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Symbolbild Feuerwehr Hannover © Ulrich Reinecke Photography

Die Geschichte des Rettungsdienstes der Feuerwehr Hannover

alter Krankentransportwagen

 

1867 Die Gründung des „Local-Verein zur Pflege im Felde verwunderter und erkrankter Soldaten für die Königliche Residenzstadt Hannover mit dem Bezirk des Königlichen Amtes Linden“ ist als Ausgangspunkt des organisierten Krankentransportes zu sehen.
1869 Am 22.11. wird bei der Generalversammlung des Vereins beschlossen „in Notständen im Frieden“ nach Kräften Hilfe zu leisten und bei der Ausrüstung eines freiwilligen „Sanitäts-Hilfscorps“ mitzuwirken.
Auf Druck der öffentlichen Lokalpresse sieht sich der Magistrat der Stadt veranlasst, der Feuerwehr einen Transportauftrag für ansteckende Kranke zu erteilen, damit diese nicht mehr mit öffentlichen Fuhrwerken fahren.
1899 wird durch den Magistrat bekannt gegeben, dass von Seiten der Stadt ein Krankentransportwagen beschafft und bei der Branddirektion zur öffentlichen Benutzung aufgestellt wird.
1902 erhält die Branddirektion den Auftrag, die Beförderung von Personen, welche an ansteckenden Krankheiten leiden, grundsätzlich von der Feuerwehr durchführen zu lassen.
1905 fällt das gesamte Krankentransportwesen in die Zuständigkeit der Berufsfeuerwehr und jeder Feuerwehrmann wird zum Sanitäter ausgebildet. Zu der Zeit hat die Berufsfeuerwehr drei pferdebespannte Krankenwagen im Dienst.
1908 erfolgt die Inbetriebnahme eines Krankenwagens, der bereits die Form eines Automobils hat, jedoch elektrisch angetrieben wird.
1911 werden im Monatsdurchschnitt bereits etwa 500 Unfall- und Krankentransporte durchgeführt.
1915 werden die ersten Wiederbelebungsgeräte (Inhahab- Rettungsapparat, Biomotor und Pulmotor) beschafft.
1918 erfolgt die Beschaffung des ersten Krankenwagens mit Benzinmotor.
1921 erfolgt die Beschaffung weiterer zwei Krankenwagen mit Benzinmotor, von denen einer mit zwei Tragen ausgestattet ist.
1925 werden schon insgesamt 7484 Krankentransporte durchgeführt.
1926 wird Hannover von einer Typhusepidemie heimgesucht, die bei über 2000 Erkrankungen 274 Todesopfer unter der Bevölkerung fordert. Das Krankentransportpersonal wird verstärkt. Ein Krankenwagen wird zusätzlich beschafft und einer von der Stadt Braunschweig geliehen. Es werden über 200 Krankentransporte täglich durchgeführt.
1927 werden die letzten Pferde abgeschafft.
1928 erhalten die Feuerwehrfahrzeuge und Krankenwagen erstmals Fanfaren, um sich durch ein Signal bemerkbar zu machen.
1945 Neubeginn des Rettungsdienstes zunächst mit britischen Sanitätskraftfahrzeugen.
1946 am 1. April erfolgt die Wiedereinführung des Krankentransportdienstes bei der Berufsfeuerwehr Hannover durch eine Anweisung der Militärregierung. Die Krankenbeförderung wird während des Krieges vom Deutschen Roten Kreuz durchgeführt. Da infolge der weitgehenden Produktionseinschränkungen an die Neubeschaffung von Krankenwagen nicht zu denken war, musste dieser Dienst unter völlig unzureichenden Verhältnissen mit alten Fahrzeugen durchgeführt werden.
1949 Inbetriebnahme der Nachrichtenzentrale auf der Feuerwache 1
1972 Einführung des ersten Notarzteinsatzwagens (NAW)
1974 Bildung einer gemeinsamen Leitstelle der Berufsfeuerwehr und der Rettungsdienste zur Rettungsleitstelle (RLS) Hannover
1977 wurde durch den Bund-/Länderausschuss „Rettungswesen“ ein 520 Stunden-Programm zur Ausbildung von Rettungssanitätern verabschiedet.
1977 wird die Rettungssanitäterschule der Berufsfeuerwehr Hannover gegründet und erhält ihre staatliche Anerkennung. Jeder Feuerwehrmann, der im Rettungsdienst tätig ist, wird zum Rettungssanitäter ausgebildet.
1978 erfolgt die Umsetzung und Regelung der Ausbildung durch einen Erlass des niedersächsischen Sozialministeriums.
1989 wird die Ausbildung im Rettungsdienst entscheidend verbessert. Es entsteht ein neues Berufsbild: Der Rettungsassistent. Die Ausbildung wird bundeseinheitlich durch das Rettungsassistentengesetz (RETTAssG) und die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (RETTAssPrV) geregelt. Als eine der ersten Ausbildungsstätten im Bundesgebiet erhält die Berufsfeuerwehr Hannover zum 01.09.1989 die staatliche Anerkennung als Rettungsassistentenschule durch die Bezirksregierung Hannover.
Seit 1989 werden alle im Rettungsdienst tätigen Feuerwehrbeamten der Berufsfeuerwehr Hannover zu Rettungsassistenten aus- und fortgebildet. Nach Abschluss der Ausbildung müssen alle im Rettungsdienst tätigen Feuerwehrbeamten pro Jahr insgesamt 30 Stunden Fortbildung an der Rettungsassistentenschule der Berufsfeuerwehr Hannover absolvieren.