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Neun Schüler/innen stehen im Mosaiksaal mit dem Rücken zu über 200 Zuschauer/innen, die in zwei Blöcken sitzen. © LHH

Die Finalist/innen (stehend) wurden laut bejubelt von ihren mitgebrachten Fanclubs.

Schreibwettbewerb Sprachgezwitscher

Jury kürt Siegerinnen

Aufgeregte Stimmung beim Finale im vollen Mosaiksaal.

Passend zum internationalen Tag der Muttersprache fand am 21. Februar das große Finale des Schreibwettbewerbs „Sprachgezwitscher“ im Neuen Rathaus statt, einem Schreibwettbewerb für Schüler/innen, den das Sachgebiet Integration Ende 2015 ausgeschrieben hatte. Unter den knapp 200 Anwesenden waren nicht nur ganze Schulklassen, die ihre Mitschüler/innen lautstark unterstützten, sondern auch Eltern und Lehrer/innen der Teilnehmenden.

Bürgermeisterin Regine Kramarek begrüßte die Menge und zeigte sich stolz auf die sprachliche Vielfalt in Hannover. Auch wenn leider nicht alle gewinnen könnten, riet sie den Teilnehmer/innen, das Schreiben und die Mehrsprachigkeit nicht aufzugeben.

So waren die Spielregeln

Moderator Tobias Kunze erklärte kurz den Ablauf des Wettbewerbs. Die Schüler/innen hatten drei Themen zur Auswahl, auf denen sie ihre mehrsprachigen Texte aufbauen konnten. Zu gewinnen gab es zwei Preise (5.-7. Jahrgang und 8.-10. Jahrgang), doch nicht für die Sieger/innen selbst, sondern auch für deren ganze Klasse. Eine Vorjury suchte die besten aus den knapp 40 eingegangenen Texten für das Finale aus – diese wurden von den Finalist/innen in zwei Sprachen vorgelesen. Die Jury bestand aus Kramarek und den Autor/innen Deniz Selek und Ingo Siegner.

Vor Beginn des Finales wurde ein Film der Klasse 6c der IGS Büssingweg gezeigt, in dem sie eine Kostprobe der 15 gesprochenen Sprachen in ihrer Klasse gaben und ihre Vorfreude auf das Finale zum Ausdruck brachten.

Schüler/innen lasen Texte in zwei Sprachen vor

Den Anfang machte Annahita (6b Goetheschule), die in Deutsch und Farsi den großen Garten als ihren Lieblingsort in Hannover beschrieb. Anschließend forderte Viktoria (5b Kurt-Schwitters-Gymnasium) in ihrem auf Deutsch und Russisch vorgetragenen Text ein Wahlrecht für Kinder, das sie als Königin durchsetzen würde. Egzona von der IGS Büssingweg beschrieb auf Deutsch und Albanisch ihren Sehnsuchtsort Prizren im Süden des Kosovo – dabei schilderte sie detailreich jeden Sinneseindruck, so dass den Zuhörer/innen die Kontraste zur Lebensweise in Hannover deutlich wurden. Als letzter seiner Jahrgangsstufengruppe beschrieb Daan (7b Freie Evangelische Schule) auf Deutsch und niederländisch den hannoverschen Hauptbahnhof als Ort seiner musikalischen Selbstverwirklichung. Als Elfjähriger war er fasziniert vom Weihnachtskonzert gewesen und verwirklichte später seinen Traum, dort „Tochter Zion“ mit seiner Trompete zu spielen – in diesem Moment habe er sich nach seinem Umzug nach Hannover angekommen gefühlt.

Um künstlerische Selbstverwirklichung drehte sich auch der Text von Doroteya (10b Schillerschule), den die Finalistin der höheren Jahrgangsstufengruppe auf Deutsch und Englisch vortrug. Sie beschrieb, wie sie in kleinen Schritten ihre Ziele im Ballettstudio erreichte und über sich hinaus wuchs. Die drei Autor/innen des folgenden Beitrags (9d, Goetheschule) trugen ein Gedicht vor, das sich sowohl in der deutschen, wie auch in der türkischen Sprache reimte. Aykan, Franziska und Romaric beschrieben lyrisch, welche Emotionen sie mit besonderen Orten verbinden. Otilia (7. Jahrgang Lutherschule) beschrieb in ihrem anschließenden Beitrag, wie sie nach und nach immer mehr Sprachen gelernt hatte und in mittlerweile fünf Sprachen denken könne.

Schwere Entscheidungen für die Jury

Während sich die Anwesenden nach den Präsentationen am Buffet stärkten, zog sich die Jury zur Beratung zurück. Die Entscheidungen seien der Jury sehr schwer gefallen, berichtete Regine Kramarek anschließend. Da in den kontroversen Diskussionen um die Gewinner/innen kein Konsens erzielt werden konnten, habe man demokratisch abgestimmt. Doch solle sich niemand als Verlierer/in fühlen, denn auch diejenigen, die diesmal nicht zu Gewinner/innen gekürt wurden, hätten beeindruckende Texte abgeben und sollten das Schreiben nicht aufgeben.

Den Sonderpreis gewann Otilia von der Lutherschule, die mit ihrem Text die Idee des Wettbewerbs verkörpert und sich überdies als Einzige für das schwierige Thema „Mein Kopf ist voller Sprache“ entschieden habe. Gewinnerin der unteren Jahrgangsgruppe wurde Egzona von der IGS Büssingweg. Als der Jubel sich legte, lobten die Juroren aber auch Daans Text, der das Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Egzona nur knapp verloren hätte. In der höheren Jahrgangsgruppe wurde Doroteya von der Schillerschule zur Siegerin gekürt. Auch sie hatte sich nur um Haaresbreite gegen die Dreiergruppe der Goetheschule durchsetzen können.

Die Idee des Sprachwettbewerbs wurde vielfach gelobt. Elisa Framke, Klassenlehrerin der Siegerin Egzona, zeigte sich stolz auf ihre Schüler/innen. „Der Wettbewerb hat meine ganze Klasse motiviert, sich eingehend mit ihren Wurzeln auseinanderzusetzen und ihre Multikulturalität als Potenzial zu begreifen.“

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