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Die Zuckerfabrik Rethen (12)

Luftbild einer Zuckerfabrik

Rückblick: Bereits 1876 wurde der erste Stein der Zuckerfabrik Rethen gelegt. Es folgte ein ganzes Jahrhundert im Zeichen der Zuckerfabrikation. In den 60er Jahren schließlich fusionierte die Rethener Fabrik mit den Zuckerfabriken Ahstedt-Schellerten und Weetzen. Von diesem Zeitpunkt an zählte der Standort Rethen zu den drittgrößten Produzenten in Norddeutschland. Durch bessere Transportmöglichkeiten und die sich immer weiter entwickelnde Logistik stieg die Zuckerproduktion rasant an. In den letzten Jahren der Rethener Fabrik wurden allein in einer Kampagne bis zu 620.000 Tonnen Rüben verarbeitet. Etwaige Probleme, wie die Reinigung der entstehenden Abwässer, wurden beispielhaft im Sinne des Umweltschutzes gelöst. Neben einer mechanischen Kläranlage, arbeitete die Zuckerfabrik Rethen zusätzlich mit einer biologischen Klärstufe und mehreren Stapelteichen, in denen das Rübenwaschwasser von überschüssiger Erde gereinigt wurde.

Die Stapelteiche: eine Industrieanlage als beliebter Rastplatz für Zugvögel

Die Stapelteiche liegen am östlichen Rand des Naturschutzgebietes „Leineaue zwischen Ruthe und Koldingen“. Sie wurden im Rahmen des Ausweisungsverfahrens als besonders wertvolle Lebensräume eingestuft. Bereits während des Betriebes der Zuckerfabrik versammelten sich unzählige Zugvögel auf diesen besonderen Schlamm- und Schlickflächen. Die Funktion der Stapelteiche beruhte darauf, die bei der Rübenverarbeitung anfallende Erde aufzunehmen. Bei einer jährlichen Fabrikation von 600.000 Tonnen Rüben fielen 72.000 Tonnen Erde an. Dazu wurde die mit Wasser versetzte Erde als pumpfähige Erdsuspension über die in abgestuften Höhen angelegten Stapelteiche kaskadenartig geleitet. Damit durchlief das Schlammwasser mehrere Stationen, während es von den erdigen Bestandteilen getrennt wurde.
Auf dem Grund der Teiche bildete sich dadurch eine nährstoffreiche Schlammschicht aus, die u. a. als Düngemittel eingesetzt werden konnte. Nachdem 1993 die Zuckerfabrik ihre Tore schloss, drohte ein wertvoller Lebensraum verloren zu gehen. Abhilfe wurde durch die Errichtung eines Neubaugebietes auf dem ursprünglichen Gelände der Zuckerfabrik geschaffen. Mit Hilfe einer Pumpe, eines Dükers und einer Wasserleitung werden heute die Stapelteiche mit Wasser aus dem Regenrückhaltebecken dieses Neubaugebietes gespeist. Je nach verfügbarer Wassermenge bilden sich Schlammflächen, feuchte Senken oder flach überstaute Teiche aus. Damit ist der Erhalt dieses attraktiven Rastplatzes für Zugvögel langfristig gesichert.