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Mehrere Personen stehen vor der neuen Polizeistation in Poznan. © Region Hannover

Regionspräsident Hauke Jagau (3. von links) informiert sich über die neue Polizeistation

Tag 3 in Polen

VW-Werk, Polizeistation und Kreis­kran­ken­haus

Im Dezember soll das erste Auto in Wrzesnia vom Band laufen, die Delegation erreicht die neue Polizeistation in Lubon im richtigen Moment und das Kreiskrankenhaus in Puszczkowo steht vor ähnlichen Herausforderungen wie das Klinikum Region Hannover.

Dienstag, 24. November 2015: "Junge, Junge", entfährt es dem Regionsabgeordneten Bernhard Klockow. Gerade war rings herum nur plattes Land, jetzt kommt das neue VW-Werk in Wrzesnia in Sicht. Vor kaum mehr als einem Jahr gab es an dieser Stelle nur Äcker, so weit das Auge reichte. Jetzt breitet sich vor uns auf mehr als 100 Hektar Land eine riesige Hallenlandschaft aus. Schon im Dezember soll hier das erste Auto gebaut werden. Das Werk ist ein Ableger der Mutterfabrik in Poznan. Spätestens Ende 2017 sollen hier 3000 Menschen im Drei-Schicht-Betrieb 100.000 Fahrzeuge im Jahr bauen, und zwar den neuen Crafter von VW. "Bislang wird der Crafter in Kooperation mit Daimler Benz gefertigt", berichtet Werksleiter Ralf Nitzschke. "2016 laufen die Verträge aus, dann wird Volkswagen den alleine bauen." Auch für Volkswagen kein Spaziergang. "Wegen der vielen Varianten ist es eine komplexe Fertigung", verrät der Werksleiter. Weil die Fahrzege so groß seien, brauche das Unternehmen zudem große Flächen für Logistik und Produktion.

Spät dran? Perfektes Timing!

Nächste Station des Tages für die Delegation aus der Region Hannover ist die neue Polizeistation in Lubon, die just an diesem Tag eröffnet wird. Die Zeremonie läuft schon, als die Gruppe eintrifft. "Wir wollten Ihnen die vielen Reden ersparen", erklärt Tomasz Marawski vom Landkreis Poznan, zuständig für internationale Beziehungen. Sein Timing stimmt: Kaum haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Region Hannover unter die Zuschauerinnen und Zuschauer gemischt, treten Landrat Jan Grabkowski und andere Würdenträger mit der Schere in der Hand nach vorne. Schnipp-schnapp, das rot-weiße Band vor dem Eingang ist durch. Ehe die Gästeschar hinein darf, segnet ein katholischer Priester das Gebäude und – die Delegation staunt – eine beeindruckende Riege von Polizisten in blinkenden Stiefeln, langen Mänteln und Schirmmützen präsentiert auf Befehl das Gewehr und marschiert im Gleichschritt davon. Dann erst öffnen sich die Türen. Neugierige Blicke in die Büros, die der Landkreis Poznan mit finanziert hat. Am spannendsten und am ernüchterndsten ist die Zelle, in der Straftäter festgehalten werden: zwei schmale Hocker, ein schmaler Tisch, eine stabile Stahltür mit Guckloch.

Ähnliches Gesundheitssystem – ähnliche Probleme

Von der Polizei zum Krankenhaus: Im Kreiskrankenhaus in Puszczkowo stehen Tee und Kaffee für die Gäste bereit. Es ist das einzige Krankenhaus in der Trägerschaft des Landkreises Poznan und das einzige überhaupt im Landkreis außerhalb der Stadt Poznan. Trotzdem stellt sich im Gespräch heraus, dass die Herausforderungen ähnlich sind wie die des Klinikums Region Hannover: Investitionen trägt der Landkreis, alle medizinischen Leistungen werden nach verabredeten Zahlen vom staatlichen Gesundheitsfonds getragen – doch selten gehen die Prognosen wirklich auf. "Vermutlich haben wir dieselben Probleme, weil sich Polen am deutschen Gesundheitssystem orientiert hat", sagt Vize-Geschäftsführer Piotr Reiter. Selbst die Strategie des Krankenhauses klingt ähnlich wie die des Klinikums Region Hannover: Qualität der medizinischen Versorgung weiter steigern, um noch mehr Patientinnen und Patienten zu gewinnen. Dank umfangreicher Investitionen und Sanierungsarbeiten seit 2009 ist das in den vergangenen Jahren auch gelungen. Welche Leistungen werden extern vergeben, wie sieht es aus mit der Gewinnung von Pflegekräften, wie gut ist das Krankenhaus ausgelastet? Intensive Fachgespräche entwickeln sich an diesem Nachmittag. Als der Bus schließlich zurück nach Poznan fährt, steht der Vollmond hell am Himmel. Und fast ein bisschen verwundert stellt jeder für sich fest: Morgen geht es schon wieder nach Hause.