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Wohnen am Kronsberg © LHH

Wohnen am Kronsberg

Ein Stadtbezirk stellt sich vor

Der Stadtbezirk umfasst die Stadtteile Kirchrode (11.698 Einw.), Bemerode einschließlich der EXPO-Siedlung Kronsberg (18.873 Einw.) und den Stadtteil Wülferode (864 Einw.).

Mit über 23,85 qkm bietet dieser Stadtbezirk überaus viele Grün- und Waldflächen, die zu einem erheblichen Anteil auch als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen sind.

Kirchrode

Der Stadtteil Kirchrode wird nach unbestätigten Überlieferungen bereits um das Jahr 1000 erwähnt. Bauernhöfe gruppierten sich um einen alten Dorfteich im heutigen Bereich Großer Hillen und Brabeckstr. Im Jahr 1221 wurde Kirchrode erstmalig urkundlich erwähnt. Es gehörte damals zum Bistum Hildesheim und Hannover gehörte zum Bistum Minden.

Am 1. Okt. 1907 verlor das bisher selbstständige Dorf Kirchrode die Unabhängigkeit und wurde nach Hannover eingemeindet. Kirchrode hatte damals 2715 Einwohner.

Die Jakobikirche im Dorfmittelpunkt wurde erstmals 1150 errichtet. Der Turm der Kirche stammt in seiner heutigen Form aus dem 14. Jahrhundert. Das Kirchenschiff wurde in der Zeit von 1782 bis 1792 neu errichtet.

Zentral um den historischen Dorfkern hat sich der Stadtteil mit seinen Einfamilienhausgebieten, geprägt durch hochwertigen Wohnungsbestand auf großen Grundstücken mit wertvollem Grün zu einem lebens- und liebenswerten Stadtteil entwickelt.

Eingerahmt durch Hermann- Löns- Park, Eilenriede und Tiergarten bietet die Zentrale Mitte, „Das Dorf“ die nötigen Nahversorgungseinrichtungen mit Bus und Bahn ( Linie 5 ) um sich wohl zu fühlen.

Naherholungsgebiete liegen im Bereich der Büntewiese, Mardalwiese und dem Tiergarten sowie in den angrenzenden Waldgebieten Eilenriede, Seelhorst und dem Zugang zum Landschaftsraum Kronsberg.

Der Tiergarten entstand aus einem herzoglichen Jagdrevier. 1679 sonderte Herzog Johann Friedrich einen Teil des weitläufigen Waldes aus, gatterte ihn ein und ließ ihn mit Damhirschen besetzen. Fürstliche Jagden fanden bis ins 18. Jahrhundert statt.

Heute hat der Tiergarten eine überörtliche Anziehungskraft, mit seinem Damwild, Rotwild, Rehen und Wildschweinen. Das jährlich stattfindende Tiergartenfest im Oktober hat sich als überörtliche Attraktion vor allem für Familien etabliert

Weitere überörtlich bedeutsame Einrichtungen sind die Tierärztliche Hochschule, die Henriettenstiftung, das Vinzenzkrankenhaus, das Landesbildungszentrum für Blinde, das Taubblindenzentrum, der Heinemannhof mit dem Kompetenzzentrum  Demenz, sowie eine Vielzahl von Altenheimen und Altenwohnanlagen.

Innerhalb des Stadtteils haben sich aktive Zusammenschlüsse von Geschäftsleuten, Bürgern und Ehrenamtlichen gebildet, deren Ziel u.a. das Gemeinwohl der Bürger und die Imagepflege des Stadtteils ist und die verschiedene Veranstaltungen und Feste zur Stärkung und Belebung des Standortes, aber auch eine Unterstützung von sozialen Einrichtungen beeinhalten. 

Zu erwähnen ist die Gemeinschaft der Kirchröder Kaufleute (GKK) und der Bürgerverein Kirchrode e.V., der bereits 1908 gegründet wurde. Auf Veranlassung des Bürgervereins wurden 1984 zur Verschönerung des Ortskerns die beiden Bronzefiguren von dem Künstler Fidelis Bentele aufgestellt. Seit dem wird dieser Treffpunkt „Klönschnack“ genannt. Ein großes Angebots- und Aufgabenpektrum bietet die Jakobigemeinde, die einen festen Platz im Angebot des Stadtteils besitzt, ebenso wie die kath. Kirchengemeinde „Zu den Heiligen Engeln.

Auch die weiteren Kirchen im gesamten Stadtbezirk sind für das Gemeinwohl von entscheidender Bedeutung.

