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Der Mittellandkanal © LHH

Der Mittellandkanal

Ein Stadtbezirk stellt sich vor

Bothfeld-Vahrenheide ist flächenmäßig der größte und von der Einwohnerzahl (49.732) der zweitgrößte Stadtbezirk von Hannover. Seine Vielfalt ist kaum zu überbieten: vom Industriegebiet am westlichen Rand bis hin zum dörflichen Isernhagen-Süd im Norden.

Bothfeld-Vahrenheide ist der nördlichste Stadtbezirk Hannovers und liegt überwiegend zwischen der Autobahn A2 und dem Mittellandkanal. Er besteht aus fünf äußerst unterschiedlichen Stadtteilen: Vahrenheide, Sahlkamp, Bothfeld, Isernhagen-Süd und Lahe. Trotz überwiegend dichter Besiedlung in Vahrenheide, Sahlkamp und Teilen Bothfelds ist es ein insgesamt sehr grüner Bereich der Stadt, der auch die meisten Straßenbäume unter Hannovers Stadtbezirken aufweist, nämlich über 5.000. Auf dem Gebiet des Stadtbezirkes befinden sich vier Kasernengelände: die Emmich-Cambrai-Kaserne in Vahrenheide und die Scharnhorst-Kaserne in Bothfeld, die noch von der Bundeswehr genutzt werden, die Prinz-Albrecht-Kaserne in Bothfeld, die zu einem eigenständigen Wohnquartier mit Versorgungseinrichtungen umgenutzt wurde und die Freiherr-von-Fritsch-Kaserne im Sahlkamp, für die eine Umnutzung in Planung ist. Aufgrund dieser einstigen militärischen Präsenz im Norden Hannovers müssen die Menschen, die hier wohnen, immer noch überdurchschnittlich häufig wegen Blindgängerfunden und Bombenentschärfungen ihre Wohnungen für einige Stunden verlassen.

Mit fünf Grundschulen, einem (Ganztags-) Gymnasium (Herschelschule), der Außenstelle eines weiteren Gymnasiums (Leibnizschule), zwei Integrierten Gesamtschulen (Vahrenheide-Sahlkamp und Bothfeld), einer Förderschule für Lernhilfe, vier Privatschulen (Freie Evangelische Schule, Freies Gymnasium, Freie Waldorfschule Bothfeld, Werkstattschule) besteht ein breites schulisches Angebot im Stadtbezirk.

Vahrenheide

ist ein relativ junger Stadtteil zum Wohnen und Arbeiten.

Im Süden bieten der Grünbereich mit dem Erholungsband des Mittellandkanals und im Norden der Erholungsraum nördlich der Kugelfangtrift große Freiflächen. Auf der früheren Vahrenwalder Heide soll am 18. August 1903 einer der ersten Motorflüge der Welt durch Karl Jatho stattgefunden haben.

Unter den 10.159 Bewohnerinnen und Bewohnern von Vahrenheide sind vergleichsweise viele junge Menschen. Neben einer Vielzahl von Reihenhäusern und Zeilenbebauung der 50er und 60er Jahre prägen die großen Geschosswohnungskomplexe vor allem das Bild in Vahrenheide-Ost. Das seit 1998 als Sanierungsgebiet festgesetzte Quartier entstand von 1955 bis 1974 als erste niedersächsische Großwohnsiedlung am nördlichen Stadtrand Hannovers. Es wird von einem breiten Grünzug durchzogen. Der größte Teil der stadtweit bekannten, bis zu 18-geschossigen Großwohnanlage Klingenthal ist im Rahmen der Sanierung abgerissen worden. Auf dem frei geräumten Areal ist eine Einfamilienhaussiedlung an der Straße Holzwiesen entstanden.

Bis 2006 wurden 638 Wohneinheiten grundlegend modernisiert, Eingangsbereiche und Freiflächen neu gestaltet und aufgewertet, sowie auch kleinere Einheiten zu größeren, für Familien geeigneten Wohnungen zusammengelegt. Von den insgesamt 7.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Vahrenheide-Ost hat jeder zweite Einwohner einen Migrationshintergrund, Arbeitslosigkeit ist mit einem Anteil von ca. 24 % im Vergleich zum städtischen Durchschnitt von ca. 11 % ein Problem.

