hier finden Sie Hintergrundwissen, mit dem Sie an jedem Tresen mitreden können. 

Zwei Menschen im Kostüm © Rainer Keil

Ballerkalle beim Schützenausmarsch.

Ballerkalle

Seit den Siebzigerjahren ist der "Ballerkalle" das Maskottchen des weltgrößten Schützenfestes. Im Jahre 1975 machte man sich Gedanken über eine Art Maskottchen für das Fest. Zahlreiche Vorschläge von Künstlern und Grafikern wurden eingereicht. Die Wahl fiel auf die kleine Zielscheibe mit Beinen und Schützenhut des Grafikers Klaus Kutzner. Für den Namen "Ballerkalle" entschieden sich die Hannoveraner in einer Leserumfrage.

Bruchmeister

Bereits seit dem Jahre 1303 sind die „Magistris discipline“ (Ordnungsherren) in den Schriften der Stadt Hannover zu finden. Als städtische Beamte waren sie seit jeher für die Aufrechterhaltung der Ordnung bei Festlichkeiten verantwortlich. Seit dem 14. Jahrhundert ist genau festgeschrieben, welche Eigenschaften ein Hannoveraner erfüllen muss, um Bruchmeister zu werden: "Ledig, unbescholten, von gutem Leumund und Charakter" muss er sein und außerdem einem der hannoverschen Schützenvereine angehören. Keiner der Bruchmeister darf über 35 Jahre alt sein. Mit dem Ehrenamt des Bruchmeisters sind heute zahlreiche repräsentative Aufgaben verbunden. Mehr Infos zu den Bruchmeistern.

Das erste Schützenfest Hannover

Die erste Ausgabe des größten Schützenfestes der Welt wurde 1529 von Herzog Erich I. ins Leben gerufen.

Fassanstich

Das Schützenfest wird alljährlich durch den Fassanstich des Oberbürgermeisters eröffnet. Dieser offizielle Akt findet in der Festhalle Marris, der Hochburg des Festes, statt – 2017 am 30. Juni um 20:30 Uhr.

Festessen

Für die meisten Schützen bildet der fünfte Tag das Highlight des gesamten Festes – beim Festessen im Hauptfestzelt werden die Stadtkönige geehrt, im Anschluss gibt die Schützenstiftung ihre Ehrenzeichen aus. Der festliche Akt findet am Dienstag, den 4. Juli um 16:30 Uhr ebenfalls in der Festhalle Marris statt.

Gaypeople-Zelt

Als einziges Volksfest in ganz Deutschland besitzt das Schützenfest ein eigenes Gaypeople-Zelt, das von hetero- und homosexuellen Gästen gleichermaßen stark frequentiert wird. Hier geht's ins Zelt.

Handwerker

Man liest es, man hört es und fragt sich am Ende dennoch: Was ist das denn für ein Handwerkerabend? Die Lösung ist simpel: Handwerk hat auf dem Schützenfest und in der hannoverschen Stadtentwicklung generell seit jeher Tradition. Ohne Brauer, Tischler, Zimmermänner und all die anderen Handwerke würde es gar nichts geben. Am allerwenigsten das Bier, das bei allen Volksfesten dazugehört. Die Kreishandwerkerschaft Hannover erinnert daran und lädt jährlich alle Handwerker zur Feierstunde in die Festhalle Marris. Und weil Handwerker gesellige und überall gern gesehene Menschen sind, kommen mit ihnen zahlreiche Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Verwaltung und Wirtschaft, um gemeinsam auf das Handwerk anzustoßen. 2017 versammelt sich das hannoversche Handwerk am 6. Juli zum 39. Mal.

Holzpapagei

2013 präsentierte das Team des Hannoverschen Schützenfestes einen neuen Holzvogel für das Papagoyenschießen. Damit wird an eine alte Tradition (siehe "Ursprung") angeknüpft, die ins 14. Jahrhundert zurückreicht. 2017 wird das Schießen am 5. Juli ausgerichtet. 

Kleiderordnung

Während die Schützen viele Jahre in ziviler Kleidung antraten, entstand im Jahr 1837 eine neue Schützenordnung, die es ihnen gestattete, auch in gleichmäßig gekleideten Gruppen aufzutreten. Deshalb gilt dieses Jahr zeitgleich als Geburtsstunde der Schützenvereine, weil sich so verschiedene Vereinigungen von Schützen aus gleichen Stadtteilen bildeten.

Lüttje Lage

Kein Schützenfest ohne Lüttje Lage. Das Kultgetränk besteht aus Bier und Korn, die in separaten Gläsern gereicht werden. Die Kunst ist es, den Korn aus dem pyramidenförmigen Glas beim Trinken in das darunter liegende Glas mit Bier fließen zu lassen, während man dieses trinkt. Da dieser "Akt" bei Ungeübten häufig daneben geht, liegen an einigen Ständen kleine Schürzen oder Lätzchen bereit. Der Ursprung der Lüttje Lage geht ins 16. Jahrhundert zurück. Damals braute der Stöckener Cord Broyhan erstmals das obergärige Broyhan-Bier, das bald darauf mit Branntwein getrunken wurde. Heute ebenfalls gängig: Fanta oder sogar Energy Lage.