Auch im weiteren Vereinsleben des Stadtteils zeigt sich die Vielfalt des Engagements durch die Sportvereine, dem Sozialverband, der Schützengilde, des Seniorenbüros, den Kleingartenvereinen und den Kultur- und Bildungsangeboten im Queens- Hotel

Bemerode

Der Stadtteil Bemerode zählt zu den einwohnerreichsten Stadtteilen von Hannover. Er ist durch die Erschließung des Neubaugebietes der EXPO- Siedlung Am Kronsberg im Rahmen der Weltausstellung 2000 stark gewachsen.

Im Jahre 1204 wurde der Ort erstmalig unter dem Namen Bemungerode erwähnt. Neben dem im Ortszentrum liegenden adligen Gut der Familie von Graevemeyer entstand durch Zusammenlegen das Rittergut Bemerode II der Familie Mörlins. Im Jahre 1689 wurden in Bemerode 189 Einwohner gezählt.

Die Johanniskapelle in Bemerode wurde 1867 als Backsteinkapelle errichtet.

Die meisten der noch existierenden Hofstellen werden aufgrund der fortschreitenden Bebauung des Umlandes kaum noch landwirtschaftlich genutzt.

Die bisher eigenständige Gemeinde Bemerode wurde 1974 nach Hannover eingemeindet. Im Rahmen dieser Eingemeindung wurde das Schulzentrum am Friedrich-Wulfert-Platz und die Sportanlage des TSV Bemerode als Bezirkssportanlage gebaut.

Heute ist Alt- Bemerode seit 1999 gut an das Stadtbahnnetz über die Linie 6 angeschlossen. Es verfügt über eine ausgezeichnete Infrastruktur hinsichtlich der lokalen Einkaufsmöglichkeiten.

Das Wohngebiet des Spargelackers, in dem rund 40% Zuwanderer wohnen, hat mit seinen 308 Wohnungen und über 1000 Menschen im Jahr 2008 15-jähriges Bestehen gefeiert.

Am Bemeroder Rathausplatz ist die Gemeinschaft der Kaufleute, als Standortgemeinschaft sehr aktiv und fördert durch ihre Aktivitäten das Zusammenleben und das Gemeinschaftsgefühl der Bewohner.

Als weitere aktive Vereine in dem Bereich sind vor allem die Freiwillige Feuerwehr Bemerode, die in diesem Jahr das 40–jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr begehen kann, die Schützengesellschaft Bemerode v. 1838, der TSV Bemerode mit über 2000 Mitgliedern und die St. Johanniskirchengemeinde

EXPO- Siedlung am Kronsberg

Die Siedlung besteht aus rund 3000 Wohneinheiten in zwei- bis viergeschossiger Bauweise mit einem ausgiebigen Infrastrukturangebot wie Schulen, Kindergärten, Läden, Versorgungs-,und  Kirchenzentrum und dem zentralen Stadtteilzentrum KROKUS am Stadtplatz Thie.

Das Ziel der Planungswerkstatt für die Bebauung des Kronsberges wurde bereits 1995 festgelegt.

Die EXPO – Gesellschaft hatte im Rahmen ihres Programms verschiedene Einzelvorhaben unterstützt, die, bezogen auf Hannover unter folgenden Titeln zusammengefasst sind.

  • Ökologische Optimierung Kronsbergs
  • Stadt als Garten
  • Stadt als sozialer Lebensraum

Der Kronsberg sollte sich in eine sozial funktionierende Siedlungsgemeinschaft entwickeln, die verschiedene Zielgruppen anspricht, wie Familien und Einzelpersonen, Junge und Alte, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie mit und ohne Behinderung und dazu verschiedene Wohnbedarfe deckt, von internationalem und barrierefreiem Wohnen über Wohnen in Hausgemeinschaft und im Nachbarschaftsquartier bis hin zu ökologischem und naturnahem Wohnen.

Vor 11 Jahren wurden die ersten Wohnungen auf dem Kronsberg bezogen.

Erstmalig wurde in Deutschland eine Wohnsiedlung mit über 70 ha flächendeckend in Niedrigenergiebauweise errichtet. Pro Haushalt liegt der CO 2 Ausstoß fast 75% niedriger als im Stadtgebiet. Regenwasser versickert in einem 11 Kilometer langen Mulden- Rigolen System. 1000 Straßenbäume prägen das Straßenbild. Viele Grünflächen, groß angelegte Spielplätze, Baumalleen, Rad-, und Wanderwege prägen die Siedlung mit einer eigenen Athmosphäre.

Der Kronsberghügel mit seinen 118 Metern, bietet dazu interessante Ausblicke über den gesamten Stadtbezirk und das Umland einschließlich dem Stadtteil Wülferode.

In 2009 wohnen ca. 7000 Menschen in 2750 Mietwohnungen und 340 Eigenheimen.

