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In Hannover zuhause

Im Zeichen des Drachen: Deutsch-chinesische Begegnungen 2012

Vorträge, Workshops, Diskussionen: Mehr als eineinhalbtausend Gäste drängten sich im Neuen Rathaus, um mehr über die Kultur Chinas und die chinesische Community in Hannover zu erfahren.

Der Einladung zu „Deutsch-chinesischen Begegnungen“ im Rathaus am 20. April 2012 sind etwa 1.600 Gäste gefolgt: Menschen aus dem chinesischen Kulturraum wie auch viele Gäste, die sich für China und damit verbundene Themen interessierten.

China ist in diesem Jahr Partnerland der Hannover Messe und demzufolge an vielen Standorten der Stadt präsent. Bei dieser Gelegenheit wollte die Landeshauptstadt – gemeinsam mit dem Chinesischen Zentrum und dem Konfuzius Institut Hannover – einen besonderen Akzent setzen und sich der Situation der hier lebenden Chinesinnen und Chinesen widmen. In der Veranstaltungsreihe „zuhause in Hannover“ war das Neue Rathaus eine geeignete Plattform für gemeinsames Erleben, Informationsaustausch und Kontakte – auch jenseits von Wirtschaft und Politik.

Erstmals bot das Rathaus für einen Nachmittag Vorträge, Aktivitäten, Präsentationen und Musik mit chinesischem Bezug. Begegnungen und Gespräche ergaben sich spontan auf dem Informationsforum mit über 20 Bildungs- und Kultureinrichtungen, Vereinen und Beratungsunternehmen sowie Bücherständen und einem Verlag. Es konnte ein persönliches Bewerbungstraining in Anspruch genommen werden, und wer Lust hatte, übte sich im Mahjong-Spiel oder probierte die Kunst des Scherenschnitts.

Bei einer Tasse Jasmintee kamen die Gäste ins Plaudern, und die chinesische Studentin Lili spielte dazu gelegentlich auf ihrer Erhu, einem chinesischen Saiteninstrument. Eine Gruppe in Hannover studierender chinesischer Studenten schenkte Tee mit Jasminblüten aus und half den Gästen, Schildchen mit persönlichen Wünschen an Jasminbüschen aufzuhängen, die gegen Ende der Veranstaltung mit unendlich vielen Herzenswünschen geschmückt waren - auf deutsch oder mit chinesischen Schriftzeichen - dass sie an Weihnachtsbäume erinnerten.

Der philosophische Festvortrag von Professor Wenchao Li – im Sinne von Leibniz – bildete die Botschaft der aktuellen China-Aktivitäten in Hannover: Kultur- und Wissensaustausches mit China, d.h. ein Erkenntnisaustausch auf allen Gebieten, in Theorie wie Praxis – ergänzt von einer Ausstellung.

Das wichtigste Anliegen der Landeshauptstadt, die hier lebenden chinesischen Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt zu stellen, ihre Lebenssituationen und Sichtweisen kennen zu lernen um darüber hinaus zur Vernetzung in der Stadtgesellschaft beizutragen, kam besonders in einem Podiumsgespräch zum Tragen: Shan Li, Chiyan Peng, Fanjie Kong, Ping Yao und Xiaoyan Xu plauderten gemeinsam mit Melanie Walter vom Büro Oberbürgermeister über ihr Leben und ihre Erfahrungen hier in Hannover, die Unterschiede zu chinesischen Lebenswelten, ihre Wünsche, und Vorhaben. Die überwiegend deutschen Gäste dieses Podiumsgesprächs haben vielfältige Eindrücke gewinnen können, wie ihre chinesischen MitbürgerInnen in Hannover leben und zu ihrer neuen Heimat auf Zeit oder auf Dauer stehen.

Gutes Rüstzeug für einen verständnisvollen Umgang miteinander bot ein interkulturelles Training von Lydia Richter: „Typisch chinesisch oder typisch deutsch?“ Hier konnte man erfahren, wie man Peinlichkeiten im gegenseitigen Umgang vermeidet, dass das Zeitverständnis der Chinesen recht dehnbar sein kann, oder die chinesische Küche so vielfältig ist, Reis und Rüben ein ungewöhnlich erfolgreiche Mischung sind und vieles mehr.

Im derzeitigen Jahr des Drachen, dem größten Glücksbringer der Tierkreiszeichen, bot Dr. Chunchun Hu vom Konfuzius-Institut in Hannover Einblicke in die nicht unkomplizierte Wissenschaft des Mondkalenders und die damit verbundenen Feste.

Wer mehr erfahren wollte über „Gesundheit und Sport in der chinesischen Tradition“ besuchte den Vortrag von Sabine Fischer-Ward und hatte zusätzlich die Möglichkeit zu einer Schnupperstunde Qigong bei Gabriele Schulz (Volkshochschule Hannover).

Einen chinesischen Gruß konnte man im Handumdrehen lernen: „Chinesisch für Anfänger“ bot Fangchi Chen (Volkshochschule) in zwei Schnupperstunden an, während Dr. Kisro-Warnecke den Gästen die „Schrift und Sprache der Chinesen“ näher brachte.

Mit einer besonderen Attraktion konnte Song Jin aufwarten: Seine Rathausführungen in chinesischer Sprache wurden von sehr vielen Gäste angenommen und machten die chinesischen TeilnehmerInnen mit der Baugeschichte wie auch mit den Festsälen des Rathauses bekannt.

Für die jüngsten BesucherInnen ging es meist gleich zum Familienprogramm mit chinesischen Animationsfilmen. Der bekannte Kinofilm „ Lauras Stern und der geheimnisvolle Drache Nian“ gehörte auch dazu. Dr. Rolf Giesen präsentierte die verschiedenen Animationsfilme und gab Erläuterungen zu den Produktionsdetails in China.

Immer wieder tauchte zur Freude aller Gäste plötzlich ein recht imponierender Drache auf - leuchtend orange und von zarten chinesischen Klängen begleitet - heiterte er besonders die kleinen Gäste auf. Er war ein kurzweiliger Spielgefährte und ständig ein begehrtes Fotomotiv.

Zum gemeinsamen Abschluss der Veranstaltung verschaffte sich das Duo Akkorimba von Paulina Turowska und Simon Etzold mit einem durchdringenden Gong Gehör für das sehr romantische chinesische Volkslied „Mo-li-hua“ (Wie ist doch der Jasmin so schön …) zum Mitsingen auf chinesisch und auf deutsch sowie „Chinese Tambourine“ vom Fritz Kreisler.

Als Veranstalter haben wir – neben der freundlichen Unterstützung durch die Sponsoren Deutsche Messe und Flughafen Hannover – viel Hilfsbereitschaft und kreatives Engagement von zahlreichen chinesischen Bürgerinnen und Bürgern erfahren, für das wir uns hiermit herzlich bedanken. Somit wäre zu wünschen, dass die heitere Stimmung dieses Nachmittags die deutsch-chinesischen Beziehungen unter den Bürgerinnen und Bürgern prägen wird und aus flüchtigen Begegnungen gute Kontakte und Freundschaften entstehen.

Sachgebiet Integration

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