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Ausstellungen

Modelle von Zuckerfabriken

In den Räumlichkeiten des Bürgergemeinschaftshauses Ahlem zeigt eine Ausstellung des Heimatbundes Niedersachsen e.V., Ortsgruppe Ahlem, mit dem Titel „Modelle der Zuckerfabriken der Region“ bis 15. Januar maßstabsgerechte Modelle von Zuckerfabriken und weitere Leihgaben der Nordzucker AG.

Zur Ausstellungseröffnung am 20. November, 15 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Entstehungsgeschichte

Die erste Zuckerfabrik in unserer Region errichtete Johann Egestorff, Kleinbauernsohn aus Lohnde und als „Kalkjohann“ zum Unternehmer aufgestiegen, im Jahre 1823 in Linden in der Nähe des Schwarzen Bären. Dort wurde Zuckerrohr verarbeitet, das aus Bremen über Weser, Aller und Leine mühsam herangeschafft worden war.

Wirtschaftlich nicht allzu erfolgreich, brannte diese Zuckersiederei 1855 ab.

1857 begann die Zuckerrübenverarbeitung im noch bestehenden Königreich Hannover in der Zuckerfabrik Neuwerk bei Gehrden, gegründet von einem Berliner Kaufmann.

Obwohl der Zuckergehalt der 1854 patentierten „Imperialrübe“ nur bei 8 Prozent lag, lohnte sich der Anbau zunächst auf den guten Calenbergschen Böden.

1930 musste sie dennoch den Betrieb einstellen. Nach Abschluss der großen Agrarreformen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren mehrere Dutzend Zuckerfabriken gegründet worden, als „Bauernfabriken“ auf Aktienbasis: die Bauern waren Miteigentümer und lieferten bestimmte Mengen Zuckerrüben.

Unserem Raum am nächsten lagen die Fabriken in Weetzen (Betriebsbeginn 1883/84 bis 1985), Groß Munzel (Betriebsbeginn 1884/85 bis 2006) und Linden (Betriebsbeginn 1884/85 bis 1919/20).

1840 wurden erst 22 Prozent des im Gebiet des Deutschen Zollvereins verbrauchten Zuckers aus Rüben gewonnen.

1880 wurde der Zuckerverbrauch im Deutschen Reich zu fast 100 Prozent von den hiesigen Zuckerfabriken gedeckt.

Die große Konzentrations- und Schließungswelle begann in den 1980er Jahren und endete für das Calenberger Land mit der Schließung der Fabrik in Groß Munzel 2006.

2010 gab es in ganz Deutschland nur noch 20 Zuckerfabriken. Heute ist die Nordzucker AG mit der Konzernzentrale in Braunschweig der zweitgrößte europäische Zuckerproduzent. Ihre ca. 3.200 Beschäftigten sind an 18 europäischen Standorten tätig, darunter die Zuckerfabriken in Clauen, Nordstemmen, Uelzen, Klein Wanzleben und Schladen sowie dem Flüssigzuckerwerk in Groß Munzel.

Dieses für die Region bedeutsame Kapitel der Industriegeschichte wird in den mehr als ein Dutzend maßstabsgerechten Modellen der Zuckerfabriken lebendig, die Nils Kehrel aus Sehnde mit viel Fleiß und Liebe zum Detail geschaffen hat.

Termin(e): 20.11.2016 
von 15:00 bis 18:00 Uhr
04.12.2016 
von 15:00 bis 18:00 Uhr
11.12.2016 
von 14:00 bis 18:00 Uhr
15.01.2017 
von 15:00 bis 18:00 Uhr
Ort

Bürgergemeinschafts­haus Ahlem

  • Wunstorfer Landstraße 59
  • 30453 Hannover
Preise:
Eintritt frei

Die Ausstellung wird an den Öffnungstagen des Heimatmuseums bis zum 15. Januar 2017 im Bürgergemeinschaftshaus Ahlem zu sehen sein.