Das Stadtteilzentrum Vahrenheider Markt mit Nahversorgungseinrichtungen und Kulturtreff wurde in den vergangenen Jahren modernisiert. Den Abschluss bildete die Neugestaltung des Brunnenplatzes. Mit dem Stadtteilforum und der Interessengemeinschaft Vahrenheider Gewerbe haben sich konstante Beteiligungsstrukturen zur Entwicklung des Stadtteils gebildet.

Es gibt eine breite Palette von Angeboten von verschiedenen Einrichtungen, Vereinen und Initiativen. Sie reichen von der Freizeitgestaltung, Kultur über soziale Beratung und praktische Hilfe bis zu Möglichkeiten der Mitgestaltung des Stadtteils in den Vereinen und Stadtteilgremien der Beteiligung und Selbstorganisation. Insbesondere ist das Vahrenheider Initiativzentrum zu nennen, welches sich als Anlaufstelle und Ort des sozialen Lernens versteht und ein Netz von sozialen, pädagogischen und kulturellen Angeboten für Eltern und Kinder sowie Informations-, Bildungs- und Qualifizierungsangeboten bietet. Zusammen mit 38 barrierefreien Wohnungen für Menschen ab 50 ist es in dem sanierten ehemaligen Heim für ledige Mütter „Emmy-Lanzke-Haus“ untergebracht.

Für Kinder und Jugendliche bieten der Spielpark Holzwiesen und das Jugendzentrum Camp besondere Freizeitmöglichkeiten.

Eine Übersicht über das insgesamt vielfältige Angebot bietet der „Leitfaden Vahrenheide“, der über den FLAIS e.V. bezogen werden kann.

Sahlkamp

Der Sahlkamp wurde wie Vahrenheide erst im Laufe des 20. Jahrhunderts bebaut und war ebenfalls vorher eine weite unbesiedelte Heidelandschaft nördlich vor Hannover. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Teile dieser Landschaft den Bothfeldern bzw. Klein-Buchholzer Bauern zugeteilt. Auch das Militär nutzte damals das hiesige Gelände zu Übungszwecken. In den 20er und 30er Jahren gründeten Städter Kleingartenkolonien und Sportvereine und bauten die ersten Wohnhäuser im heutigen Märchenviertel.

Heute sind die Einfamilienhausgebiete aus den 50er und 60er Jahren mit freistehenden Häusern und großen Gärten bei Weitem dominierend (77 Prozent). Auch im Sahlkamp wurde in den frühen 70er Jahren zwischen den Straßen Hägewiesen und General-Wever-Straße Hochhausbebauung nach dem damaligen städtebaulichen Leitbildern verwirklicht. Dieser Geschosswohnungsbau wird überwiegend von Familien bewohnt. Der Anteil der (insgesamt ca. 14.000) Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund ist mit 36 % auch relativ hoch, die Arbeitslosigkeit mit ca. 15 % ebenfalls über dem hannoverschen Durchschnitt. Der Bereich Sahlkamp-Mitte ist im Rahmen des Förderprogramms Soziale Stadt als Stadtteil mit besonderem Entwicklungsbedarf vom Land Niedersachsen in 2009 ausgewählt worden.

Das Stadtteilzentrum Sahlkampmarkt ist zentral gelegen, Donnerstag nachmittags findet hier ein Wochenmarkt, außerdem monatlich ein Flohmarkt statt. Der am Sahlkampmarkt auf einer Hochgarage eingerichtete Stadtteiltreff bietet gemeinsam mit dem Bürgeramt ein Zentrum soziokultureller Infrastruktur mit Stadtteilkulturarbeit, Gemeinwesenarbeit, Seniorenbüro und Beratungszentrum der AWO. Zwei weitere Hochgaragen wurden inzwischen für die Anlage von Internationalen Stadtteilgärten genutzt.

Für die jungen Menschen im Sahlkamp gibt es neben einem vielfältigen Betreuungsangebot in Kindertagesstätten mit dem Stadtteilbauernhof und dem NaDu-Kinderhaus, sowie dem Jugendzentrum Sahlkamp, dem Bildungsladen und dem VCP-Kinder- und Jugendtreff (Pfadfinder) eine attraktive Angebotspalette.

