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Auftaktveranstaltung

MigrantenEltern vernetzen sich

Ganztägige Konferenz bringt Gründung eines regionalen Migrant/innen-Elternnetzwerks voran.

Auf Einladung der Landeshauptstadt Hannover (LHH), der Region Hannover, sowie der Arbeitsgemeinschaft Migrantinnen, Migranten und Flüchtlinge in Niedersachsen e.V. (amfn) fand am 15. Juni im Neuen Rathaus die Auftaktveranstaltung zur Etablierung eines regionalen „MigrantenElternNetzwerkes“ (MEN) in Hannover statt. Die Initiative ist Teil landesweiter Bemühungen zur Umsetzung der MEN-Idee. Das MEN möchte die Bildungssituation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund verbessern, um so zur Chancengleichheit im Bildungssystem beizutragen. Habib Eslami, Geschäftsführer der amfn, begrüßte im vollen Hodlersaal die Teilnehmer/innen, darunter Vertreter/innen von Migrantenorganisationen, engagierte Eltern, Lehrer/innen und Vertreter/innen des niedersächsischen Bildungssektors. Auch Bürgermeister Bernd Strauch hob in seinem Grußwort die Wichtigkeit der angestrebten Vernetzung von Eltern hervor.

Nach den Grußreden referierte Prof. em. Ursula Boos-Nünning über die Ursachen der Benachteiligungen, denen Jugendliche mit Migrationshintergrund ausgesetzt sind, und die Umstände, die den Austausch zwischen Schulen und Migrant/innenfamilien erschweren. Die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Migrantenorganisationen laufe noch nicht auf Augenhöhe und selbst im Hochschulbereich gingen Dozent/innen und Angestellte nicht ausreichend auf die Bedürfnisse von Studierenden mit Migrationshintergrund ein. Boos-Nünning achtete jedoch in ihrem Vortrag sehr darauf, keine einseitigen Vorwürfe gegen Lehrer/innen oder die Mehrheitsgesellschaft zu erheben. Sowohl Migrantenfamilien, als auch Elternnetzwerke und Schulen müssten an einem Strang ziehen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Prof. Boos-Nünning schloss ihren Vortrag mit der Anregung, angehende Lehrer/innen schon während ihres Studiums auf die tatsächlichen Herausforderungen ihres Berufsalltags bei der Ausbildung von Jugendlichen vorzubereiten und für den Abbau von Zugangsbarrieren mehr Personal an Schulen einzustellen.

Nach der Stärkung beim Mittagsbuffet teilten sich die Teilnehmenden in vier verschiedene Workshops auf, in denen angeregt diskutiert wurde. Tanja Föhr, Leiterin der Agentur für Wissenstransfer und Innovationskulturen, eilte währenddessen zwischen den Räumen hin und her und schaffte es irgendwie, die zentralen Aussagen der gleichzeitig stattfindenden Diskussionen als kunstvolle Zeichnungen auf Plakaten festzuhalten.

Elternmitwirkung in Schulgremien

Im Workshop „Elternmitwirkung in Schulgremien“ wurde diskutiert, wie man die Hemmschwelle einiger Eltern zur Teilnahme an Elterngremien senken kann. Gerade mehrsprachige Eltern könnten eine wichtige Dolmetscherfunktion einnehmen zwischen Schulen und anderen Eltern, die weniger sicher in der deutschen Sprache sind. Bei der Präsentation riet die Gruppe dazu, Kontakte zwischen Lehrer/innen und Eltern zu intensivieren und diejenigen, die bei Elternabenden üblicherweise nicht präsent sind, gezielt zur Teilnahme aufzufordern.

Mehrsprachigkeit als Chance im Bildungsverlauf

Dieser Workshop problematisierte, dass manche Lehrer/innen es nicht duldeten, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund miteinander in Sprachen sprechen, die die Pädagogen/innen selbst nicht verstehen. Zielführender sei es, deren Mehrsprachigkeit zu fördern, indem man auch die Sprachen der Herkunftsländer durch Unterrichtsangebote fördere. Insbesondere an Oberstufen solle das Unterrichtsangebot für Sprachen vielfältiger gestaltet werden.

Bedeutung und Aufgaben der Eltern beim Übergang Schule – Beruf

Die Diskussion der Gruppe im Hodlersaal drehte sich um die Frage, was Eltern tun können, um einen gleichberechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt nach Abschluss der Schulzeit herzustellen, ohne dabei die Balance zu verlieren und gar selber zu diskriminieren. Dabei wurde auch über die Rolle der niedersächsischen Betriebe diskutiert, wobei Melanie Walter, Leiterin des Sachgebiets „Integration, Politik und Verbände“, die MEN-Eltern anregte, die Betriebe, von denen sich viele fortwährend über Fachkräftemängel beschweren, stärker einzubinden und gemeinsam Lösungen zu suchen.

Frühe Bildung

Die Teilnehmer/innen der Gruppe „Frühe Bildung“ waren sich darin einig, dass Kindergärten ohne Elternbeteiligung nicht funktionieren. Gefordert wurden flexiblere Betreuungszeiten und die Schulung von interkulturellen Kompetenzen der Pädagog/innen. Außerdem solle stärker für bereits bestehende Beratungsangebote wie „Stadtteilmütter“ und „Integrationslotsen“ geworben werden, da sie wichtige Arbeit leisteten, die Resonanz jedoch noch zu wünschen übrig lasse.

Die Ergebnispräsentationen im Hodlersaal unter Leitung von Tanja Föhr zeigten, dass an diesem Tag Beachtliches geleistet wurde. Die Diskussionen führten zu treffenden Handlungsempfehlungen, kommunale und Landesakteure konnten sich auf allen relevanten Ebenen detailliert mit den Pädagog/innen vor Ort austauschen und gemeinsam durchdachte Strategien verfolgen. Wie es scheint, kommt da etwas in Bewegung!

Das nächste Plenarteffen findet am 1. Juli 2014 statt.