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Asphalt-Magazin

Das soziale Straßenmagazin wird seit 1994 vom Diakonischen Werk in Hannover herausgegeben und erscheint monatlich sowohl in Hannover als auch in weiteren 14 Städten in Niedersachsen. Das "Asphalt-Magazin" ist nicht im Zeitschriftenhandel erhältlich und wird ausschließlich direkt auf der Straße von meist wohnungslosen Menschen verkauft, die dafür die Hälfte des Heftpreises behalten dürfen. Die Namensgebung der Straßenzeitschrift nimmt Bezug auf den Straßenbelag, der oft das "Zuhause" vieler Obdachloser ist. Das Boulevard-Magazin thematisiert gesellschaftliche Brennpunkte und kommentiert die aktuelle Stadt- und Landespolitik, berichtet über die lokale Obdachlosen-Szene und bietet neben unterhaltsamen Reportagen und Porträts auch Service-Themen und Kulturtipps.

Mann hält Zeitung in der Hand © Hochschule Hannover (Quelle)

Asphalt wird auf der Straße verkauft.

"Asphalt" ist Hilfe zur Selbsthilfe

Das "Asphalt-Magazin" wurde vom ehemaligen Diakoniepastor Walter Lampe initiiert und erschien erstmalig im September 1994 im Handverkauf auf den Straßen in Hannover als Nachfolgetitel der "HIOB's-Botschaften", die bis dahin von der Hannoverschen Initiative obdachloser Bürger e.V. (H.I.o.B.) herausgegebenen wurde. Die "Asphalt gemeinnützige Verlags- und Vertriebsgesellschaft mbH" in der Hallerstraße im hannoverschen Stadtteil Oststadt wird von den beiden Gesellschaftern "Diakonisches Werk Hannover" und "Hannoversche Initiative obdachloser Bürger" getragen und finanziert sich seit ihrem Bestehen vollständig selbst durch Spenden sowie über Einnahmen aus den Straßenverkäufen und Werbeanzeigen. Die derzeitigen Herausgeber sind der Theologe, Diakoniepastor und Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Stadtverband Hannover Rainer Müller-Brandes, die Fernsehjournalistin und Schauspielerin Hanna Legatis und der hannoversche Politikwissenschaftler, Macht- und Armutsforscher Heiko Geiling.

Hinter dem sozialen "Asphalt"-Projekt steht das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe für Menschen, die wohnungslos oder von Armut betroffen sind. "Der Verkauf des Magazins gibt ihnen die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt durch ein Taschengeld aufzubessern, ohne betteln zu müssen", schreibt die "Asphalt"-Redaktion auf ihrer Internetseite (www.asphalt-magazin.de), und erklärt weiterhin: "Sie erfahren, etwas wert zu sein, gebraucht zu werden und eine sinnvolle Arbeit zu tun. Für viele Langzeitarbeitslose ist der Verkauf der Straßenzeitung die letzte Chance, durch eigene Arbeit Geld zu verdienen." Darüber hinaus werde durch den ausschließlichen Verkauf auf der Straße auch eine lebendige Kommunikationsebene zwischen völlig unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen geschaffen: "Durch das direkte Gespräch können Vorurteile abgebaut und das zwischenmenschliche Klima wärmer gestaltet werden."

Mit dem Handverkauf auf der Straße sind jedoch einige Regeln verbunden: Das "Asphalt-Magazin" darf nur an fest zugeteilten Plätzen verkauft werden, vor und während des Verkaufens ist der Konsum von Alkohol oder Drogen tabu, auch Pöbeln und Schnorren sind untersagt, Höflichkeit ist Pflicht. Derzeit bieten rund 160 Verkäufer das in einer Auflage von durchschnittlich 27.000 Exemplaren gedruckte Boulevard-Blatt an – sowohl in Hannover als auch in 14 weiteren niedersächsischen Städten zwischen Aurich, Celle und Hameln. Eine Ausgabe des Ende 2015 von drei Studierenden des Studiengangs Visuelle Kommunikation der Hochschule Hannover (HsH) neu gestalteten "Asphalt-Magazins" hat 40 Seiten und kostet derzeit 2,20 Euro, die Hälfte davon behalten die Verkäuferinnen und Verkäufer.

Auszeichnungen und "Asphalt"-Projekte

1996 bereits erhielt das "Asphalt-Magazin" vom Freundeskreis Hannover e.V. den Stadtkulturpreis als Anerkennung für sein soziales Engagement und die journalistische Professionalität. Die Straßenzeitung aus Hannover ist dem Netzwerk der internationalen Straßenzeitungen INSP (International Network of Street Papers) angeschlossen und wurde von dieser Vereinigung 2008 für das weltweit beste Interview sowie das beste Foto geehrt. 2011 folgte mit dem "International Street Paper Award" erneut eine Auszeichnung für das beste Foto.

Das "Asphalt-Magazin" ist nicht nur journalistisch auf den Straßen Hannovers unterwegs, die Redaktion bietet auch regelmäßig eigene Projekte an: "Sozialer Stadtrundgang" etwa (bei dem u. a. städtische Einrichtungen für Wohnungslose besucht werden; telefonische Anmeldung unter: 0511-30 12 69-20) oder "Asphalt geht in die Schule" ("Asphalt"-Verkäuferinnen und -verkäufer erzählen von ihrer Lebenswelt und Arbeit auf der Straße; kostenfrei für alle Schulformen ab Klasse 7; telefonische Anfragen nimmt Janne Birnstiel unter 0511-30 12 69-0 entgegen) sowie "Fahrradwerkstatt" und das Straßenfußballprojekt "Asphalt Cowboys".