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Modellprojekt

Vereinbarungen zur Integration

Ergebnisse der LHH zum Projekt „Integrationsvereinbarungen“ präsentiert.

In einem Abschlussworkshop wurden am Mittwoch, den 24. April 2013 die Ergebnisse des Modellprojektes „Integrationsvereinbarungen“ im Beisein der Staatsministerin Frau Prof. Dr. Maria Böhmer den Modellstandorten in Berlin präsentiert und diskutiert.

In einem einem Zeitraum von eineinhalb Jahren wurden in 18 Kommunen und insgesamt 87 Migrationsberatungsstellen mehr als 4000 Integrationsvereinbarungen mit Migranten/innen abgeschlossen. In den Vereinbarungen wird individuell festgehalten, mit welchen Voraussetzungen Zuwanderer nach Deutschland kommen. Und welche Hilfe sie beispielsweise bei Spracherwerb, Ausbildung, Kinderbetreuung oder bei der Anerkennung ihres Berufsabschlusses benötigen. Umgekehrt werden den Zuwanderern nach einer ausführlichen Beratung passgenaue Angebote gemacht.

Die Landeshauptstadt Hannover hat an diesem Modellprojekt mit den 5 Migrationsberatungsdiensten und den 3 Jugendmigrationsdiensten in der Stadt sowie den beiden Fachstellen in der Verwaltung im Bereich der Ausländerbehörde und der Koordinierung der Integration im Büro Oberbürgermeister aktiv teilgenommen. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Modellprojektes konnten die Akteure/innen vor Ort in Hannover eine strukturierte Evaluation der Beratungs- und Netzwerkarbeit vornehmen. In Hannover sind die Migrationsberatungsstellen bereits sehr gut aufgestellt. Es wurden im Rahmen von Case-Management-Prozessen bereits vor der Teilnahme an dem Modellprojekt Vereinbarungen mit den Klienten getroffen. Die neuen Integrationsvereinbarungen stärken dieses Vorgehen und schaffen weiteres Vertrauen. Als besonders positiven Aspekt für die Arbeit in Hannover hebt Melanie Walter, Leiterin des Sachgebietes Integration der Landeshauptstadt Hannover, die verstärkte und neu ausgerichtete Netzwerkarbeit hervor: „Durch die Teilnahme am Modellprojekt hat die Netzwerkarbeit in diesem Bereich einen neuen und verstärkenden Impuls erhalten“.

Zentrale Ergebnisse der wissenschaftlichen Auswertung:

  • Integrationsvereinbarungen schaffen Vertrauen. Die Arbeit der Beratungsdienste wird von den Migranten/innen als sehr positiv und hilfreich eingeschätzt.
  • Integration wird verbindlicher. Die geleistete Unterschrift unter die Integrationsvereinbarung wird von den Migranten/innen als unterstützend gewertet.
  • Integration wird effektiver. Die im Beratungsprozess vereinbarten Ziele wurden in einem hohen Maße erreicht und die Integrationsmaßnahmen besser koordiniert.
  • Der Einsatz der Integrationsvereinbarung fördert die Vernetzung aller Akteure/innen vor Ort, insbesondere der Migrationsberatungsstellen, Ausländerbehörden und Jobcenter. Ihre Zusammenarbeit konnte dadurch wesentlich verbessert werden. Die bessere Vernetzung ermöglicht es, Zuwanderern verstärkt passgenaue Integrationsangebote zu vermitteln.
  • Integrationsvereinbarungen haben sich als Monitoring- und Evaluierungsinstrument bewährt. Die regelmäßige Überprüfung der vereinbarten Schritte und die gemeinsame Bilanz der Erfolge und Hürden ermöglicht es beiden Seiten, die Integrationsvereinbarung als wesentliches Instrument von Integration nutzbringend und flexibel einzusetzen.

Die Ergebnisse sind in einen Handlungsleitfaden eingeflossen, der allen Kommunen und Beratungsdiensten in Deutschland zur Verfügung gestellt wird.

Folgende Migrationsberatungsdienste gibt es in Hannover:

Migrationsberatung: AWO Region Hannover, Caritasverband Hannover, Diakonisches Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannover, Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Hannover, Landsmannschaft der Deutschen aus Russland

Jugendmigrationsdienste: AWO Region Hannover, Caritasverband Hannover, Diakonisches Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannover

Den Handlungsleitfaden für Beratungsstellen, herausgegeben von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gibt es auch hier zum Download: