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Sanierung Sahlkamp-Mitte

Sahlkamp-Mitte © Landeshauptstadt Hannover (Quelle)

Sahlkamp-Mitte

Im Nordosten Hannovers liegt – zwischen der A2 und dem Mittellandkanal - das Sanierungsgebiet Sahlkamp-Mitte: Eine monostrukturelle Wohnsiedlung, in die ab den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts junge Familien aus dem Zentrum hinaus an den grünen Stadtrand gezogen sind. Das „Märchenviertel“ Hannovers mit seinen Einfamilienhäusern aus der Nachkriegszeit bekam seinerzeit viele neue Nachbarn und ein modernes Versorgungszentrum, aber aus dem Sahlkampmarkt ist im Laufe der Jahrzehnte kein pulsierender Mittelpunkt des Quartiers geworden und heute weist das ehemals modern konzipierte Wohngebiet mit grünen Abstandsflächen die siedlungstypischen Mängel im architektonischen Erscheinungsbild der Gebäude und Hauseingänge auf und leidet unter mangelnden Angeboten in der Gestaltungs-, Nutzungs- und Aufenthaltsqualität des öffentlichen und privaten Umfelds.

Aufgrund dieser Entwicklung ist im Herbst 2009 Sahlkamp-Mitte als Hannovers fünftes Sanierungsgebiet in das Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt“ aufgenommen worden.

Sahlkamp

13.623 Menschen zählt der Stadtteil Sahlkamp. Davon leben überdurchschnittlich viele Personen in Familienverbänden und in vergleichsweise vielen Familienverbänden leben mehr als drei Kinder. Mehr als 77 % aller Wohngebäude sind Ein- oder Zweifamilienhäuser, aber die befinden sich nicht innerhalb des eigentlichen Sanierungsgebietes Sahlkamp-Mitte.

In vielerlei Hinsicht weichen die statistischen Daten des Sanierungsgebietes von denen des Gesamtstadtteils ab und verdeutlichen die sozialen Unterschiede, die zwischen den Haushalten in den Wohnblocks und denen des Märchenviertels entstanden sind.

So beläuft sich im Jahr 2011 in unmittelbarer Nachbarschaft des Sahlkampmarktes die Arbeitslosenquote nicht auf stadtteildurchschnittliche 10,7 %, sondern auf 15,1 % und der Anteil der Kinder und Jugendlichen wächst hier von 19,5 % auf über 21 % der EinwohnerInnen. Der Anteil der EinwohnerInnen mit einem Migrationshintergrund macht 52 % statt 35,9 % aus. Im Jahr 2009 sind 38 % der Menschen hier auf Transferleistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes angewiesen; im Gesamtdurchschnitt des Stadtteils sind es nur 24,2 %.

Handlungsfelder

In den zehn Programmjahren will die Stadterneuerung mit verschiedenen Sanierungsmaßnahmen und in enger Kooperation mit anderen Fachbereichen der Stadtverwaltung die bauliche, die infrastrukturelle und soziokulturelle Situation dieses Stadtteils fördern und verbessern.

Die möglichen Handlungsansätze werden hierfür im weiteren Verlauf des Sanierungsprozesses konkretisiert und als Gesamtkonzept aufeinander abgestimmt:

  • Aufwertung des Wohnungs- und Gebäudebestandes durch bauliche und energetische Modernisierung
  • Anpassung des Wohnungsbestandes an die derzeitigen und zu erwartenden Bedarfe von Familien oder SeniorInnen
  • Verbesserung der Aufenthaltsqualitäten der privaten Freiflächen und öffentlichen Räume
  • Verbesserung der Barrierefreiheit im Stadtteil bei Freiflächen, Einrichtungen, Geschäften Wohnungszugängen und Straßen
  • Stärkung und Aktivierung des Nahversorgungszentrums Sahlkampmarkt / Hägewiesen
  • Förderung des lokalen Arbeits- und Ausbildungsplatzangebotes und der Qualifizierung
  • Stabilisierung der Nachbarschaften
  • Stärkung des Sicherheitsgefühls im Stadtteil
  • Erweiterung und Unterstützung der kulturellen und sozialen Infrastruktur

Beteiligung

Wesentlicher Bestandteil des Programms Soziale Stadt ist eine aktive Beteiligung der im Sanierungsgebiet lebenden EinwohnerInnen. So ist im Herbst 2010 als politisches Gremium die Sanierungskommission Sahlkamp-Mitte konstituiert worden, die sich mit allen Aspekten der Sanierung auseinandersetzt und deren regelmäßige Sitzungen für alle Interessierten öffentlich sind.

Seit November 2010 bietet auch das Quartiersmanagement im Einkaufszentrum Hägewiesen (Schwarzwaldstr. 37a) eine Anlaufstelle für alle EinwohnerInnen. Dort im Zentrum des Sanierungsgebietes koordiniert das Quartiersmanagement die Maßnahmen und Projekte des Sanierungsprogramms und Beteiligungsaktionen, wie sie im Vorfeld der Modernisierung des Spielplatzes in der Odenwaldstraße mit Kindern und Jugendlichen, aber auch mit erwachsenen AnwohnerInnen stattgefunden haben.

Seit Mai 2011 erscheint in regelmäßigen Abständen die zum Teil mehrsprachige Sanierungszeitung „Mitten im Sahlkamp“, die über den Verlauf aller Sanierungsmaßnahmen und -projekte informiert.

Eingang zur Bauverwaltung © Landeshauptstadt Hannover - Geoinformation