Schützenausmarsch

Traditionell am ersten Sonntag des Festes ziehen die Schützen auf einer rund 3,5 Kilometer langen Strecke durch die Innenstadt zum Festplatz. Der Festzug hat eine Länge von stolzen zehn Kilometern. Mehr als 12.000 Teilnehmer sind dabei, rund 5.000 Schützinnen und Schützen sowie Musiktreibende nehmen teil. Über 50 Festwagen und rund 100 Kapellen und Spielmannszüge aus ganz Deutschland (und teils aus dem Ausland) vervollständigen das beeindruckende Bild. 2015 kamen rund 120.000 Zuschauer. Der NDR überträgt das Spektakel jedes Jahr live im Fernsehen.

Schützensenator

Über 70 Jahre lang gab es auf dem hannoverschen Schützenfest keinen Schützensenator mehr – 2016 wurde dieses ehrwürdige Amt jedoch wieder besetzt. Der Niedersächsische Ministerpräsident und Schützenfest-Freund Stephan Weil wurde am 1. Juli zum Schützensenator ernannt und steht in dieser Funktion ein Jahr lang repräsentativ für das Fest. Dass das Amt durch einen Politiker bekleidet wird, ist übrigens überaus passend. Schon im 15. Jahrhundert wurde die Bezeichnung "Senator" im hannoverschen Raum für städtische Politiker verwendet. Hunderte Jahre später fiel die Rolle des Schützensenators stets Politikern zu, die sich als solches auch für die Belange der Schützinnen und Schützen eingesetzt haben. Als erster Schützensenator des 21. Jahrhunderts erhielt Stephan Weil eine eigens angefertigte Kette, die er ein Jahr lang trägt und bei der Eröffnung des nächsten Schützenfestes, nach einer angemessenen Laudatio, an seinen Nachfolger überreicht.

Sperrstunde

Im Gegensatz zum Münchner Oktoberfest gibt es auf dem Schützenfest Hannover keine Sperrstunde. Der Betrieb auf dem Festplatz startet täglich um 14 Uhr, an Sonntagen auch eher, und endet irgendwann in den Morgenstunden. Davon ausgenommen sind lediglich die Fahrgeschäfte, die (je nach Besucheraufkommen) gegen Mitternacht schließen. Der letzte Tag beginnt um 11 Uhr und endet um 24 Uhr.

Standarte

Der Brauch mit den Standarten stammt aus dem Mittelalter. Damals war Hannover in vier Stadtbezirke unterteilt, die durch vier große Straßen "repräsentiert" wurden: Köbelingerstraße, Leinstraße, Marktstraße und Osterstraße. Jeder dieser Straßen war ein Bruchmeister zugeordnet, die zur besseren Unterscheidung mit einer Fahne ausgestattet wurden. Ihr Ziel war es, die Bürger bei Bränden oder Unruhen wegzuführen. Die Fahne half bei der Orientierung. Die Originale wurden während des Zweites Weltkriegs zerstört. Heute gibt es die Farben Weiß, Rot, Gelb und Grün.

Ursprung

Die erste urkundliche Erwähnung des hannoverschen Schützenwesens geht zurück ins Jahr 1468. Damals hatte sich Herzog Wilhelm der Ältere, in einem Brief an den Rat über die wehrsportlichen Übungen der Hannoveraner beschwert. Ihm war zu Ohren gekommen, dass die Hannoveraner nach einem auf einer Stange befestigten bunten Holzpapageien schossen, wenn sie mit ihrem Landesherren in Fehde lagen. Das geschah damals noch mit Armbrüsten. Als rund 60 Jahre später die Erlaubnis zu einem jährlichen Fest der Schützen erteilt wurde, hatten auch die Hannoveraner bereits auf Feuerwaffen umgerüstet. Aus den sportlichen Wettkämpfen in Friedenszeiten ergab es sich sehr bald, dass die besten Schützen mit Preisen und Auszeichnungen geehrt wurden.

Weltgrößtes Schützenfest

Das Schützenfest Hannover ist das größte Schützenfest der Welt. Bisher konnte kein anderes Schützenfest die Zahl der Großfahrgeschäfte, Festzelte und Eventbereiche oder die Veranstaltungsfläche an sich überbieten.

Zapfenstreich

Nach zehn Tagen endet das Schützenfest mit dem Zapfenstreich, der an der Marktkirche stattfindet. 2014 wurde der Zapfenstreich einmalig an die HDI-Arena verlegt.