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Schädelspalter

1976 gründeten Reinhard Mahl und Thomas Steinhausen Hannovers zweitältestes Stadtmagazin. Der markante Name für ihr Monatsmagazin über Hannovers Tag- und Nachtleben soll den beiden damaligen Grafik- und Kunststudenten nach dem Genuss von reichlich Obstwein eingefallen sein. Die ersten Ausgaben wurden noch kostenlos verteilt, später wird der "Spalter" (die Kurzform hatte sich bereits kurz nach Erscheinen schnell durchgesetzt) von mobilen Verkäufern auf den Straßen, in Kneipen und Cafés verkauft und ist bis heute an jedem Kiosk und in jedem Zeitungsladen der Stadt erhältlich. Im November 2016 feiert der "Schädelspalter" sein 40jähriges Bestehen.

Das unbequeme Stadtmagazin

"Wir wollen als Stadtmagazin die Hannoveraner erstens über das kulturelle und politische Leben unserer Stadt informieren, zweitens mit engagierten Beiträgen zum Nachdenken anregen und drittens mit Witz und Satire unterhalten" – mit diesem Konzept sind die beiden "Schädelspalter"-Herausgeber und Gründer des R&T Verlages Reinhard Mahl und Thomas Steinhausen damals angetreten, und daran hat sich bis heute nur wenig geändert. Das einst für linke Ideologien offene Stadtmagazin hat über die vier Jahrzehnte seines Bestehens zwar immer wieder gern gegen den Strich berichtet, doch der "Schädelspalter" ist auch mit der Zeit gegangen und tritt heute als trendige "Hannovers Stadtillustrierte" auf – wie im Titelbildarchiv aus 40 Jahren "Schädelspalter" auf der verlagseigenen Internetseite zu sehen ist. Das Monatsmagazin informiert nach wie vor über aktuelle Veranstaltungen und das (multi)kulturelle Leben in Hannover und seiner Region und nimmt Stellung zu Themen, die die Stadt und ihre Bewohner bewegen.

Dabei hat die eine oder andere "Schädelspalter"-Story nicht nur in Hannover für Schlagzeilen gesorgt: "Zu keiner Titelgeschichte bekamen die Blattmacher so viele Leserbriefe wie nach dem Bericht über die Geschäfte der Pornobranche (September-Ausgabe 1985) und den unaufhaltsamen Aufstieg der 'Teresa O'. Nach jener Story war die 'Foxy Lady' gefragte Gesprächspartnerin in alle Fernseh-Talkshows", schreibt Edgar S. Hasse anlässlich des 25jährigen "Spalter"-Jubiläums am 16. November 2011 auf dem Onlineportal www.welt.de. Zu den Klassikern zählten auch die von der Redaktion kurz kommentierten Kontaktanzeigen "Fisch sucht Fahrrad" am Ende des Heftes: nicht selten wurde diese Rubrik zuerst gelesen, und so mancher Single blieb dank oder trotz des "Schädelspalter" nicht lange allein.

Noch mehr Lesestoff und ein sehr spezieller Wein

Weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden sind auch einige ehemalige Mitarbeiter des "Schädelspalter": Hollow Skai, Musikjournalist und Chefredakteur von 1986 bis 1989 etwa gründete 1979 unter seinem bürgerlichen Namen Holger Poscich in Hannover das Punk-Label "No Fun Records", und sowohl der frühere Chefredakteur der hannoverschen Tageszeitung "Neue Presse" und neue Lokalchef der "Südwest Presse" in Ulm als auch der heutige Chefredakteur der Wochenzeitung "Die Zeit" Giovanni di Lorenzo begannen ihre journalistischen Karrieren unter anderem beim "Schädelspalter".

In den vergangenen 16 Jahren hat der R&T Verlag seinem Stadtmagazin drei Sonderhefte zur Seite gestellt: Ende 1990 erschien zum ersten Mal "Hannover geht aus!", ein halbjährliches Magazin über die lokale Gastronomieszene mit Porträts, Restaurantkritiken und Adressen; es folgten der jährlich im Oktober erscheinende Shopping-Guide "Hannover kauft ein" und das jeweils zum Semesterbeginn kostenlos verteilte Hochschulmagazin "EXTRA".

Übrigens: es gibt tatsächlich einen Wein namens "Schädelspalter". Sie erinnern sich: Der skurrile Name für das hannoversche Stadtmagazin soll den beiden Herausgebern Mahl und Steinhausen ja infolge von etwas zu viel Obstwein eingefallen sein. Jahrzehnte später tauft der fränkische Winzer Sepp Hauck seinen ersten selbst erzeugten Wein auf den Namen "Schädelspalter" – als süffisante Anspielung darauf, dass sein Heimatdorf Michelau seit Jahren mit den Nachbarn aus Dingolshausen im Clinch liegt, wer denn nun den besseren Wein hat (Quelle: www.silvanerwein.de). Gemeinhin wird Wein von geringer Qualität als "Schädelspalter" bezeichnet, weil er unweigerlich zu Kopfschmerzen am nächsten Morgen führt. Französische Weine dieser Güte nennt man ironischerweise "Château Migraine".