Eine Übersicht über alle Angebote im Stadtteil gibt die Broschüre „Sahlkamp- buntes Flair und vieles mehr“, die im Stadtteiltreff erhältlich ist.

Wie auch in Vahrenheide bieten der Mittellandkanal im Süden und das Segelfluggelände im Norden Naherholungsgebiete im Stadtteil. Der zentrale Grünzug inmitten des Wohngebietes setzt sich von Vahrenheide aus fort und weist hier mit dem Märchensee einen Ort von besonderer Attraktivität auf. Hier finden jährlich Stadtteilfeste statt, die Seefläche und Uferbereiche ziehen eine Vielzahl von Vögeln an und bieten den Menschen im Stadtteil eine naturnahe Erholungsfläche.

Bothfeld

hat sich aus dem dörflich geprägten Ortskern zu einem bevorzugten Wohnstandort mit Gebieten unterschiedlichen Charakters entwickelt. Der historische Ortskern ist noch ablesbar um den Bothfelder Anger. Die Bothfelder Nicolaikirche mit dem Turm aus Raseneisenstein ist das älteste Gebäude im Bezirk. Bei der Gründung der 13 Stadtbezirke 1981 wurde das ehemalige Dorf Klein-Buchholz in den Stadtteil Bothfeld integriert. Die Geschichte und Identität dieses Dorfes werden heute in einigen Publikationen, die vom Verein „Tradition Klein-Buchholz“ herausgegeben wurden, wach gehalten.

Die Wohngebiete in Bothfeld bestehen überwiegend aus Einfamilienhausgebieten aus verschiedenen Bauperioden vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart (freistehende Häuser mit großen Hausgärten, Gartenhofhäuser, Grasdachsiedlung, Reihenhäuser) Sie sind eng an den Grünraum angebunden, so im Bereich der Großen Heide, dem Landschaftsschutzgebiet Laher Heide und dem Bothfelder Anger. Der südliche, urban geprägte Bereich an der Podbielskistraße besteht aus Büro- und Verwaltungsbauten von Großunternehmen sowie auch Geschosswohnungsbau. Ein differenziertes Angebot für das Wohnen älterer Menschen mit altengerechten Apartments, betreutem Wohnen, Altenheimen und Seniorengemeinschaften ist im Stadtteil vorhanden. Die Wohnbevölkerung (des mit über 20.500 einwohnerstärksten Stadtteils) weist einen unterdurchschnittlichen Anteil der 18 bis 44-jährigen und einen überdurchschnittlichen Anteil von Kindern und Jugendlichen sowie Seniorinnen und Senioren auf, der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund ist hier mit 16 Prozent eher unter dem hannoverschen Durchschnitt, ebenso die Arbeitslosigkeit mit unter 7 Prozent.

Es besteht ein traditionell reges Vereinsleben, mit der Bezirkssportanlage und dem Kulturtreff Bothfeld gibt es ein breites Freizeitangebot im Stadtteil. Der Turn- und Sportverein Bothfeld von 1904 e.V. (von den Bothfeldern einfach nur "TuS" genannt) ist mit über 2.200 Mitgliedern einer der größten Sportvereine in Hannover. Weit mehr als die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche.

An der Burgwedeler Straße liegt sowohl der neue Bothfelder Friedhof (auf dem Benno Ohnesorg am 9. Juni 1967 beerdigt wurde) als auch der Jüdische Friedhof, an der Ebelingstraße liegt der alte Bothfelder Friedhof.

Die Nahversorgung wird durch eine zentral gelegene, kleine Einkaufsstraße (Kurze-Kamp-Straße) sowie durch den Einkaufspark Klein-Buchholz am Südrand des Stadtteils sichergestellt. Seit 2009 wurde das  Einkaufszentrums unter Einbeziehung der historischen Gebäude des ehemaligen Üstra-Depots an der Sutelstraße erweitert. Das Einzugsgebiet geht weit über den Stadtteil hinaus. Angrenzend an den Einkaufspark befindet sich der Platz der Klein-Buchholzer-Bürger. Dort finden regelmäßig Veranstaltungen wie ein Bauernmarkt (freitags), ein Schützenfest oder andere Feste statt.

