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Region im Dialog

Wie viel Auto darf’s denn sein?

Fachleute diskutierten mit einem interessierten Publikum am 16 November 2016 im Haus der Region. Dabei ging es um Carsharing und andere Mobilitätsangebote.

Über die Frage „Wie viel Auto darf´s denn sein?“ diskutierten Expertinnen und Experten mit einem interessierten Publikum am 16.11.2016 im Haus der Region. Im Mittelpunkt standen die aktuellen Angebote, Trends und Potenziale des CarSharing im Bundesgebiet sowie in der Region Hannover. Vor allem in den Umlandkommunen fehlt bisher oft ein attraktives Angebot, weshalb die Region Hannover aktuell die Integration von CarSharing-Fahrzeugen in kommunale und betriebliche Fuhrparks unterstützt. Zusätzlich wurde angeregt, stärker darüber zu informieren, für wen CarSharing sich als Alternative zum eigenen Pkw lohnt. Auch die Möglichkeiten des privaten Auto-Teilens, die Chancen für Fahrgemeinschaften, der Verleih von Lastenrädern und Pedelecs und die Mitnahme des Fahrrads mit Taxi, Bus und Bahn waren Gegenstand der Plenumsdiskussion. Die Breite der Themen zeigte auf, dass ein gutes Zusammenspiel der verschiedenen Mobilitätsangebote eine entscheidende Rolle spielt, damit Menschen nicht auf ein eigenes Auto angewiesen sind, um mobil zu sein.

Statements der Podiumsgäste

Elke van Zadel, Region Hannover, Leiterin Fachbereich Verkehr:

"Die Region Hannover hat sich das Ziel gesetzt Mobilität zu managen und intelligenter zu organisieren. CarSharing bietet die Möglichkeit Infrastruktur effizienter zu nutzen, Kosten zu sparen und CO2 zu reduzieren. Wir möchten über Kommunikation, Vernetzung und Planung CarSharing in der gesamten Region präsenter machen und auch ins Umland bringen. Über Motivation der Akteure und Generierung von Multiplikatoren in den Kommunen soll so in allen 20 Umlandkommunen ein Angebot geschaffen werden. Wir möchten über den Masterplan nicht nur das Angebot an Fahrzeugen vergrößern, sondern auch den Blickwinkel der Einwohnerinnen und Einwohner erweitern. Die Bedürfnisse nach Mobilität sind vielfältig, die Sharing Mobility Angebote sind mitgewachsen und bedienen heute neben dem klassischen CarSharing über Pendlerportale und privates wie auch gewerbliches Autoteilen eine große Palette."

Birgit Blaich-Niehaus, ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e. V., Abteilungsleiterin Verkehr:

"Für den ADAC ist CarSharing in der Zukunft eine echte Alternative zum eigenen Auto. Es wird sich e-her im städtischen Bereich durchsetzen, da hier genügend Nutzer auf engstem Raum wohnen. CarSharing mit flexiblen Abhol- und Rückgabemöglichkeiten wird sich nach unserer Ansicht eher durchsetzen. Allerdings glauben wir nicht, dass damit eine spürbare verkehrliche Entlastung erreicht werden kann, ebenso wenig wie eine geringere Umweltbelastung. Aus unserer Sicht ist eine Bevorrechtigung beim Parken sinnvoll, um damit Anreize zu schaffen."

Ulf Mattern, GVH - Großraum-Verkehr Hannover GmbH, Geschäftsführer:

"Für den Verkehrsverbund GVH gehört CarSharing schon seit vielen Jahren zur unverzichtbaren Ergänzung der Nutzung von Bussen und Bahnen. Im Mobilitätsshop des GVH bieten wir den Kunden durch Informationen und Buchungsmöglichkeiten verschiedener Verkehrsmittel den einfachen Zugang zu kombinierter Mobilität."

Paula Ruoff, KCW GmbH, Beraterin für Sharing Economy und Mobilitätsverhalten:

"Die Sharing Economy ermöglicht in erster Hinsicht die erhöhte Auslastung und Nutzung von ungenutzter Kapazität. Die wirtschaftliche Bedeutung von derzeit 10,5 Milliarden Euro kann innerhalb der nächsten 10 Jahre auf bis zu 270 Milliarden Euro global anwachsen. Besonders profitabel und 'disruptiv' sind die Geschäftsmodelle, die mit den Besitztümern der Nutzer den Bedarf der Kunden wecken und decken - also ohne eigene Investitionen in physische Infrastruktur und z.B. Fahrzeuge tätigen zu müssen. Auch wenn einzelne Entwicklungen kritisch zu betrachten sind, halte ich die Potenziale, mehr Menschen durch Sharing-Angebote zum Umdenken und Umsteigen zu bewegen, für außerordentlich hoch."

Insa Krey, private CarSharing-Kundin:

"Wir sind seit neun Jahren Kunden von Stadtmobil. Vorher stand unser eigenes Auto oft wochenlang ungenutzt herum, weil es mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln praktischer war. Es gibt neun verschiedene Stadtmobil-Fahrzeuge in unserer direkten Nähe und damit immer einen Wagen zur Verfügung, wenn wir ihn benötigen."

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