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Zusammenleben im Stadtteil

Sahlkamp-Charta wird umgesetzt

7 Regeln für das Zusammenleben im Stadtteil.

Sieben Regeln für das Zusammenleben im Stadtteil beinhaltet die Sahlkamp-Charta, die von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in einem mehrwöchigen Prozess erarbeitet wurde, nachdem es im Sommer 2010 während des Internationalen Festes auf dem Sahlkampmarkt zu Beschimpfungen und zu Steinwürfen auf eine jüdische Tanzgruppe durch Kinder und Jugendliche gab.

Respekt und Würde sind universelle Werte, die in allen Religionen und Kulturen eine positive Bedeutung haben. Dennoch muss man sich immer wieder darüber verständigen, was genau mit diesen Begriffen gemeint ist, welche Bedeutung sie für das Zusammenleben der Menschen haben und wie sie im täglichen Leben Beachtung finden und Bestand haben.

7 Regeln für das Zusammenleben

Die Sahlkamp-Charta besteht aus sieben einfachen Regeln. Sie gehen von der Würde jedes Einzelnen aus und dem Respekt, der jeder und jedem entgegengebracht werden sollte. Sie zu befolgen bedeutet, dass man es ernst meint mit einer demokratischen Gesellschaft, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert und stärkt.

  1. Wir gehen respektvoll miteinander um, sowohl Älteren als auch Jüngeren gegenüber.
  2. Wir halten unsere Umwelt sauber, trennen Müll und schmeißen ihn in den Eimer und nicht auf den Boden.
  3. Wir grenzen niemanden aus, nicht wegen der Hautfarbe, des Gewichtes, eines Kleidungsstiles oder etwas anderem.
  4. Wir gehen nicht aggressiv miteinander um und lösen unsere Probleme auf friedliche Art und Weise.
  5. Wir vertreiben niemanden. Jeder soll sich dort aufhalten können, wo er darf.
  6. Wir sind immer hilfsbereit und interessieren uns dafür, wie es anderen Menschen geht.
  7. Wir sind Vorbild für Jüngere. Sie lernen viel von uns und sollten nur Gutes von uns lernen.

Hintergrund

Im Sommer 2010 kam es während des Internationalen Festes auf dem Sahlkampmarkt zu Beschimpfungen und zu Steinwürfen auf eine jüdische Tanzgruppe durch Kinder und Jugendliche. Es war nicht „nur“ ein Angriff auf die Tanzgruppe, sondern auch ein Angriff auf das Ziel, die Würde des anderen zu achten und sich in gegenseitigem Respekt zu begegnen – ein Angriff auf die Grundwerte des Zusammenlebens.

Der Oberbürgermeister setzte daraufhin eine fachbereichsübergreifende Lenkungsgruppe ein, die unter dem Titel „Würde und Respekt im Sahlkamp“ gemeinsam mit verschiedenen Partnern und Institutionen aus dem Stadtteil, aber auch mit den im Stadtteil lebenden Menschen einen Diskussionsprozess in Gang setzen und Veränderungen herbeiführen sollte. Schulen und Kindertagesstätten, Erwachsene und Jugendliche waren sich unabhängig voneinander einig, dass es Regeln für ein Zusammenleben geben muss. Diese Regeln sollten überall gleich sein, von allen verstanden werden – und für alle gelten.

Die Stadtverwaltung und der mit der Umsetzung beauftragte Verein Politik zum Anfassen e.V. kamen zu dem Ergebnis, dass Regeln am besten in einem demokratischen und parlamentarischen Prozess entwickelt werden können. Und Jugendliche sind wichtige Partner, um Regeln zu erarbeiten. Sie sind Kenner der Welt der Kinder und Beobachter der Welt der Erwachsenen. Sie wollen sich einbringen, engagieren, mitentscheiden und Wertschätzung erfahren. Was wäre besser geeignet als ein offener und demokratischer Entscheidungsprozess?

Kinder, Erwachsene und Jugendliche haben sich über mehrere Wochen mit Regeln des Zusammenlebens beschäftigt. Vier Schulklassen (78 Jugendliche) stimmten im Sommer 2012 über Regeln, ihre Durchsetzung und die Vermittlung im Stadtteil im Rahmen eines Schülerparlaments im Rathaus ab. Die Sahlkamp-Charta entsteht.

Der Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide griff die Beschlüsse der SchülerInnen auf und beauftragte die Stadtverwaltung mit der Umsetzung.

Für das Regelwerk wurde von der Grafikerin Petra Wenzlaff ein Signet mit hohem Wiedererkennungswert und verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten entwickelt.

Die Regeln werden für unterschiedliche Altersgruppen in Form eines Büchleins, über Plakate, Poster und in mehreren Sprachen veröffentlicht.

Das Fahrgastfernsehen beziehungsweise die üstra AG unterstützt die Veröffentlichung der Charta. Die Regeln werden nun zwölf Monate in allen „Silberpfeilen“ auf der Linie 2 im Sahlkamp als Spot gezeigt.

Finanziell wurde das Vorhaben u.a. durch den Bezirksrat Bothfeld Vahrenheide, die Sanierungskommission Sahlkamp, den Integrationsbeirat und der üstra unterstützt.

Weitere Informationen zu Sahlkamp Charta erhalten Sie von:
Harry Rothmann
Tel.: 0511 168-48054
E-Mail: Harry.Rothmann@Hannover-Stadt.de

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