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Vierte Sitzung des Integrationsrates

Bilder von der Sitzung des Integrationsrates Hannover am 17.2.2010 © LHH

Bilder von der Sitzung des Integrationsrates Hannover am 17.2.2010

Zu Beginn der ersten Sitzung des Integrationsrates im Jahr 2010 am 17. Februar hatte Oberbürgermeister Stephan Weil gleich mehrere gute Nachrichten für die anwesenden Mitglieder parat: Zum einen wurde mit der Abschaffung der „verdachtsunabhängigen“ Polizei-Kontrollen vor Moscheen ein vom niedersächsischen Innenminister im Alleingang geschaffenes „Ärgernis beseitigt“, zum anderen erbrachte die zweite Ausschreibungsrunde des „Gesellschaftsfonds Zusammenleben“ zahlreiche interessante Anträge, die nun von der unabhängigen Jury bewertet werden. Zusätzlich wies Weil stolz darauf hin, dass Integration „made in Hannover“ auch exportiert werden kann: Im Rahmen der Expo 2010 werden Teile der von hannoverschen Migranten-Jugendlichen erarbeiteten Rap-Oper „Culture Clash“ in der Gastgeberstadt Shanghai präsentiert.

Weltausstellungsflair wird in diesem Jahr aber auch in Hannover wieder Einzug halten, wenn im Frühsommer erstmalig das „Fest der Kulturen“ stattfindet. Klaus Timaeus, Leiter des Fachbereichs „Eventmanagement und Sport“, skizzierte das Konzept der Veranstaltung: An Pfingsten (21. bis 23. Mai) soll sich der Bereich rund um das Rathaus zu einem Ort des interkulturellen Austauschs verwandeln. Sowohl international bekannte Künstler als auch lokale Vereine und Gesellschaften werden auf mehreren Bühnen ihr Können präsentieren. (Siehe auch die Planskizze in der PDF-Präsentation zur Vortrag weiter unten) Zudem wird aufgrund einer Kooperation mit dem Kulturzentrum Pavillon der beliebte Masala-Weltmarkt in das „Fest der Kulturen“ eingebunden. Oberbürgermeister Weil wies die Anwesenden darauf hin, dass alle Einwohner/innen eingeladen sind, sich mit Ideen und Taten zu beteiligen, denn „je mehr mitmachen, desto größer der Erfolg“.

Im Anschluss referierte Jes-Peter Hansen von der Wirtschaftsförderung über die Umsetzung des Lokalen Integrationsplanes (LIP) im Feld „Wirtschaft“. Eingangs präsentierte Hansen einige grundsätzliche Zahlen: So liege der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung in der Stadt bei 23 Prozent, der Anteil der von ihnen geführten Betrieben jedoch bei nur etwa 5 Prozent. Ein ähnliches Bild finde sich bei der Betrachtung der insgesamt 33 Wirtschafts-Interessengemeinschaften der Stadt wieder – lediglich drei Prozent der Mitglieder verfügten über einen Migrationshintergrund. Die Einbindung migrantischer Betriebe in das ökonomische Netzwerk Hannovers müsse deswegen zukünftig verstärkt vorangetrieben werden. Allerdings gebe es mit der Nordstadt und dem Quartier Goethestraße auch zwei positive Beispiele, an denen deutlich werde, dass die Integration der von Migranten geführten Unternehmen gut funktionieren könne.

Pamir İvkin vom Bund Türkisch-Europäischer Unternehmer (BTEU) ergänzte, dass migrantische Existenzgründungen oftmals mit mangelnder Kapitalausstattung und Fachkenntnissen zu kämpfen hätten. Dennoch bewertete auch er die Entwicklung im Bereich der Existenzgründung in den vergangenen fünf Jahren als positiv.  In regen und durchaus auch kritischen Diskussion im Plenum wurde angemahnt, sowohl die Geschlechter¬verhältnisse bei migrantischen Existenzgründungen als auch Qualität und Nachhaltigkeit der Unternehmen genauer in den Blick zu nehmen. Dies soll in Zukunft angegangen werden.

Herr İvkin präsentierte dann das Lehrstellen-Akquise-Projekt „EASy! – Engagement für Ausbildung mit System“, das der BTEU im Tandem mit dem Bildungswerk BfW und mit finanzieller Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung durchführt. Unter dem Motto „Bilden auch Sie für die Zukunft Hannover aus!“ wendet sich das Projekt sowohl an Migranten-Unternehmen als auch an Auszubildende. Durch direktes Ansprechen der Betriebe wird versucht, zusätzliche Ausbildungsplätze für benachteiligte Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund zu schaffen. Eine intensive Betreuung und Begleitung der Jugendlichen während des ersten Ausbildungsjahres soll helfen die hohe Zahl von Abbrüche der Ausbildung zu verringern.

Als letzter Punkt stand schließlich die Wahl der Themenschwerpunkte für die kommenden Sitzungen des Integrationsrates auf dem Plan. Die Mitglieder konnten in einer Punktabfrage die vorab gesammelten 13 Themenvorschläge gewichten. Das Ergebnis: In den nächsten vier Sitzungen werden die Themen „Ausbildung und Wirtschaft“, „Politische Partizipation“, „Jugendliche und Gewalt“ sowie „Umsetzung des Lokalen Integrationsplans“ besonders ausführlich behandelt. Es wurden hierzu kleine Vorbereitungsgruppen gebildet. Im Juni wird der Integrationsrat dann das nächste Mal zusammentreffen.
 

Sachgebiet Integration

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