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Thema Mobilität

Ergebnisse des ersten Bürger-Panels

Die erste Online-Befragung in Hannover zeigt eine hohe Zufriedenheit mit der Verkehrssituation.

Eine sehr gute Beteiligung und eine hohe Zufriedenheit mit der Verkehrssituation bei allen VerkehrsteilnehmerInnen in Hannover sind die zentralen Ergebnisse der ersten repräsentativen Online-Bürgerbefragung in der Landeshauptstadt. Das gilt auch für die in der öffentlichen Debatte gelegentlich umstrittenen Bedingungen für den Autoverkehr, wie Oberbürgermeister Stephan Weil und Stadtbaurat Uwe Bodemann am 13. November bei der Präsentation der Ergebnisse erläuterten. Zugleich äußern die Befragten für die unterschiedlichen Verkehrsträger eine Reihe von Verbesserungswünschen.

„Die von Politik und Wirtschaft mitunter geführte kritische Diskussion über die Verkehrssituation in Hannover trifft also häufig nicht den Bürgerwillen. Es gibt offenbar eine große, eher schweigende Mehrheit von Zufriedenen. Sie hat - wie die Umfrage zeigt - durchaus konkrete Verbesserungswünsche, weiß aber sehr wohl die ausgewogene Verkehrspolitik in Hannover zu schätzen“, betont Weil.

Mit der Umfrage zur Mobilität hat die Landeshauptstadt die Bürgerbeteiligung auf das Internet ausgeweitet. Als erste deutsche Großstadt will Hannover künftig mehrmals im Jahr eine repräsentative Auswahl von EinwohnerInnen zu wichtigen Themen der Stadtpolitik überwiegend online befragen. Dafür hat die Landeshauptstadt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung Speyer ein sogenanntes „Bürger-Panel“ aufgebaut: Eine nach Alter und Geschlecht repräsentativ zusammengesetzte Gruppe aus 2.850 HannoveranerInnen, die sich zur Teilnahme an dieser und weiteren Bürgerbefragungen bereit erklärt haben. Fast drei Viertel von ihnen haben sich für die Beantwortung per Internet entschieden. Um keine Bevölkerungsgruppe auszuschließen, können die Übrigen auf dem Postweg an der Befragung teilnehmen.

Hohe Beteiligung von 85 Prozent

An der ersten Befragung vom 8. bis 18. Oktober nahmen 2.428 Panel-Mitglieder teil, das entspricht einer Quote von 85 Prozent. „Das erste sehr erfreuliche Ergebnis ist, dass sich so viele beteiligt haben, der Großteil davon wie beabsichtigt online“, stellt Oberbürgermeister Weil erfreut fest. „Das zeigt, dass Hannover mit dem Instrument einer Online-Befragung in einem Bürger-Panel richtig liegt.“

Grundlage für die erste Online-Bürgerbefragung war der „Masterplan Mobilität 2025“ für Hannover, der Ziele und Handlungsschwerpunkte der Verkehrsplanung in den nächsten 15 Jahren festlegt. Gefragt wurde nach dem eigenen Verkehrsverhalten und der Zufriedenheit mit der Verkehrssituation insgesamt sowie unterteilt nach einzelnen Verkehrsmitteln (Pkw/Motorrad, ÖPNV, Rad, zu Fuß), ebenso nach einer Bewertung konkreter Ziele und Maßnahmen für die einzelnen Verkehrsmittel.

Zwei Drittel der Befragten sind zufrieden

Das Verkehrsverhalten zeigt eine relativ ausgewogene Verteilung auf die Verkehrsmittel Pkw/Motorrad, ÖPNV und Rad. Zu Fuß gehen nahezu alle einmal, ältere Menschen am häufigsten. Das Elektro-Fahrrad hat schon einen nennenswerten Anteil, Car-Sharing steckt noch in den Anfängen. Die Zufriedenheit mit der allgemeinen Verkehrssituation in Hannover ist mit 66 Prozent sehr hoch. Nur 8 Prozent sind unzufrieden oder sehr unzufrieden. Auf einer Skala von 1 bis 5 sind die ÖPNV-NutzerInnen am zufriedensten (2,1), gefolgt von FußgängerInnen (2,2), RadfahrerInnen (2,3) und AutofahrerInnen (2,5).

Besonders hohe Zufriedenheitswerte erhalten die Bedingungen für den ÖPNV. Die Zufriedenheit mit den Verkehrsbereichen ist kaum abhängig vom eigenen Mobilitätsverhalten oder dem Alter. 

Verbesserung von Ampelschaltungen wichtig – Ebenso Ausbau von ÖPNV und Radverkehr

Die Verbesserung des Verkehrsflusses (Ampelschaltungen) für den Kraftfahrzeugverkehr ist die von allen VerkehrsteilnehmerInnen am wichtigsten beurteilte Maßnahme (84 Prozent). Für den nicht-motorisierten Verkehr sind der Ausbau des Radwegenetzes und die verbesserte Radverkehrsführung an Kreuzungen von besonderer Bedeutung (beide 78 Prozent).

Verkehrspolitisch werden die Erhöhung des Radverkehrsanteils und des ÖPNV-Anteils von 65 Prozent und mehr als wichtig angesehen. Eine ebenfalls deutliche Mehrheit von 60 Prozent hält die Vorrangschaltung für den ÖPNV für bedeutsam, lediglich 18 Prozent für unwichtig. Auch einer Vorrangschaltung für den Radverkehr können viele etwas abgewinnen, nur 26 Prozent sind eher dagegen.

Sauberkeit und Sicherheit ist das für den ÖPNV am höchsten bewertete Ziel. Auch einfache Tarife werden von allen NutzerInnen- und Altersgruppen als wichtige Maßnahme angesehen.

Frauen eher für mehr Geschwindigkeitskontrollen als Männer

Frauen sprechen sich in signifikant höherem Maße als Männer für Verkehrssicherheit durch mehr Geschwindigkeitskontrollen aus. Frauen wünschen sich auch in stärkerem Maße Maßnahmen für den nicht-motorisierten Verkehr. Der Straßenzustand und die Parkmöglichkeiten sind den Älteren ab 65 weitaus wichtiger als anderen. Maßnahmen für den Fußgängerverkehr spielen mit zunehmendem Alter eine größere Rolle. Die Förderung des Radverkehrs ist der mittleren Altersgruppe am wichtigsten. Insgesamt lässt sich zwischen den Nutzergruppen so gut wie kein Konkurrenzdenken erkennen, da in jeder Gruppe auch Maßnahmen für die anderen Verkehrsbereiche durchgehend hohe Zustimmungswerte erzielen.

Die Ergebnisse sind unmittelbar vor der Veröffentlichung auch der eigens für das Bürger-Panel gebildeten Kommission des Rats erläutert worden. Gleichzeitig haben alle Ratsmitglieder die Ergebnisse in einer Informationsdrucksache erhalten. „Die Ergebnisse werden sowohl bei der Stadtverwaltung in die weiteren verkehrspolitischen Planungen einfließen als auch in der Ratspolitik eine wichtige Rolle spielen“, resümiert Oberbürgermeister Weil. „Ich bin sicher, dass es im kommenden Jahr weitere Umfragen geben wird. Die Mitglieder des Bürger-Panels haben zahlreiche Themenvorschläge aus nahezu der gesamten Stadtpolitik gemacht.“