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Vortragsraum im Haus der Region, links die Teilnehmer, rechts ein Redner © Region Hannover

Das Plenum

Zusammengefasst

Auftaktveranstaltung „Gesunde Region Hannover – Gestalten Sie mit!“

Die Zusammenfassung der Auftaktveranstaltung "Gesunde Region Hannover - Gestalten Sie mit!" vom 1. Juni 2013 im Haus der Region in Hannover

Herr Hauke Jagau, Regionspräsident, eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort, in dem er die rund 80 Besucherinnen und Besuchern willkommen hieß und den neuen Leiter des Fachbereichs Gesundheit, Herrn Dr. Mustafa Yilmaz, vorstellte, der Anfang Mai seinen Dienst angetreten hat. In seinen einführenden Worten wies Herr Jagau darauf hin, wie schwer es ist, sich im Alltag immer gesundheitsförderlich zu verhalten. Danach folgten zwei Einführungsreferate.

Herr Dr. Claus Weth (Koordinator des Gesunde Städte-Netzwerks der BRD) stellte in seinem Vortrag (s. Anlage) das nationale Gesunde Städte- Netzwerk mit seinen Mitgliedern und deren Aktivitäten vor.
Frau Prof. Marie-Luise Dierks  (Leitung des Masterstudiengangs Public Health, Institut für  Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, MHH) berichtete in ihrem Beitrag  (s. Anlage) über die besondere Bedeutung der Gesundheitskompetenz im Hinblick auf einen verantwortungsvollen Umgang des Einzelnen mit dem Thema Gesundheit

Nach einer Mittagspause, die neben einem Imbiss auch die Möglichkeit zum Austausch bot, überreichte Herr Dr. Weth der Dezernentin für Öffentliche Gesundheit, Sicherheit und IT der Region Hannover, Frau Barbara Thiel, die Mitgliedsurkunde des nationalen Gesunde Städte-Netzwerks, die den Beitritt der Region Hannover in das Netzwerk offiziell besiegelte.

Als Moderatorin der Veranstaltung führte Frau Rosa Legatis anschließend in die dann folgenden Themeninseln ein, an denen die Besucherinnen und Besucher im Gespräch mit einer Expertin bzw. einem Experten die Möglichkeit hatten, ihre Ideen und Wünsche zu den einzelnen Themen zu benennen.

Folgende Themeninseln standen zur Auswahl:

  • Gesund alt werden in der Region, Dagmar Vogt-Janssen (Bereichsleiterin Fachbereich Senioren der Landeshauptstadt Hannover)
  • Männer und Frauengesundheit, Thomas Altgeld (Geschäftsführer der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Nds. e.V.)
  • Bewegung, Bernd Grimm (Teamleiter Abteilung Sportentwicklung LandesSportBund Nds. e.V.)
  • Psychische Gesundheit, Dr. Cornelia Oestereich (Ärztliche Direktorin KRH Psychiatrie Wunstorf)
  • Kinder- und Jugendgesundheit, Dr. Cornelia Ehrhardt, (Teamleiterin Sozialpädiatrie und Jugendmedizin Region Hannover)

 

Die Abschrift der Stellwände der einzelnen Themeninseln finden Sie nebenstehend.

In dem anschließenden Resümee berichteten die Expertinnen und Experten im Interview mit Frau Legatis über die Gespräche auf den Themeninseln.

Dagmar Vogt-Janssen wies darauf hin, dass auf ihrer Themeninsel zunächst über die Definition von Alter diskutiert wurde, da es hierzu vielfältige Auffassungen gibt. Eine gute Infrastruktur (z.B. Nachbarschaft, gesellschaftliche Einbindung und Teilhabe) wurde als wichtiger Faktor für Gesundheit im Alter benannt. Gelobt wurde ansonsten das vielfältige Angebot für Senioren im Gebiet der Region. Kritisiert wurde allerdings, dass es kein flächendeckendes Beratungsangebot zum Thema Pflege gibt. Das Thema Gesundheitskompetenz stieß bei den Besucherinnen und Besuchern auf besonderes Interesse, verbunden mit den Fragestellungen: Wie werde ich gesundheitskompetent? Was brauche ich dafür? Wo kann ich mich bilden?

Thomas Altgeld stellte zusammenfassend dar, dass Gesundheit eher als ein Frauenthema wahrgenommen wird und Frauen und Männer einen unterschiedlichen Zugang zum Thema Gesundheit haben. Es wurde festgestellt, dass Geschlechtsrollenerwartungen in vielen Lebensbereichen eine wichtige Rolle spielen und somit auch das Gesundheitsverhalten beeinflussen. Besonders hingewiesen wurde auf die hohe Bedeutung des Schulsports, gerade im Hinblick auf Bewegungsförderung von Mädchen und jungen Frauen. Ältere alleinstehende Frauen wurden als eine Zielgruppe beschrieben, die im Bereich der Gesundheitsförderung einer besonderen Beachtung bedarf.

