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Hannover 2030

Zukunftswerkstatt im FZH Stöcken

Einwohner/innen aus Herrenhausen und Stöcken diskutierten gemeinsam über Integration in ihrem Stadtteil.

Am 10. April begann die zweite von drei Zukunftswerkstätten im Rahmen des Bürgerdialogs „Mein Hannover 2030“ im Freizeitheim Stöcken. Mitglieder des Integrationsbeirats Herrenhausen-Stöcken, interessierte Einwohner/innen und Mitarbeiter/innen der Landeshauptstadt Hannover, insgesamt 15 Personen, tauschten sich an zwei Tagen über Fragen der Willkommens- und Anerkennungskultur aus. Denn sie wollen ihren Stadtteil attraktiv halten für die bereits ansässigen und die künftig einwandernden Migrant/innen. Der Workshop wurde moderiert von Hartmut Griese, Professor der Soziologie im Ruhestand.

Am Freitag arbeiteten drei Einzelgruppen kritische Punkte aus und präsentierten sie in Form fiktiver Medienartikeln vor der ganzen Gruppen. Die erste Gruppe simulierte ein Interview zwischen einem Redakteur und einer Eritreerin im laufenden Asylverfahren. Die fiktive Figur zeigte sich verwundert, dass einerseits überall von Willkommenskultur die Rede sei, sie andererseits sich noch nicht angenommen fühle.

Die zweite Gruppe wählte den provokanten Titel „Taugt ein Doktortitel nur zum Taxifahren?“ für ihre Präsentation, die sich um die Schwierigkeiten bei der Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse drehte. Viel zu oft seien selbst Eingewanderte mit Hochschuldiplom auf Arbeit im Niedriglohnsektor angewiesen, weil ihre Qualifikation nicht anerkannt würden.

Die dritte Gruppe nahm sich des Themas „Sprachförderung“ an und griff damit ein auch in Hannover aktuelles Thema auf. Das Angebot an Sprachkursen reiche nicht aus, um den Bedarf zu decken. Da Sprache aber nun mal der Schlüssel für eine gelingende Integration sei, formulierte die Gruppe als Forderung an die Stadt, sich mehr für eine Aufstockung der finanziellen Mittel für Sprachkurse zu bemühen.

Am folgenden Tag teilten sich die Teilnehmer/innen in neue Gruppen auf und gingen von der „Kritik“- über zur „Utopie-Phase“. Obwohl sie sich eigentlich nur mit dem gewünschten „Soll-Zustand“ befassen sollten, legten sie großen Wert auf die Umsetzbarkeit der erarbeiteten Forderungen. Die erste Gruppe schrieb ein Gedicht, in dem zur Gewaltfreiheit und zur gegenseitigen Akzeptanz aufgerufen wird. Gruppe Zwei entwarf ein Konzept zur „Guten Nachbarschaft“, in dem Stadtteilbewohner/innen und Neueingewanderte voneinander profitieren können.

In der abschließenden Diskussionsrunde äußerten sich die Teilnehmenden sehr zufrieden über den Workshop. Anfängliche Skepsis habe sich angesichts der guten Zusammenarbeit verflüchtigt. Ein Teilnehmer hatte vor dem Wochenende den Eindruck, dass sich alles immer nur um Flüchtlinge drehen würde. Ihm habe gut gefallen, dass hier die Einheimischen ebenso im Integrationprozess mitgedacht worden seien. Auch der Moderator Griese zeigte sich erfreut über den Ablauf. Er habe schon viele Zukunftswerkstätten angeleitet, aber selten eine derart aktive Gruppe erlebt.

Die Ergebnisse aller drei Zukunftswerkstätten (die beiden anderen fanden im Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld und Nord statt) werden in verschiedenen Präsentationsformen am 9. Mai am Veranstaltungstag „Zukunft in Vielfalt! Migration und Willkommenskultur“ vorgestellt.