Weitere 100 Passivhäuser werden im Norden der Siedlung neu erstellt.

Die Siedlung hat einen hohen Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund, die über verschiedene Angebote gute Integrationsmöglichkeiten haben.

Überregional und International stößt die Siedlung Kronsberg auch nach 10 Jahren auf große Beachtung. Das bis heute auch immer noch steigende Interesse aus dem Nahen und Fernen Osten und Übersee zeigt, dass die Elemente der Siedlungsentwicklung im Sinne der AGENDA 21 als Beispiel für Politik, Wohnungswirtschaft, Energiewirtschaft und Wissenschaft dienen und so Grundlage für andere Wohnentwicklungen werden.

Es gibt kaum ein Beispiel, in dem mehr als 10 Jahre Erfahrung in diesem Bereich vorliegen.

Über die Mitarbeiter des KROKUS als dem Stadteilzentrum mit Bibliothek und Kulturangeboten sowie des Kirchenzentrums am Thie und den eingebundenen Vereinen, Verbänden und Einrichtungen wird den Bewohnern nicht nur viel und Abwechslungsreiches geboten, sondern sie werden auch mit eingebunden in die Organisation, Planung und Durchführung von Veranstaltungen. Über die Stadtbezirksrunde, den aktiven Stadtteilrunden und Arbeitskreisen zu verschiedenen Themen und Inhalten besteht die Möglichkeit für Bewohner und Beteiligte Veranstaltungen und Aktivitäten zu organisieren, aber auch Verbesserungen zu planen.

Als Bindeglied zwischen Wirtschaft, Kultur, Lokalpolitik und Gemeinwesen ist der Kronsberg Kreis e. V zu verstehen, der als Zusammenschluss von Gewerbetreibenden und Freiberuflern für Bemerode und Wülferode schon 1986 gegründet wurde.

Der Kronsberg Kreis veranstaltet schon seit mehreren Jahren verschiedene Feste im Jahr, die bereits zum festen Bestandteil im Stadtteil geworden sind und zur Stärkung, Identitätssteigerung und Belebung mit positiver Außenwirkung beitragen.

Wülferode

Der Name des kleinen Stadtteils Wülferode mit seinen 836 Einwohnern wird abgeleitet aus einem Siedlungsplatz der Sippe des Wulff aus den Zeiten der Rodung im 14. Jahrhundert und wurde damals Wülfingerode genannt.

Die Wülferoder Kapelle ist erstmalig 1474 in den Büchern erwähnt. Die Glocke stammt aus dem Jahr 1644. Die Kapelle im heutigen Zustand ist nach einem notwendigen Neubau 1757 errichtet worden.

Der Stadtteil wurde 1974 nach Hannover eingemeindet. Er verfügt nur über eine Buslinie als öffentliche Verbindung nach Hannover Kronsberg.

Wülferode verfügt über keine Nahversorgungseinrichtungen jedoch über die kürzeste Theke Hannovers im Gasthaus von Horn. Das Gasthaus existiert seit 1847 und wird von Gustav Beiker geführt.

Als Naherholungsgebiet wird vor allem das Bockmerholz und das Waldgebiet Gaim genutzt.

Für eine außerordentlich vielfältige und reichhaltige Angebotsstruktur ist die Bürgergemeinschaft Wülferode verantwotlich, die in diesem Jahr ihr 100. Veranstaltungsprogramm herausgibt. Weiterhin ist die Freiwillige Feuerwehr Wülferode seit 1934 anzuführen, der TSV Wülferode seit 1921 und der Männergesangverein Wülferode seit 1886.

Nachdem die Grundschule 1975 gechlossen wurde, wird die Turnhalle und das ehemalige Schulgebäude intensiv für alle Veranstaltungen in Wülferode genutzt. Im Dachboden des Schulgebäudes befindet sich das Heimatmuseum des Stadtteils. Mit viel Liebe ist ein altes Schulzimmer, eine Küche aus den 30 Jahren und ein Wohnzimmer aus den 50 Jahren eingerichtet, sowie Gerätschaften und Werkzeug ausgestellt.

Quellennachweis:

  • www.wikipedia.de  / Kirchrode-Bemerode-Wülferode
  • Der Stadtbezirk in Wort und Bild   -  Chronik -  Kirchrode – Bemerode – Wülferode
  • Verlag Michael Hümpel 2003
  • www.bemerode.de
  • www.ornis-press.de  Pressespiegel Juli 2008
  • Modell Kronsberg – Nachhaltiges Bauen für die Zukunft / LHH 2000
  • Handbuch Hannover Kronsberg – Planung und Realisierung/ LHH 2004
  • Stand der Quartiersentwicklung am Kronsberg 2009 / Info DS 0794/2009