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Zukunftsfähigkeit

Bevölkerungsentwicklung und demografischer Wandel

Hannover: mehr – bunter

Eine ältere Frau und ein Kind halten gemeinsam bunte Armreife. © LHH - Eberhard Wydmuch

Generationen im Dialog

Die Landeshauptstadt Hannover mit circa 541.000 Einwohnerinnen und Einwohnern wächst seit Jahren mit hoher Dynamik durch Wanderungsgewinne. Wichtigste Herkunftsländer sind EU-Staaten, vor allem aus Ost-, Südost- und Südeuropa. Die Bevölkerungsprognose für die Stadt Hannover prognostiziert bis 2030 weiteres Wachstum, und zwar um knapp 20.000 Personen.

Hannover verdankt seine Wanderungsgewinne in erster Linie den Zuzügen junger Erwachsener zwischen circa 18 und 24 Jahren, auch bis Anfang 30. Zuzugsgrund ist häufig ein Studium, eine Ausbildung oder (erste) Berufstätigkeit in der Landeshauptstadt; das große Arbeitsplatzangebot ist auch bei der Zuwanderung aus dem Ausland entscheidender Pull-Faktor. Wanderungsverluste sind bei Familien, die in das Umland ziehen, zu beobachten.

Das Verhältnis von Geburten zu Sterbefällen – die sogenannte natürliche Bevölkerungsentwicklung – ist in Hannover inzwischen ungefähr ausgeglichen, nachdem es in früheren Jahren noch deutliche Sterbeüberschüsse gegeben hatte.

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung Hannovers liegt zurzeit bei 42,5 Jahren (Prognose 2030: 44,3 Jahre). Der Altersunterschied zwischen der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (45,8 Jahre) und der mit Migrationshintergrund (34,3 Jahre) ist deutlich. Einen "Migrationshintergrund" haben dabei in Hannover mit Hauptwohnsitz gemeldete Personen, die entweder nur eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzen oder neben der deutschen zusätzlich eine ausländische. Durch die momentan hohe Zuwanderung überwiegend junger Menschen schreitet die langsame Alterung der Bevölkerung in Hannover (Durchschnittsalter) gegenwärtig nicht mehr fort – im Jahr 2015 sank das Durchschnittsalter der Stadt.

15 Prozent der Bevölkerung Hannovers sind Kinder und Jugendliche. Zwei Drittel der EinwohnerInnen (66 Prozent) sind im erwerbsfähigen Alter, und 19 Prozent sind SeniorInnen ab 65 Jahre. Bis 2030 wird mit einem leichten Anstieg der Zahl der Kinder und Jugendlichen gerechnet; die Zahl der SeniorInnen steigt spürbar an.

In Hannover haben gut 157.000 Personen einen Migrationshintergrund (29 Prozent); die Zahl hat sich damit seit 1990 verdoppelt, und markant sind kleinräumige Unterschiede zwischen Stadtteilen. Kinder und Jugendliche haben in Hannover zu 46 Prozent einen Migrationshintergrund. Aus der Europäischen Union stammt ein Drittel der Menschen mit Migrationshintergrund in Hannover, die EU ist damit mit Abstand wichtigster Herkunftsraum.

Da vor allem junge Erwachsene zuwandern, wird nicht nur die Alterung der Gesellschaft verzögert; die Innovationskraft wird zugleich gestärkt und das Arbeitskräftepotential des Wirtschaftsstandorts Hannover erhöht. Herausforderungen entstehen durch die verglichen mit früheren Jahren angespanntere Situation auf dem Wohnungsmarkt, und durch den deutlichen Anstieg der Zahl älterer Menschen wird eine laufende Anpassung der Infrastrukturen erforderlich. Dies gilt auch für die Bildungsinfrastruktur durch steigende Kinderzahlen.

Auch die starke internationale Zuwanderung in kurzer Zeit – und zwar in ihrer ganzen Vielfalt – ist zugleich eine große Herausforderungen als Integrationsaufgabe und ein großes Potential: Hannover als weltoffene Gesellschaft verändert sich kontinuierlich und entwickelt sich weiter.