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Sanierung Vahrenheide-Ost

Kinder im Sanierungsgebiet Vahrenheide © Landeshauptstadt Hannover

Kinder im Sanierungsgebiet Vahrenheide

Im Januar 1998 wurde Vahrenheide-Ost rechtsverbindlich als Sanierungsgebiet festgelegt. Für das Sanierungsgebiet Vahrenheide-Ost gilt die Besonderheit, dass es bei gleicher Zielsetzung ein “Vorreiter” des seit 1999 bestehenden Programms “Soziale Stadt” ist. Denn Vahrenheide-Ost wurde bereits 1997, auf der Grundlage des neuartigen, integrativen Charakters des Sanierungskonzeptes “Aktionsprogramm Integrierte Sanierung Vahrenheide-Ost” in das Städtebauförderungsprogramm als Modellprojekt des Landes Niedersachsen ausgewählt.
Das Sanierungskonzept (Integriertes Handlungskonzept, das Sie am Ende dieser Seite herunterladen können) bildet die Grundlage für das Handeln aller Beteiligten und wurde im Zuge der Sanierung konkretisiert und ergänzt.
Die Sanierung wurde in der Anfangszeit intensiv begleitet und evaluiert. Nähere Informationen erhalten Sie bei der Bundestransferstelle Soziale Stadt.

Vahrenheide-Ost

Das Stadtquartier mit einer Größe von ca. 73 ha entstand in der Zeit von 1955 bis 1974 als erste niedersächsische Großwohnsiedlung am nördlichen Stadtrand der Landeshauptstadt Hannover. Heute leben dort ca. 7.000 Menschen.
Der weitaus größte Teil wird durch eine aufgelockerte, stark durchgrünte Zeilenbebauung der späten 50er und 60er Jahre geprägt. Im Südosten befindet sich eine Hochhausbebauung aus den 70er Jahren. Der größte Teil der stadtweit bekannten, bis zu 18-geschossigen Großwohnanlage Klingenthal, ist mittlerweile im Rahmen der Sanierung abgerissen worden.

Auf dem frei geräumten Areal wurden erste preisgünstige Einfamilienhäuser realisiert. Weitere Bauabschnitte werden vorbereitet.

Ein Großteil der Wohnungen entspricht nicht mehr den heutigen Wohnbedürfnissen und den bautechnischen Standards, konnte jedoch im Zuge der Sanierung bereits wesentlich verbessert werden.
Im Sanierungsgebiet leben im Vergleich zum Stadtgebiet überproportional viele Transferleistungsbezieherinnen und -bezieher sowie ein hoher Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund.

Mit dem Ziel der sozialen Stabilisierung des Stadtteils und der Verbesserung der Lebenssituation seiner Bewohnerinnen und Bewohner wurden folgende Sanierungsziele festgelegt:

Handlungsfelder und Sanierungsziele

Wohnungspolitik

  • Veränderung der einseitigen Zusammensetzung der Wohnbevölkerung, Entwicklung tragfähiger Nachbarschaften, Verhinderung der Abwanderung stabiler Bevölkerungsgruppen
  • Neuausrichtung der kommunalen Wohnungspolitik über eine Freistellung des Wohnungsbestandes von den gesetzlichen und vertraglichen Bindungen und Belegrechten; Qualifizierung der Belegungspraxis und Vermietung durch die Vermieter
  • Maßnahmen zur Betreuung und Wohnbegleitung von besonderen Personengruppen in prekären Lebenslagen
  • Verkauf von Wohnungen an Mieter und Mieterinnen, Genossenschaften und sanierungsverträglichen Investoren  

Bauliche, städtebauliche Erneuerung

  • Modernisierung/Instandsetzung des Wohnbestandes
  • Verbesserung des Wohnungsangebotes für Familien und Senioren
  • Umnutzung von Wohnraum für wohnverträgliche Gewerbe und Dienstleistungen
  • Verbesserung des Wohnumfeldes
  • Verbesserung der Freiraumgestaltung
  • Instandsetzung/Modernisierung der Spielplätze

Soziale Entwicklung

  • Soziale Stabilisierung der Bewohnerinnen und Bewohner
  • Anpassung/Modernisierung der sozialen Infrastruktur an die Bedarfe der Bewohnerinnen und Bewohner
  • Aktivierung und Förderung von Eigeninitiative und Selbstorganisation

Lokale Ökonomie

  • Entwicklung von Angeboten von Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten

Bürgerbeteiligung/Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner an der Stadtteilentwicklung

  • Wichtiger Bestandteil der Durchführung von Maßnahmen im Sanierungsgebiet ist die aktive Teilhabe und Mitbestimmung der Bewohnerinnen und Bewohner.

Organisation der Bürgerbeteiligung

Eine direkte Planungsbeteiligung von Bewohnerinnen und Bewohnern erfolgte z. B. projektbezogen bei Modernisierungs- und Wohnumfeldverbesserungsmaßnahmen. Eine indirekte Beteiligung wird über eine Mitwirkung in entsprechenden Beteiligungsgremien angestrebt.

Hierzu wurde die Sanierungskommission (SK) Vahrenheide-Ost als Entscheidungsgremium der Sanierung mit neun Ratsmitgliedern und neun Bürgervertretern eingerichtet. Die Sitzungen der SK sind öffentlich. Faktisch haben alle Anwesenden Rederecht. Die SK unterbreitet den Ratsgremien Empfehlungen und Beschlüsse zu allen relevanten Angelegenheiten der Sanierung.

Alle Fragen, die in ihrer Sitzung behandelt werden, müssen zuvor im Stadtteilforum, dem Partizipationsgremium der Stadtteilbevölkerung behandelt werden. Die SK berücksichtigt bei ihrer Entscheidungen wiederum die Voten des Stadtteilforums.

Das Stadtteilforum soll als Beteiligungsgremium des Quartiers auch nach Abschluss der Sanierung bestehen bleiben.

Zur Förderung der sozial-kulturellen Entwicklung des Sanierungsgebietes ist seit 2001 ein Gebietsfonds in einer Höhe von ca. 25 000,- € eingerichtet worden. Im Stadtteilforum wird die Vergabe der Mittel des Gebietsfonds behandelt und der SK mit einer entsprechenden Beschlussempfehlung vorgelegt.

Die Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner werden regelmäßig durch die Sanierungszeitung “Vahrenheide-Ost” über aktuelle Themen im Stadtteil informiert. Die Zeitung wird an alle Haushalte im Sanierungsgebiet kostenlos verteilt. Alle Ausgaben können hier herunter geladen werden.

Aktuell steht das Sanierungsgebiet Vahrenheide-Ost  kurz vor dem Abschluss: Bereits 2012 wurde ein erster Teilbereich aus der Sanierung entlassen. Die vollständige Aufhebung der Sanierungssatzung soll Mitte 2013 erfolgen.

Eingang zur Bauverwaltung © Landeshauptstadt Hannover - Geoinformation