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Gruppenfoto mit 16 Personen in einem Park. © Region Hannover

Mitglieder der Delegation und polnische Begleitung am zweiten Tag

Tag 2 in Polen

Schule, Solaris und abendlicher Empfang

Bevor der Landrat die Delegation am Abend des zweiten Tages offiziell empfängt, werden noch eine Schule für sehbehinderte Kinder und die Firma Solaris besichtigt – inklusive Fahrt in Hannovers zukünftigem Elektrobus.

Mitgliedern der Delegation wird das Hörstudio erklärt, in dem sehbehinderte Kinder lernen, Geräusche zu erkennen und zu identifizieren. © Region Hannover

Im Hörstudio der Schule für Kinder mit Sehbehinderung in Owinska

Montag, 23. November 2015: Durch reifbedeckte Landschaften und vorbei an Industriegebieten führt die Busfahrt am Montagmorgen. Ungewohnt früh ist es hell geworden – kein Wunder, Poznan liegt rund 500 Kilometer östlich von Hannover. Im Gegenzug ist es auch um 16 Uhr praktisch dunkel.

Besuch einer Schule für sehbehinderte Kinder

An diesem Vormittag ist Owinska im Landkreis Poznan das Ziel der Delegation. Seit 1947 werden hier, im ehemaligen Zisterzienserinnenkloster, sehbehinderte Menschen auf das Leben vorbereitet; zunächst Kriegsblinde, seit 70 Jahren nun Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Wer Schulleiterin Maria Tomaszewska erlebt, weiß: Sie setzt sich mit ganzem Herzen für diese Schule – eine von insgesamt zehn dieser Art in Polen – ein.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich hier viel verändert, auch dank der Unterstützung des Landkreises, der an diesem Morgen durch Vize-Landrat Tomasz Lubinski vertreten wird. Endlich gibt es einen Fahrstuhl, der zweite wird gerade gebaut. Die alten Gebäude wurden grundlegend saniert, Wirtschaftsgebäude zu einer Sporthalle umgebaut. Ein kleines Schulmuseum ist entstanden, in denen Unterrichtsmaterialien für Blinde und Sehbehinderte ausliegen. "Hierher kommen auch Schulklassen aus anderen Schulen, um etwas über den Umgang mit Sehbehinderungen zu lernen", erzählt Maria Tomaszewska. Andächtig betrachten die Besucherinnen und Besucher das Hörstudio, in dem die Kinder verschiedene Geräusche kennen und identifizieren lernen, die Bibliothek mit Bänden in Brailleschrift und die fröhlichen Klassenräume. 176 Schülerinnen und Schüler werden hier unterrichtet – je nach Fähigkeit bis zum Abitur.

Die meisten von ihnen leben auch in dem Gebäudekomplex: 124 sind Internatsschülerinnen und -schüler. Unterrichtet wird in Klassen von acht bis zehn Kindern, bei Schülerinnen und Schülern mit mehrfacher Behinderung auch weniger. "Wir haben viele mehrfach behinderte Kinder hier", erklärt Maria Tomaszewska. Und was hat es mit den kleinen Zettelchen auf sich, die an den Fenstern und Türen hängen und offenbar Botschaften enthalten? "Wir hatten gerade einen Freundlichkeitstag, bei dem man möglichst anderen Menschen etwas Nettes sagt oder schreibt", sagt die Schulleiterin. "Wir versuchen so viel wie möglich zu lachen und freundlich zueinander zu sein. "

Ein echtes Schmuckstück ist der Außenbereich, der frühere Klostergarten, heute ein wahrer Park der Sinne mit vielen Spielgeräten, die die verschiedenen Sinneswahrnehmungen trainieren oder verstärken, aber auch wundervoll angelegten Beeten und Wegen. "Eine Inspiration für die Gartenregion", freut sich Umweltdezernent Prof. Dr. Axel Priebs. Und auch Regionspräsident Hauke Jagau ist voll des Lobes: "Wir haben hier eine beeindruckende Einrichtung mit einem sehr durchdachten Konzept gesehen", sagt er am Ende des Besuchs und bedankt sich, "dass wir so offen empfangen wurden."

Besichtigung der Firma Solaris

Spannend gestaltet sich auch er Nachmittag: der Besuch der Firma Solaris. Ihre Busse fahren nicht nur durch Hannover, sondern durch viele deutsche Städte. Trotzdem ist die Gruppe überrascht, als sich der Vorstandsvorsitzende und der Vertriebschef in makellosem Hochdeutsch vorstellen. Seit sich die Eigentümerin des Familienbetriebs aus der Leitung des Geschäfts verabschiedet hat, stehen mit Dr. Andreas Strecker und Eberhard Wolters unter anderem zwei Deutsche mit am Ruder des Unternehmens.

Wobei der Begriff "Familienunternehmen" irreführend ist. Solaris hat in Polen 2200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weitere 200 in aller Welt. 1999 wurde hier der erste Bus gefertigt, im vergangenen Jahr waren es 1380. Einer der Busse, die gerade in der Werrkhalle stehen, trägt die Aufschruift "E Nu Ustra Hannover". Es ist der erste Elektrobus, der ab Januar auf der Linie 100 durch Hannover fahren wird. Die Fotoapparate klicken. Über das Werksgelände gibt es eine erste Schnupperfahrt.

Empfang in Kicin

Am Abend dann steht in Kicin, 15 Kilometer von Poznan entfernt, der offizielle Empfang durch Landrat Jan Grabkowski und weitere Mitglieder der Kreisverwaltung und des Kreistags auf dem Programm. Schnell noch einmal die wichtigsten Vokabeln nachsehen. Ach ja, "Smacznego" heißt "Guten Appetit".