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Hilfekonferenzen

Eingliederungshilfe für seelisch Behinderte gemäß §§ 53, 54 SBG XII

Eine junge Frau, ein junger Mann und eine ältere Frau an einem Tisch im Gespräch. Vor ihnen liegen ausgebreitet Unterlagen. Die ältere Frau zeigt auf eines der Papiere und die jüngere Frau macht Notizen. © Thomas Langreder

Beratungsgespräch

Für einen Teil des Personenkreises der seelisch Behinderten, also Menschen mit einer chronischen psychischen Erkrankung (oder bei denen eine Chronifizierung mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist), kann Eingliederungshilfe nach SGB XII eine sinnvolle Unterstützung bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft sein.

Nach Antragstellung wird die betroffene Person fachärztlich psychiatrisch untersucht, um festzustellen, ob eine seelische Behinderung vorliegt.

Seelisch Behinderten Hilfen anzubieten oder zu vermitteln, ist nach § 5 NPsychKG Aufgabe des Sozialpsychiatrischen Dienstes.

Der konkrete Hilfebedarf wird in der Regel durch eine sog. Hilfekonferenz ermittelt. Dabei handelt es sich um ein modernes personenzentriertes Verfahren, in dem sich unter allparteilicher Moderation des Sozialpsychiatrischen Dienstes die betroffene Person und wichtige Vertreter ihres Helfersystems (z. B. Angehörige, rechtlicher Betreuer, behandelnder Facharzt, siehe Schaubild) „auf Augenhöhe“ darüber austauschen, welches der passgenaue individuelle Hilfebedarf in den einzelnen Lebensbereichen ist („verhandeln statt behandeln“). Diese Vorgehensweise der direkten Einbeziehung der unterschiedlichen Sichtweisen ist auf Konsens ausgerichtet – unter der Annahme, dass die betroffene Person lediglich diejenigen Eingliederungsmaßnahmen für sich effektiv nutzen wird, denen sie aus eigener Überzeugung zustimmt.

Das Ergebnis der Hilfekonferenz wird in Form eines, von allen Teilnehmern unterschriebenen, Protokolls als Empfehlung (z. B. für ambulant betreutes Wohnen) an den Sozialhilfeträger geschickt.

Nach Ablauf eines in der Hilfekonferenz vereinbarten Zeitraums findet (auf Basis des vom Maßnahmeanbieter erstellten „Entwicklungsberichtes“) eine Hilfeplanfortschreibung statt (überwiegend erneut in Form einer Hilfekonferenz), um zu klären, ob das vorgesehene Unterstützungskonzept wirksam war, ob die Maßnahme verlängert, modifiziert oder evtl. inzwischen veränderten Lebensbedingungen angepasst werden muss.

In der Zentrale des Sozialpsychiatrischen Dienstes in Hannover in der Weinstraße befindet sich die „Fachsteuerung Hilfekonferenzen“. Aufgabe der „Fachsteuerung“ ist die zentrale Koordinierung des Hilfekonferenzverfahrens. Alle Erstanträge auf Eingliederungshilfe werden durch ärztliche und sozialpädagogische Fachkräfte der „Fachsteuerung“ in Zusammenarbeit mit dem Sozialhilfeträger gesichtet. Ein wesentlicher Teil der Erst-Hilfekonferenzen wird durch die Mitarbeiterinnen der „Fachsteuerung“ durchgeführt, der größere Teil der übrigen Hilfeplanungen (vor allem Fortschreibungen) durch die Beschäftigten aus den Sozialpsychiatrischen Beratungsstellen.

In den Fällen, in denen sich die Hilfekonferenzteilnehmer nicht auf eine gemeinsame Empfehlung haben einigen können, besteht die Möglichkeit einer sog. „Clearingkonferenz“, in der auf der nächsten Ebene innerhalb des Sozialpsychiatrischen Dienstes (z. B. durch den Teamleiter) der Hilfebedarf erneut mit der betroffenen Person und ihrem Bezugssystem analysiert wird.