Isernhagen-Süd

gehörte früher zum nördlich gelegenen Dorf Isernhagen NB (Niedernhäger Bauerschaft), das mit drei weiteren Ortsteilen das angeblich größte europäische Straßendorf bildete. Die Autobahn A2 Dortmund-Berlin zog eine deutliche Trennlinie zwischen der Stadt Hannover und der dahinter liegenden Gemarkung Isernhagen.

1974 wurde der Ortsteil Isernhagen-Süd bei der Gebietsreform an die Landeshauptstadt Hannover angegliedert. Ungefähr 2.800 Einwohnerinnen und Einwohner leben hier, davon überdurchschnittlich viele ältere Menschen (über 65 Jahre). Die ideale Lage und die attraktive Naturlandschaft, der reichliche Baumbestand und das Flüsschen Wietze im Ort haben die einstmals kleine Siedlung zum begehrten Wohngebiet im Norden Hannovers werden lassen. Neben einzelnen großen Altbauten vom Anfang des 20. Jahrhunderts besteht die Wohnbebauung überwiegend aus großzügigen Häusern, die in einer „Bauwelle“ ab 1960/70 entstanden sind.

Mit der Endhaltestelle Fasanenkrug ist der Stadtteil durch die Stadtbahnlinie 9 an die Innenstadt angeschlossen. Er besitzt keinen gewachsenen Ortskern, lediglich entlang der Prüßentrift befinden sich einige kleinere Geschäfte und Restaurants sowie ein kleines Einkaufszentrum am Fasanenkrug. Etwas abseits in der „Großen Heide“ steht die Pfarrkirche St. Philippus mit Gemeindehaus und Kindergarten.

Seit 1956 kümmert sich der Bürgerverein Isernhagen-Süd e. V. um die Geschicke des Stadtteils und um dessen Entwicklung. Er bemüht sich im Besonderen um die Erhaltung und Verschönerung des Ortsbildes, so z.B. durch Erhaltung und Aufstellung von geschnitzten Schildern mit Straßennamen.

Lahe

ist von der Einwohnerzahl der kleinste Stadtteil im Bezirk, 1.800 sind es in etwa. Hier ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen besonders hoch, der Anteil der Seniorinnen und Senioren ist unterdurchschnittlich. Lediglich ein kleinerer Bereich an der Kirchhorster Straße und nordwestlich davon ist bebaut, den weitaus größeren Bereich bildet das Altwarmbüchener Moor mit Naherholungsgebiet und Mülldeponie nordöstlich vom Autobahnkreuz, sowie der Stadtfriedhof Lahe. Auf dem Gelände der Zentraldeponie befindet sich neben dem modernen Abfallbehandlungszentrum und der Müllverbrennungsanlage die höchste Erhebung der Stadt, der „Monte Müllo“, ein künstlich aufgeschütteter Müllberg mit einer Höhe von 118 m. Den guten Blick über die Region Hannover genießen im Rahmen des Entdeckertages jährlich mehrere 1.000 Besucher beim Aufstieg mit buntem Rahmenprogramm in alpinem Ambiente.

Die Kirchhorster Straße ist die zentrale Erschließungsachse für Bürobauten und Gewerbegebiet, in dem sich ca. 160 Betriebe angesiedelt haben. Als Auftakt im Süden befindet sich das Solitärgebäude von Swiss Life, gegenüber der Neubau der HDI-Versicherung, weiter im Norden eine lückenhafte Baustruktur mit Gewerbe und Hotels. Westlich der Kirchhorster Straße ist hauptsächlich in den letzten zwanzig Jahren im Anschluss an das Landschaftsschutzgebiet Laher Heide eine Einfamilienhausbebauung entstanden mit freistehenden Einfamilienhäusern, Doppel- und Reihenhäusern.

2006 wurde die Stadtbahnlinie bis nach Altwarmbüchen verlängert, die bislang ihren Endpunkt „Lahe“ an der Podbielskistraße hatte

Quellen und weitere Informationen: