Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

Dezember 2016
12.2016
M D M D F S S
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Top-Services

Ratgeber

Ein fast vergessenes Kleinod

Altwarmbüchener Moor

Im Nordosten Hannovers ist ein Areal im Naherholungsgebiet Altwarmbüchener See.

Trockenes Gras, ein See, umgeben von Birken und einem Mischwald © Region Hannover

Altwarmbüchener Moor

Das Altwarmbüchener Moor hat sich gegen Ende der letzten Eiszeit, 10.000 v. Chr. entwickelt. Durch Schmelz- und Regenwasser entstand ein kleiner See, der versandete und sich zu einem Niedermoor ausbildete. Daraus wölbte sich in den nächsten Jahrtausenden ein Hochmoor auf. 1365 wurde das erste bäuerliche Torfstechen im Moor erwähnt. Zu dieser Zeit diente Torf vor allem zum Heizen. Das 17. Jahrhundert stand im Zeichen der Moorentwässerung. 1747 wurde der Schiffgraben verbreitert, um Torf nach Hannover zu transportieren. 1830 gab es Versuche, das Moor abzubrennen, um Ackerfläche zu gewinnen. Zwischen 1905 und 1923 verdrängte Steinkohle aus dem Deister Torf als Heizmaterial. Das Altwarmbüchener Moor wurde zum Deponiestandort für Mergelaushub, der beim Bau des Mittellandkanals anfiel. Der Aushub bildete später den Untergrund für die Hausmülldeponie Lahe. 1934 zerstörte ein Brand große Teile des Moores. Als zwischen 1978 und 1981 Sand und Kies für den Bau der Autobahn aus dem Moor entnommen werden, entstand ein Baggersee und bis 1982 das heutige Naherholungsgebiet Altwarmbüchener See. Im Moor finden sich noch heute Spuren menschlicher Eingriffe. Gut zu sehen sind alte Torfstiche, in denen sich kleine offene Gewässer gebildet haben. Seit 1997 wird versucht das Moor zu rekultivieren indem alte Entwässerungsgräben geschlossen werden und eingebaute Spundwände den Wasserabfluss verringern. Eine 40 Hektar große Fläche des Moores steht unter Naturschutz. Das Moor ist ein Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten wie Kreuzottern, Ringelnattern, verschiedene Libellenarten, Farne oder Wollgräser.