Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Elf Personen stehen nebeneinander in zwei Reihen und halten vor sich ein Stofftransparent mit dem Aufdruck "Enjoy Hannover" auf. © Enjoy Hannover

Die Admins (1.R.v.l.n.r.) Darpit Shah, Alessa Silva, Razan Jammal, Alessandro Ottaviani, Sheetal Gangula, Rana Adeel, Jan Stumpenhausen, Salah Hamed, (2.R.v.l.n.r.) Victoria Moulin, Nathalie Small und Umut Gençaslan

Vernetzung

Enjoy Hannover – International Community

Frisch Eingewanderte organisieren sich über Facebook selbst und zeigen, was in Hannover geht.

Alessandro Ottaviani ist unternehmungslustig und gern mit Leuten zusammen. Als der italienische Ingenieur einen Job in Hannover bekam, bereitete er sich auf seine eigene Weise auf seinen Aufenthalt hier vor. Zwar kümmerte auch er sich im Vorfeld um eine Wohnung und holte sich die nötigen Informationen ein, allerdings überlegte er auch, wie er seine Freizeit verbringen werde in einer Stadt, in der er anfangs kaum jemanden kannte. Viele Migrant/innen brauchen eine gewisse Zeit, um sich zu orientieren und neue Bekanntschaften zu schließen. Doch Ottaviani suchte bei Facebook nach anderen, die auch in seiner Situation waren.

Er wollte nicht einfach nur irgendeiner Online-Gruppe beitreten, deren Mitglieder im echten Leben wenig oder gar nichts miteinander zu tun haben – er wollte Menschen kennenlernen und mit ihnen etwas unternehmen.

Also gründete er kurzerhand selbst eine Community, die bis heute stetig wächst. „Enjoy Hannover – International Communy“ (Sie müssen bei Facebook eingeloggt sein, um zur verlinkten Seite zu gelangen) ist heute eine bunte und stetig wachsende Gruppe von Menschen aus aller Welt, die sich gegenseitig ihre Sprachen in Tandem-Sitzungen beibringen, Städtetouren veranstalten oder auch entspannt ins Kino gehen. Bei der Vielfalt der Events dürfte für jede/n etwas dabei sein. Allein im Jahr 2015 führte die Community 87 Events durch, darunter auch Radtouren, Barbecues, Bowling und Parties. „Ich habe schon in Florenz und Köln gerne Events mit meinen Freunden veranstaltet, aber hier in Hannover haben wir schon 5.000 Mitglieder bei Facebook und zu manchen Events kommen knapp 100 Leute.“ Den Erfolg begründet er mit der Hilfe guter und engagierter Leute. Mittlerweile kümmert sich ein ganzes Team von ehrenamtlichen Adminstrator/innen („Admins“) um die Organisation.

„Die meisten Teilnehmer/innen haben zwar einen akademischen Hintergrund, aber wir sind offen für jedermann.“, so die libanesische Molekularmedizinerin Razan Jammal aus der Admin-Gruppe. In letzter Zeit kommen immer mehr Ortsansässige – es könnten aber mehr sein, finden Ottaviani und Jammal. Bei den vielen vertretenen Kulturen könne man viel voneinander lernen.

Wer zum Sprachen-Tandem in die Kneipe „Mister Q.“ am Raschplatz geht, wird freundlich begrüßt und dürfte nicht lange brauchen, um Gesprächspartner/innen zu finden. In ungezwungener Stimmung kann man sich einfach mit Freunden oder Unbekannten in allen möglichen Sprachen unterhalten und sich für die nächsten Events verabreden.

Auf die Frage, ob den Admins ihr ehrenamtliches Engagement neben ihren eigentlichen Jobs manchmal zu viel wird, schütteln Jammal und Ottaviani den Kopf. Es fühle sich nicht wie Arbeit an. Die Leute kämen gerne wieder, denn für viele sei durch die Gruppe die Lebensqualität in Hannover sprunghaft gestiegen. Sie hätten dank der Community schnell Anschluss an das hannoversche Stadtleben gefunden, denn auch wenn sie nur zufällig bei Events dabei waren, fühlten sie sich schnell der Gruppe zugehörig und hätten so Freunde gefunden. Allein dies sei den Aufwand wert und motiviere die Admins, weitere Leute zur Teinahme zu begeistern.

Die Öffentlichkeitsarbeit der Community findet auf Facebook statt. Dort werden auch regelmäßig alle Events angekündigt.