 

Bernd Grimm berichtete, dass das Thema Bewegung von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als ein wichtiger Gesundheitsaspekt gesehen wird. Bedauert wurde, dass sich diese Bedeutung gerade im Schulalltag nicht wiederspiegelt, hier sollte die Politik unterstützend wirken. Der Bewegungsmangel bei Mädchen und jungen Frauen wurde ebenfalls thematisiert. Demnach fehlen Bewegungsräume/ -orte im Freizeitbereich für Mädchen, vergleichbar zu den Bolzplätzen und Skaterbahnen, die eher von Jungen genutzt werden. Sportvereine sollten ihre Angebote flexibler gestalten, mehr Kursangebote und Kooperationen wären wünschenswert.
Auch die Wiederbelebung von Trimmpfaden als öffentliche Orte der Bewegung wurde angeregt.

Dr. Cornelia Oestereich informierte zu ihrer Themeninsel, dass zunächst die Definition von psychischer Erkrankung diskutiert wurde. Sie erläuterte, dass viele „neue“ psychische Erkrankungen früher als vorübergehende Befindlichkeitsstörungen galten. Zeitlich begrenzte psychische Beeinträchtigungen sind nach ihrer Aussage Teil des Lebens eines Menschen, die nicht gleich als Krankheit definiert werden sollten. Allerdings haben sich die Lebensumstände/ Arbeitsbedingungen dahingehend verändert, dass sie zunehmend krankmachend wirken. Psychische Erkrankungen wurden somit als eine gesamtgesellschaftliche Thematik angesehen. Bei den Betroffenen führen sie häufig zur Isolation. Folgende Gegenmaßnahmen wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern benannt: sich öffnen, Enttabuisierung von psychischen Erkrankungen, regelmäßiger Austausch mit anderen Betroffenen – Selbsthilfe, Einsatz von Haustieren in der Therapie, work-life-balance. Die Rolle der Arbeitgeber wurde kritisch beleuchtet, z.T. liegt eine fehlende Sensibilität für psychische Erkrankungen vor.

Dr. Cornelia Ehrhardt berichtete, dass die Themen Ernährung, seelische Gesundheit und Elternarbeit auf ihrer Themeninsel eine große Rolle gespielt haben. Es wurde besprochen, dass Ernährungsbildung bereits in der Schwangerschaft beginnen sollte. Ein Ausbau der Ausbildung von Erzieherinnen, Lehrerinnen und Pädagogen im Bereich der Gesundheit wäre wünschenswert, sinnvoll wäre auch eine zusätzliche Schulung im Umgang mit kranken Kindern (z.B. psychische Störungen, Allergien und Diabetes). Festgestellt wurde, dass gerade der Leistungsdruck in den Schulen ein gesundheitliches Problem für Kinder und Jugendliche darstellt. Die Elternarbeit in Schule und Kita sollte nach Ansicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiviert werden. Zusammenfassend konnte gesagt werden, dass es bereits vielfältige Aktivitäten in der Region Hannover gibt, z.B. in den Bereichen Adipositasprävention und Sprachförderung.

Barbara Thiel dankte am Ende der Veranstaltung Frau Prof. Dierks und Herrn Dr. Weth für die Vorträge, den Expertinnen und Experten und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die regen Diskussionen auf den Themeninseln. In ihrem Schlusswort gab sie einen Ausblick auf das weitere Vorgehen. Die Geschäftsstelle des Netzwerks ist im Team Prävention und Gesundheitsförderung des Fachbereichs Gesundheit der Region Hannover angesiedelt, Ansprechpartnerin ist Frau Gabriele Groß, Koordinatorin für Gesundheitsförderung. Von Seiten der Initiativen wird das Netzwerk von Frau Rita Hagemann von KIBIS unterstützt. Die Mitgliedschaft im nationalen Gesunde Städte-Netzwerk wird in die bereits vorhandenen Strukturen des Gesundheitsplenums für die Region Hannover eingebettet. Bei Bedarf werden weitere Strukturen (z.B. Bildung von thematischen Arbeitsgruppen) gebildet. Der Aufbau von Doppelstrukturen soll dabei vermieden werden. Diese  Veranstaltung war der Auftakt zu einem langfristigen Beteiligungsprozess im Bereich der Gesundheit und Gesundheitsförderung im Gebiet der Region und hatte zum Ziel, diesbezügliche Themenwünsche und –schwerpunkte der Menschen vor Ort zu ermitteln. Die Auswertung der Veranstaltung wird genutzt, um einzelne Themen in Zukunft intensiver zu bearbeiten. Geplant ist, zu einzelnen Themenfeldern dezentrale Veranstaltungen im Gebiet der Region Hannover durchzuführen.