Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Neue kommunale Internetseite

Welt-in-Hannover.de

Mehrsprachiges hannoversches Internetportal als interkulturelle Brücke für die Stadtgesellschaft.

Bei den Bemühungen, möglichst allen Menschen Zugang zu allen Lebensbereichen zu verschaffen – wie im Lokalen Integrationsplan angeregt –, stößt man gelegentlich an Grenzen. Denn längst nicht alle sprechen fließend Deutsch und bekommen daher nur einen Bruchteil der für sie interessanten Informationen und Angebote zum Stadtleben mit.

Das von der Landeshauptstadt Hannover (LHH) geförderte Netzwerk-Projekt „Welt in Hannover“ schafft hier Abhilfe. Die elfsprachige Internetseite dient als interkultureller Austausch- und Orientierungspunkt und wird betrieben von Ehrenamtlichen aus kargah e.V., Faust e.V. und dem MISO-Netzwerk. Auf dem neuen Internetportal finden sich aktuelle Themen und hilfreiche Informationen zu Veranstaltungen, Bildungs- und Beratungsangeboten für Migrant/innen in Hannover. Auch wer sich für Sport, Begegnungen mit anderen Menschen, oder Senior/innen-Themen interessiert, wird bei „Welt in Hannover“ fündig.

Im Rückblick auf den gut eineinhalbjährigen Aufbau des Internetportals stand für Dieter Wuttig (Fachbereich Bildung und Qualifizierung der LHH) die Erkenntnis, dass er mit vielen Menschen verschiedenster Ethnien sehr gut und verlässlich arbeiten konnte. Vielfach sei man sich gar nicht im Klaren über die Innovationskraft, die durch die Zusammenarbeit auf Augenhöhe freigesetzt werden könne. Das Internetportal habe Modellcharakter, denn europaweit seien kommunale mehrsprachige Internetseiten Mangelware. Das sei schade, denn viele Migrant/innen bringen die nötigen Kompetenzen zu ihrem Betrieb mit.

Das Prinzip der Inklusion wurde auch bei der Redaktionspolitik umgesetzt, denn jedermann kann dort seine Texte zur Veröffentlichung vorschlagen und auf kommende Veranstaltungen aufmerksam machen. Auch Autor/innen, die überhaupt kein Deutsch sprechen, kommen zu Wort, denn die ehrenamtlichen Übersetzer/innen bemühen sich darum, jeden Text in möglichst jeder Sprache anzubieten. Die Redakteurin Suvar Düsmezer freute sich besonders über die Möglichkeit, ihre Muttersprache Zazaki am Leben zu erhalten. Etwa 15 Prozent der türkischstämmigen Menschen in Hannover sprechen diese nahezu ausgestorbene Sprache, die zu der nordwest-iranischen Sprachgruppe der indogermanischen Sprachfamilie gehört. Darin sind Elemente des Kurdischen, des Farsi und der türkischen Sprache eingegangen – somit bleibt ein Stück der sprachlichen Vielfalt in Hannover erhalten.

Die steigenden Zugriffe und regelmäßigen Anfragen bestätigten die Redakteur/innen in ihrem Engagement. Asghar Eslami (kargah e.V.) und Jürgen Liedtke (Faust e.V.) blickten optimistisch in die Zukunft, denn bisher habe man immer sehr gut im Netzwerk zusammenarbeiten können. Wichtig werde nun, weitere Kooperationspartner/innen einzubeziehen und Drittmittel zur dauerhaften Finanzierung zu organisieren.

Das Redaktionsteam von Welt-in-Hannover.de ruft dazu auf, sich mit Anregungen und Themenvorschlägen – gern auch Artikeln – an dem Portal zu beteiligen. Anfragen nimmt das Welt-in-Hannover-Team entgegen unter der E-Mail-Adresse redaktion@welt-in-hannover.de