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Der Comic-Strip

"Ach, was muß man oft von bösen Kindern hören oder lesen! Wie zum Beispiel hier von diesen, welche Max und Moritz hießen;" – mit diesem mittlerweile weltbekannten Vers beginnt die bitterböse Bubengeschichte, mit der Wilhelm Busch (1832-1908) vor 150 Jahren in sieben Streichen den ersten deutschen Comic mit Bleistift und Wasserfarben zeichnete und unvergessliche Reime dazu dichtete.

"Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich"

Wilhelm Buschs boshafte Bildergeschichte über die beiden Spitzbuben Max und Moritz wurde erstmalig 1865 veröffentlicht, zählt heute zu den bekanntesten deutschen Kinderbüchern und ist ein internationaler Klassiker der Bildliteratur. Bereits zu Lebzeiten von Wilhelm Busch erreichte der Vorläufer des modernen Comics (per Definition eine Geschichte aus einer Reihe gezeichneter Bilder mit kurzen Texten, die zu Wilhelm Buschs Zeiten noch in Verszeilen zum Bild dargestellt und später zu Sprechblasen im Bild wurden) beachtliche 56 Auflagen und wurde in zehn Sprachen übersetzt, 1997 wurden bereits mindestens 281 Übersetzungen gezählt – davon allein über 60 in deutschsprachige Dialekte.

Wilhelm Busch wurde am 15. April 1832 in Wiedensahl bei Hannover geboren und verstarb am 9. Januar 1908 in Mechtshausen im Harz. Anlässlich seines 100. Todestages präsentierte das "Wilhelm Busch - Deutsches Museum für Karikatur & Zeichenkunst" in Hannover vom 16. Februar bis 4. Mai 2014 die Ausstellung "Streich auf Streich – 150 Jahre Max und Moritz. Deutschsprachige Comics von Wilhelm Busch“, die die Bubengeschichte von Max und Moritz in der Urfassung zeigte (für die ab Ende 1865 in Buchform gedruckte Bildgeschichte musste Wilhelm Busch seine Bleistiftzeichnungen noch mühselig seitenverkehrt in Holzdruckstöcke ritzen). Darüber hinaus illustrierte sie anschaulich, wie der Geniestreich von Wilhelm Busch nicht nur deutsche Comics prägte, sondern auch amerikanische Zeitungszeichner beeinflusste.

"Something like Max and Moritz"

Wie sehr, das beschreibt Bernd Berke sehr gut in seinem Beitrag für das nordrhein-westfälische Online-Portal "Revierpassagen" zur Eröffnung der hannoverschen "Streich auf Streich"-Ausstellung in Oberhausen im September 2014: "Mittelbar hat das Werk von Wilhelm Busch auch den Anstoß für zahlreiche Kreationen in der Frühzeit der US-amerikanischen Comics gegeben. Im Auflagenkampf der Zeitungsmogule (Hearst vs. Pulitzer) waren die gezeichneten Geschichten ein unverzichtbares Mittel, um Tagesblätter populär zu machen. Von deutschstämmigen Zeichnern verlangte der Verleger Hearst ausdrücklich Strips im Gefolge des Wilhelm Busch, wortwörtlich: 'something like Max and Moritz'. Und so geschah es. Rudolph Dirks, aus Heide (Schleswig-Holstein) in die Staaten ausgewandert, schuf mit 'The Katzenjammers Kids' (ab 1897) eine Inkunabel des Comics, die pfeilgerade bei Wilhelm Busch ansetzte."

Quelle: http://www.revierpassagen.de/26792/was-seit-wilhelm-busch-geschah-150-jahre-deutsche-comics-in-oberhausen/20140912_2057