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Große Romane der Weltliteratur

Erfahren, woher wir kommen

Die Goethe-Gesellschaft Hannover e. V. lädt in Kooperation mit der Stadtbibliothek Hannover zu der Veranstaltungsserie "Erfahren, woher wir kommen" ein. Hanjo Kesting führt kommentierend durch die Veranstaltungen, die jeweils einem Hauptwerk der Romankunst gewidmet sind.

Die neunte Veranstaltungsreihe

Der Roman

»Ein Roman ist ein Spiegel, der auf einer großen Straße einhergeht. Das eine Mal spiegelt er das Blau des Himmels, ein anderes Mal Schmutz und Morast der Straße.« Die Sätze stehen in Stendhals Roman Rot und Schwarz, der im Untertitel als »Chronik von 1830« bezeichnet ist. Stendhal zielte auf die Lebenswirklichkeit seiner Epoche, nach Ende der Ära Napoleons. Seither ist Lebenswirklichkeit, »Realismus«, eine zentrale Forderung an die Kunst des Romans.

Als künstlerische Gattung stand der Roman bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts nicht gleichberechtigt neben Gattungen wie Lyrik, Drama und Versepos. Noch Schiller bezeichnete den Romancier lediglich als »Halbbruder« des Dichters, und selbst die großen Pioniere des Romans wie Cervantes, Defoe und Laurence Sterne waren von dem Urteil nicht ausgenommen. Der Roman galt als ›unreine‹ Form, als Ansammlung von Geschichten, bestimmt zur Unterhaltung, wenn nicht gar als bloßes Lesefutter.

Die vermeintlichen Nachteile des Romans sind ihm in den folgenden Jahrhunderten zum Vorteil ausgeschlagen: Er stellt heute mit Abstand die beliebteste literarische Form dar, und – wie ein namhafter Lyriker anmerkte – »kein Buch kann Erfolg haben, wenn es unter dem Titel nicht die Bezeichnung ›Roman‹ trägt«. Das entspricht Stendhals Feststellung: »Nur im Roman ist die Wahrheit noch erreichbar. Ich sehe alle Tage mehr, dass alles Übrige eine Anmaßung ist.«

Hanjo Kesting unternimmt einen Streifzug durch die Geschichte des Romans von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Die neunte Folge der Reihe behandelt den Roman »Der Butt« von Günter Grass, Iwan Turgenjews berühmtes »Väter und Söhne«, »Don Quijote« von Miguel de Cervantes und den »Prozess« von Franz Kafka.

Der langjährige Leiter der Redaktion Kulturelles Wort des Norddeutschen Rundfunks führt kommentierend durch die Veranstaltungen, die jeweils einem Hauptwerk der Literaturgeschichte gewidmet sind. Die Texte sollen auch für sich selber sprechen, zum Leben erweckt von namhaften Schauspielerinnen und Schauspielern.

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